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Der FC hat einen neuen Publikumsliebling: Der fleißige Anthony Ujah belohnte seine Leistung gegen Bochum mit einem Doppelpack und verzückte Köln mit seinem Tortanz.

Köln. Das Bild vom vor der Gästekabine verharrenden Chong Tese in Zivil hatte nach Abpfiff durchaus Symbolcharakter am gestrigen Freitagabend. Während der Nordkoreaner seine ehemaligen Kollegen vom VfL Bochum abklatschte, gab ein lächelnder Anthony Ujah fleißig Interviews in den Katakomben des RheinEnergieStadions. Nach seinem Doppelpack, der VfL-Coach Karsten Neitzel seine erste Niederlage als Cheftrainer beim Club von der Castroper Straße bescherte, war er der gefragte Mann vor den TV-Kameras.

Stürmer werden an Toren gemessen“

War Chong Tese noch erste Wahl in Stanislawskis Startelf zu Saisonbeginn, muss der von Volker Finke geholte Mittelstürmer derzeit mit einem Tribünenplatz vorlieb nehmen. Dass er im Winter wahrscheinlich in Richtung Asien zurückkehren wird, ist am Geißbockheim ein offenes Geheimnis.

Die enttäuschenden Auftritte von Torlos-Tese zwangen das FC-Management dazu, doch noch auf dem Transfermarkt aktiv zu werden und in allerletzter Minute den Mainzer Gelegenheitsjoker Ujah an Land zu ziehen, den Jakobs bereits während seiner Zeit in Hannover auf dem Zettel hatte. Nach zuletzt vier Partien ohne Torerfolg wurde der 22-Jährige besonders beobachtet. „Klar, Stürmer werden an Toren gemessen“, weiß auch Kollege Matthias Lehmann. „Aber Anthony arbeitet viel für die Mannschaft und wurde heute dafür gelohnt.“

Hatte die letzten Spiele nicht getroffen, dennoch bin ich selbstbewusst in die Partie gegangen.“

Bereits nach elf Minuten verhalf Ujah den Domstädtern zum 1:0 nach eleganter Vorarbeit von Miso Brecko. „Die frühe Führung war hilfreich“, resümiert der Matchwinner. Auch Matthias Lehmann betont, dass Ujahs Tor der Türöffner für den zweiten Heimsieg der Saison war. „Die erste Halbzeit war gut. Die zweite nicht so, doch Tony (Anthony Ujah, Anm. d. Red.) macht zum Glück das 3:0. Dass wir noch das 3:1 kassieren ist ärgerlich, denn wir wollten zu Null spielen. Doch wegen der zweiten Hälfte sind wir selbst schuld. Nach dem Ergebnis können wir das Wochenende genießen. Es tut gut, zwei Spiele gewonnen zu haben.“

Auch Ujah strahlt, schließlich verabschiedete der Kölner Anhang den zweifachen Torschützen mit standing ovations bei seiner Auswechslung nach 87 Minuten. „Aber selbst wenn wir verlieren, steht das Publikum immer voll hinter uns.“ Einem FC-Fan aus der Südkurve, der einie nigerianische Fahne hochhielt, schenkte er nach Abpfiff sogar sein Trikot. „Ich bin sehr glücklich über meinen Doppelpack, doch am wichtigsten waren heute die drei Punkte. Die frühe Führung war hilfreich. Ich hatte die letzten Spiele nicht getroffen, dennoch bin ich selbstbewusst in die Partie gegangen. Zwei Tore zu erzielen fühlt sich gut an.“

Stanislawski: : „Ich glaube der Regen hörte nach seinem Tanz auf“

Nach dem Tor fiel Ujah nicht nur sichtbar eine große Last vom Herzen, sondern auch ein Jubeltänzchen ein, das Potenzial zum Kult hat. „Mein Jubel ist ein beliebter Tanz aus meiner Heimat. Sieht vielleicht aus wie Gangnam Style“, lacht er. Coach Stanislawski legte auf der Pressekonferenz nach: „Ich glaube der Regen hörte nach seinem Tanz auf.“ Der ehemalige St.-Pauli-Coach zeigte sich erfreut über die Spitzenleistung seines Angreifers. „Er war viel zu passiv in den letzten Spielen und hat sich heute viel besser bewegt. Aber der Tanz wird deshalb nicht ins Trainingsprogramm aufgenommen.“

EURE MEINUNG: Wie viele Tore kann Ujah in dieser Saison erzielen?

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