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Nach dem Spiel gegen Aue übten die Kölner trotz der drei eingefahrenen Punkte Selbstkritik.

Köln. Es war eigentlich eine klare Angelegenheit gestern Mittag in Köln-Müngersdorf. Die Geißböcke dominierten das Spiel gegen Aue in der ersten Halbzeit nach Belieben, gehen früh in Führung und können bei einigen guten Torchancen nachlegen.

Die Fans schunkeln sich in der Pause gut gelaunt auf die heiße Phase des Karnevals ein und dann das: Mit Wiederanpfiff der Partie geben die Domstädter das Heft aus der Hand, ein alter Bekannter trifft die Fans mitten ins Herz und am Ende ist doch alles gut. Kein Wunder, dass die FC-Spieler in der Mixed-Zone erst einmal nach ihren Worten suchen mussten. Goal.com war für Euch dabei.

Dominic Maroh: „Gut, dass wir auf eigene Fans zugespielt haben“

Abwehrchef Dominic Maroh hätte zum Matchwinner avancieren können, denn bereits in der vierten Minute brachte der Verteidiger seine Mannschaft in Führung. Nach dem Spiel war es trotz des Sieges seiner Mannschaft enttäuscht über die Leistung der Geißböcke: „Es war zu wenig, was wir gezeigt haben. Wir haben unseren Mumm in der Kabine vergessen. Grundlos eigentlich, weil wir die Auer dominiert haben.“

Wie sich Maroh den Leistungseinbruch in Hälfte zwei erklärte? „Wir hatten im Mittelfeld keine Ordnung mehr, die Offensive und Defensive standen zu weit auseinander und haben dann nur noch lange Bälle geschlagen und viele zweite Bälle direkt wieder bekommen. Das müssen wir beim nächsten Mal anders machen. Wir haben oft diese Situation, dass wir nach einem 1:0 zu ruhig werden und weniger tun. Das kann tödlich sein.“

Christian Clemens: „Die ersten 20 Minuten müssen unser Maßstab sein“

Glücklichster Mensch in ganz Köln war gestern wohl Christian Clemens, der erstmals etwas zentraler als gewohnt auf der 8 neben Mato Jajalo in Stanislawskis 4-1-4-1 agierte: „Eine Position, die ich super finde. Hier habe ich mehr Ballkontakte. Der Trainer kann mich gerne öfter hier aufstellen.“ Gründe dafür gab er seinem Coach genug. Clemens war nicht nur aktivster Kölner (die meisten Ballkontakt – 76, die meisten Torschüsse – 4), sondern war auch Matchwinner durch sein Traumtor in der 92. Minute: „Der Ball sollte schon genau dort landen.“

Dennoch war auch er nicht zu 100 Prozent zufrieden: „Wir müssen natürlich über 90 Minuten so spielen wie in der ersten Hälfte. Wenn wir auswärts so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit, dann bekommen wir die Hucke voll. Die ersten zwanzig Minuten müssen unser Maßstab sein. Diese Leistung müssen wir immer abrufen.“

Stefan Maierhofer: „Im Endeffekt zufrieden“

Neuzugang Stefan Maierhofer, der in der 69. Minute eingewechselt wurde, freute sich vor allem über seine Rolle beim Siegtreffer der Kölner. Der Österreicher sorgte bei seinem Zusammenprall mit Tony Ujah für einige Verwirrung in der Abwehrreihe der Gäste aus Aue, die Christian Clemens den Raum für sein Solo zum 2:1 eröffnete: „Vor dem Tor haben wir durch diese Aktion gut den Gegner abgelenkt. Super Teamwork. Ein Traumgefühl.“

Maierhofer war von Clemens Schuss anschließend aber nicht einmal überrascht: „Eher von seinem Sprint zur Eckfahne danach. Da dachte ich: Der ist ja konditionell richtig gut, leck mich am Arsch. Ich habe mich dann um Tony gekümmert, der noch auf dem Boden lag. Er war noch immer nicht ansprechbar. Da habe ich zu ihm gesagt: Komm, wir haben das 2:1 gemacht, jetzt können wir langsam wieder aufstehen“, so Maierhofer scherzhaft.

Holger Stanislawski: „Ich hätte es nicht besser machen können“

Und was sagte der Trainer nach dem Spiel? Zumindest musste „Stani“ erst einmal Luft holen, ehe er den Fragen der Journalisten antworten konnte. Denn der Trainer feierte den Sieg seiner Mannschaft mit einem ausgelassenen Tänzchen auf dem Rasen – und lobte dann zuerst einmal Christian Clemens: „Ich hätte es nicht besser machen können – und das heißt schon viel. Clemens hat eine wahnsinnige Schusstechnik, da können die Bälle zwar auch mal aus dem Stadion fliegen, weil eben so viel Risiko dabei ist, aber sie können eben auch so einschlagen. Ich freue mich wahnsinnig für ihn, denn er hat vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr starkes Spiel gemacht. In der zweiten Halbzeit ist er dann wie alle anderen auch untergetaucht, dass darf uns nicht passieren. Es ist noch mal gut gegangen, aber es hätte auch ins Auge gehen können.“

EURE MEINUNG:  Was ist für die Kölner in dieser Saison drin?


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