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2:0 schlugen die Kölner Sechzig München im eigenen Stadion. Holger Stanislawski war trotz des Trauerfalls in der Familie stolz und glücklich, für Maurer wird die Luft dünn.

München. In der Allianz Arena verlor der TSV 1860 München 0:2 gegen den 1. FC Köln. Nach dem Spiel waren die Münchner höchst bedient, die Kölner waren hingegen freudig gestimmt, nach einer schweren Woche, die richtige Antwort gegeben zu haben. Der wackelige Posten von Trainer Reiner Maurerstand direkt nach dem Schlusspfiff nicht zur Debatte. Stattdessen wurden die beiden Schlüsselszenen des Spiels aus Sechziger Sicht klar herausgestrichen. Dass nun aber noch mehr Gegenwind wartet, war allen Beteiligten auf Seiten der Gastgeber klar.

Der Sportchef von 1860 München, Florian Hinterberger, brachte die Probleme seines Teams am heutigen Abend auf den Punkt: „Es gab heute zwei tödliche Szenen für uns. Das war das 0:1 nach zwei Minuten und dann die - ich weiß nicht - umstrittene gelb-rote Karte für Makos. Dann wird es natürlich schwer.“ Es wartet viel Arbeit auf sein Team: „Wir sind in einer schwierigen Situation, ob uns das nun gefällt oder nicht. Da müssen wir jetzt alle an einem Strang ziehen und hart dran arbeiten, um wieder in die Spur zu kommen.“

Wir sind nicht in die Bälle gekommen“

Zu wenig Einsatz wollte Hinterberger den Münchnern nicht unterstellen: „Die Mannschaft hat versucht zu fighten und nach vorn zu spielen, aber es war dann natürlich schwierig, sich Chancen heraus zu spielen.Vor allen Dingen haben wir viel zu wenig aus unseren Standardsituatonen gemacht.“ Eine Vielzahl an Freistössen aus dem Halbfeld und Eckbällen wurden nicht genutzt: „Wenn du in Unterzahl bist, musst du versuchen, über Standards zu kommen, aber da sind wir einfach nicht in die Bälle reingekommen.“

Ich bin enttäuscht“

Der Münchner Torwart Kiraly, der bei beiden Treffern machtlos war, blickt trotz vorübergehender Frustration nach vorn: „Ich bin nicht sauer nach dem Spiel, aber bei dem Ergebnis schon enttäuscht von unserem Spiel. Aber wir müssen weiter nach vorne kämpfen. Heute war keine Kompaktheit und haben viele Lücken gelassen.“ Auch er sah im frühen Platzverweis von Mitspieler Makos das größte Problem des Abends: „Nach der roten Karte sind wir nur hinterher gelaufen und Köln hat clever gespielt.“

Wir müssen in Ruhe weiterarbeiten“

Trainer Rainer Maurer musste ebenfalls bemängeln, dass aus den ruhenden Bällen nicht mehr gemacht wurde: „Wir haben uns viele Standards herausgearbeitet. Die haben aus einem Standard ein Tor gemacht und wir haben bestimmt 12, 13 dagegen, wo wir einfach das Tor nicht machen. Wenn du Zehn gegen Elf aufmachen musst, dann fängst du dir eben einen Konter.“

Nach der Niederlage forderte er intern Ruhe für die nächste Woche: „Wir müssen jetzt in Ruhe weiterarbeiten. Das ist das oberste Gebot. Es wird natürlich außen herum viel Unruhe sein, aber wir müssen uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Wir haben zu hause den Befreiungsschlag nicht schaffen können, aber ich sage auch, dass wir erneut ein unglückliches Spiel hatten.“

Es war ein guter Sieg“

Der Torschütze zum 0:1, Kevin McKenna freute sich nach dem Spiel: „Das ist ein Riesensieg für uns. Die ganze Woche hat die Presse uns richtig unter Druck gesetzt und ich glaube, die Mannschaft hat es gezeigt heute. Es war ein guter Sieg. Wir haben auch gegen zehn Mann in Duisburg gespielt und wir haben versucht durchzukommen – sind es aber nicht, und haben unentschieden gespielt.“ Heute wurden die Tore geschossen, nach beiden Treffern rannten die Torschützen direkt zu Stanislawski: „Wir wollten ihm zeigen, dass wir und der Verein zusammenstehen, auch durch diese schwierige Woche hindurch.“

Ein sehr bewegender Tag heute“

Holger Stanislawski kam erst heute am Nachmittag in München an, weil er aus familiären Gründen nach Hamburg musste, wie er nach dem Spiel erklärte: „Es ist heute ein ganz besonderes Spiel. Heute morgen um ein Uhr habe ich noch meinen Schwiegervater begleiten dürfen auf seinem letzten Weg.“ Sichtlich gerührt sagte er weiter: „Deswegen bin ich auch stolz auf meine Spieler, was sie geleistet haben. Ein sehr bewegender Tag heute, sehr emotional für mich. Wir haben jetzt eine Woche richtig auf die Schnauze gekriegt in Köln und sind persönlich auch richtig schön abgestraft worden, aber wir vertrauen dieser jungen Mannschaft bedingungslos und gehen unseren Weg konsequent weiter.“

 

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