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Die „Eisernen“ konnten sich mit dem Sieg gegen die „Geißböcke“ aus der Krise ballern. Der Kapitän ging vorne weg und machte das Tor. Die Kölner hingegen steckt tief unten fest.

Berlin. Auch nach dem Spiel war Torsten Mattuschka noch der Chef im Stadion An der Alten Försterei. Als der Kapitän von Union Berlinsich vor den wartenden Journalisten aufstellte, fauchte ein Kameramann eine Reporterin an, sie solle ihm endlich aus der Optik gehen. „Ruhig, ganz ruhig“, beschwichtige Mattuschka mit eindringlichem Blick den Kameraträger - und es ward Ruhe. Zumindest hier.

Draußen, im Stadion, herrschte zu dieser Zeit noch immer ein hoher Lärmpegel. Die Fans in Köpenick hatten beim 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln endlich wieder ein richtiges Union-Spiel gesehen: Früh hatten die Berliner durch einen verwandelten Foulelfmeter von Timo Bröker 0:1 zurückgelegen (3.), sich anschließend ins Spiel hinein gekämpft, das 1:1 durch ein kurioses Tor nach einer wahren Ball-Odyssee durch Silvio erzielt (27.). In der zweiten Halbzeit hatten wieder die Kölner den besseren Start, doch Kapitän Mattuschka wies seinen Mannen den Weg aus der Umklammerung. Nervenstark vollendete er einen schönen Konter (56.).

Und nun stand Mattuschka vor den Reportern und sprach viel von Erleichterung, von dem „Riesenstein“, der vom Herzen gefallen sei, von einer „Riesenreaktion“ der Mannschaft nach dem frühen Rückstand. Es hatte die sechste Partie ohne Sieg gedroht, die fünfte Niederlage in Folge. „Doch nach dem 0:1 waren wir aggressiv“, sagte Mattuschka: „Wenn wir so weiter machen, werden wir noch etliche Punkte holen.“

Ein seltsamer Kontrakt

Punkte braucht Mattuschka auch ganz persönlich: Der Vertrag des 31-Jährigen läuft im kommenden Sommer aus. Bis dahin müssen mindestens 24 Punkte auf seinem persönlichen Konto sein, dann verlängert sich der Kontrakt. Ein Einsatz über minimal 45 Minuten gibt einen Zähler. Spielt „Tusche“ eine halbe Stunde, gibt's einen halben Punkt. Seine persönliche Bilanz nach sechs Spielen: 4,5 Punkte. Immerhin.

Nachdem diese spezielle Klausel vor der Saison publik geworden war, fand sich Mattuschka am ersten Spieltag prompt auf der Bank wieder. Seine Zeit bei den „Eisernen“, die 2005 in der vierten Liga begonnen hatte, schien abzulaufen. Doch Mattuschka kämpfte. Seit dem dritten Spieltag steht er wieder in der Startformation. Seit Freitagabend, seit seinem 2:1 im Kellerduell gegen Köln, ist er angekommen in der Saison.

„Warum nicht gleich so?“, fragte Union-Coach Uwe Neuhaus nach dem Spiel lapidar. „Die Art und Weise, wie er als Kapitän vorneweg gegangen ist, das brauche ich in jedem Spiel über 90 Minuten.“

Doch Mattuschka hat nicht nur gelernt, vorneweg zu gehen, er hat auch gelernt, einen Schritt zurück zu machen. Zwar war er gegen Köln mit vier Torschussvorlagen wieder der beste Vorbereiter der Unioner, doch teilte er sich diesen Platz mit dem erst 19-jährigen Björn Jopek. Er überlässt ihm den Vortritt bei vielen Standards. „Tusche hat das Vertrauen in ihn“, sagte Neuhaus - und der Coach scheint wieder das Vertrauen in Mattuschka zu haben.

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