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Nach der Sperre des Zweitligisten ist nicht nur eine Debatte um die Sicherheit im Stadion entbrannt. Auch die Entscheidungen des DFB werden kritisiert.

Dresden. Am Montag hatte das DFB-Sportgericht Dynamo Dresden wegen wiederholter Fan-Ausschreitungen vom Pokalwettbewerb 2013/14 ausgesperrt. Linke-Chefin Katja Kipping und Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten sehen in dem Urteil nur ein weiteres Indiz dafür, dass Ost-Klubs vom DFB ungerecht behandelt werden. 

„Überzogen und unverhältnismäßig“

Linke-Parteivorsitzende Katja Kipping spricht sich gegenüber der Nachrichtenagentur dapd gegen das DFB-Urteil aus. Ihrer Meinung nach werden ostdeutsche Vereine schwerer bestraft als die westlichen Pendants: „Die Sportrichter müssen sich fragen lassen, ob sie ein vergleichbar hartes Urteil gegen einen westdeutschen Verein gefällt hätten.“

Die 34-Jährige sieht zudem die finanzschwächeren Klubs ähnlich ungerecht behandelt. Mit ein paar Ansätzen des DFB kann sie sich dennoch identifizieren: „Rote Karte für Rassismus und Gewalt im Stadion ist gut. Aber es kann nicht sein, dass die finanzschwachen Vereine härter bestraft werden.“ Insgesamt hält sie die Entscheidung für „überzogen und unverhältnismäßig.“

Auch der einstige Dynamo-Stürmer und Bundesligatorjäger Ulf Kirsten sieht ein Missverhältnis zwischen Ost und West. Seiner Meinung nach werden Vereinen aus dem Osten vom DFB stets härter Strafen auferlegt: „Es wird mit zweierlei Maß gemessen.“

„In der Bundesliga flächendeckend“

Sohn Benjamin Kirsten steht beim Zweitligisten im Tor. Die Dynamo-Fans seien in Sachen Gewaltbereitschaft und Randale nicht herausstechend in Deutschland: „Bei jedem Verein gibt es doch solche Fans, nicht nur in einem Klub. Das ist doch in der Bundesliga flächendeckend so.“

EURE MEINUNG: Seht ihr den Ausschluss genauso kritisch?

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2011 wurde Dresden nach Randalen in der Pokal-Partie bei Borussia Dortmund gewarnt, dass bei Wiederholung solcher Vorkommnisse ein Ausschluss des Vereins aus dem Pokal in Betracht gezogen wird. Innerhalb einer Woche kann der Verein gegen das Urteil in Berufung gehen.

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