thumbnail Hallo,

Ex-FC-Spieler Kevin Pezzoni traf ausgerechnet in Köln

Kevin Pezzonis Kopfballtor gegen seinen Ex-Club hatte Potenzial, Story des Tages zu werden. Goal.com sprach mit dem Aue-Spieler in der Mixed-Zone über seine Rückkehr nach Köln.

Köln. Kastrati bringt eine Ecke rein, der Ball wird einmal geklärt, landet aber genau auf dem Schädel von Kevin Pezzoni, der das Leder ins rechte Eck einnickt. Ein kurzer, ausgelassener Jubel, gefolgt von einem eher verhaltenen Gang in „seine“ neue Fankurve: Es ist das erste Tor, das Kevin Pezzoni überhaupt im Rhein-Energie-Stadion erzielt, dieser Kopfballtreffer in der 79. Minute.

Allein – er erzielt es für seinen neuen Arbeitgeber, den FC Erzgebirge Aue. Für Köln hatte der Defensivspieler nie im eigenen Stadion getroffen. „Aus Respekt vor den FC-Fans wollte ich das Tor jetzt nicht so groß feiern. Klar bin ich dann noch kurz zu meinen neuen Fans gegangen“, sagt Kevin Pezzoni kurz nach dem Spiel vor der versammelten Journalisten-Schar im Kölner Kabinentrakt. „Schließlich ist Köln noch immer meine Heimat und ich hatte hier auch viele schöne Jahre“, ergänzt Pezzoni.

Pezzoni: „Ich wohne immer noch in Köln“

Dabei war die Zeit von Pezzoni in Köln nicht immer einfach. Abgestempelt zum Sündenbock im Abstiegsjahr, der Skandal um einen FC-Anhänger, der Pezzoni bedroht haben soll und sich anschließend in der WDR-Radiosendung „Domian“ stellte, durchwachsene Leistungen und ein öffentlicher Streit mit seinem alten Arbeitgeber, dem 1. FC Köln. Es gibt sicher Spieler, die ihre Karriere glücklicher absolvieren, als Kevin Pezzoni es beim 1. FC Köln tat. Wie es dann wohl war, wieder zurück an den Ort zu kommen, an dem „so viel“ passiert ist? „Ich kann nur sagen, dass ich wirklich von allen sehr freundlich aufgenommen wurde. Ich habe hier noch viele Freunde, meine Freundin lebt hier und ich wohne auch immer noch in Köln.“

Doch auch an Pezzoni ist die Zeit in Köln nicht spurlos vorbeigegangen: „Klar ist viel passiert. Aber ich glaube, auch ich habe durch diese Zeit viel gelernt. Zum Beispiel dass Fußball nicht alles ist im Leben. Ich weiß jetzt, dass man diesen Tunnelblick nicht haben sollte und dass es wichtige Dinge neben dem Fußball gibt. Zum Beispiel dass man sich weiterbilden sollte. Das ist mir jetzt klar. Ich denke, durch diese schwierige Zeit bin ich auch reifer geworden.“

„Idioten gibt es überall“

Bemerkenswert ruhig bleibt es bei Pezzonis Rückkehr nach Köln vor allem in der Kölner Südkurve. Klar gibt es vereinzelt Pfiffe, doch von einem „gellenden Pfeifkonzert“ zu sprechen, wenn Pezzoni am Ball ist kann keine Rede sein. Trotzdem hat Pezzoni die Reaktionen der Fans natürlich mitbekommen: „Mit den Pfiffen musste ich rechnen. Aber ganz ehrlich: Die gehen links rein und rechts wieder raus. Ich bin immer noch gerne in Köln und ich werde die Stadt bestimmt nicht meiden, nur weil hier ein paar Idioten herum rennen. Die gibt es überall, damit muss man leben – und damit kann ich umgehen.“

Stanislawski: „Ich drücke ihm die Daumen“

Auch sein Ex-Coach Holger Stanislawski wird natürlich auf die Rückkehr von Kevin Pezzoni angesprochen: „Letztendlich ist es mir egal, wer gegen uns ein Tor schießt. Ich bin froh, dass Clemens am Ende noch eins drauf gesetzt hat. Aber natürlich freue ich mich für Pezzoni. Ich habe ihn ja hier noch erlebt. Ich wünsche ihm, dass er gesund bleibt und drücke ihm die Daumen, dass er nun in Aue seinen Weg geht.“ Sein alter Teamkamerad Christian Clemens freut sich, dass „ausgerechnet“ Pezzoni traf: „Wenn wir ein Tor bekommen, ist das immer ärgerlich. Aber für Pezzoni freut es mich natürlich.“

Fast im gleichen Wortlaut sagt dies Pezzoni auch über Clemens: „Blöd, dass wir in der letzten Minute noch ein Tor bekommen. Das ist natürlich schön für ihn, da noch zu treffen. Für ihn freut es mich. Obwohl ich glaube, dass er den Ball dort gar nicht so ins lange Eck schießen wollte“, sagt Pezzoni zum Tor seines alten Mannschaftskameraden. Das sieht ein gut gelaunter Clemens anders: „Sagen Sie Pezzoni, dass ich genau wusste, wohin der Ball sollte.“ Vielleicht diskutierten die beiden die Situation aber auch noch mal selbst aus. Denn als die Mixed-Zone-Interviews beendet sind, geht Pezzoni natürlich in die Kabine. Allerdings, vielleicht aus alter Gewohnheit, führt ihn sein Weg zuerst in die des 1. FC Köln anstatt zu seinen neuen Kollegen beim FC Erzgebirge Aue.

EURE MEINUNG: Wie bewertet Ihr die Rückkehr von Kevin Pezzoni nach Köln und seine Aussagen in Bezug auf seine schwierige Vergangenheit?


Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig