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Ein Initiator des Falls Pezzoni meldete sich zu Wort. Der Mann gab Frustration als Motiv für sein Vorgehen an. Reue zeigte der Mann nicht, sein Ziel hat er erreicht.

Köln. Der Fall Kevin Pezzoni schlug große Wellen in den Medien. Der 1. FC Köln löste den Vertrag auf, da der Spieler von „Fans“ der Geißböcke bedroht und gemobbt wurde. Aus Angst um seine Person hatte der Abwehrmann den Verein verlassen. Nun meldete sich der Gründer einer Facebook-Gruppe, die gegen den ehemaligen FC-Spieler gehetzt hatte, in der WDR-Sendung Domian zu Worte. Eine gewisse Zufriedenheit lässt aus dessen Statements heraushören.

„Wollte Anreize setzen“

Der sogenannte Fan rief in der Call-in-Sendung am Donnerstagabend an und wollte seine Sicht der Dinge darstellen. Der junge Mann bekannte sich, der Urheber der Facebook-Gruppe „Kevin Pezzoni aufmischen“ zu sein. Die Idee für diese Aktion ist ihm nach der Niederlage der Kölner in Aue gekommen.
„Ich war ein bisschen frustriert. Da kam mir die Idee, ein paar Anreize zu setzen, um die Spieler darauf hinzuweisen, dass das in dieser Form nicht geht, sich so lasch zu präsentieren, dass man nicht kämpft, nicht läuft und den letzten Willen nicht zeigt“, sagte der 21-Jährige, der sich bei Domian „Benny“ nannte, wie der Express berichtet.

Alles nur Worte

Der Gründer meldete sich bei Domian, da ihn die gesamte Situation sehr belaste. Als sogar zur Gewalt aufgerufen wurde, soll der 21-Jährige die anderen Gruppenmitglieder ermahnt haben. Zudem versichere er, dass Drohungen nur gepostet worden seien, als er auf der Arbeit war und so nichts für die Hetze könne. Als der Moderator ihn auf seine Naivität hinwies, rechtfertigte er sich folgendermaßen: „Ich sage mal so, das war auch alkoholbedingt.“

Keine Reue, eher Zufriedenheit

Dass der Spieler nun nicht mehr beim FC unter Vertrag steht, macht dem Initiator nicht gerade traurig, sondern im Gegenteil. „Das Resultat als solches ist aus meiner Sicht nicht verkehrt, aber wie es zustande gekommen ist, hätte man natürlich anders lösen können“, so „Benny“.

Zudem wird deutlich, dass der Mann der Kölner Hooliganszene angehört. Er prahlte, dass er einmal gemeinsam mit weiteren FC-Anhängern Leverkusen- und Gladbach-Fans „Feuer unterm Arsch gemacht“ hat. Er ließ im weiteren Verlauf des Interviews durchblicken, dass er die Personen kenne, die dem Spieler vor seinem Haus aufgelauert haben. Als „Benny“ dann ansetzte seine „Kollegen“ zu grüßen, wurde das Gespräch abgebrochen.

Medien sind Schuld

Der Anrufer sieht sich nun als Sündenbock, da er mit rechtlichen Schritten rechnen muss. Er schiebt den Schwarzen Peter weiter an die Medien, die „Öl ins Feuer gegossen“ hätten. Die Facebook-Gruppe wurde gesperrt und sowohl Pezzoni als auch der Verein haben bereits Strafanzeige gegen die Gruppe gestellt. Daher ist es wahrscheinlich, dass sich der Initiator nun vor Gericht verantworten muss.

UPDATE: Verein will Initiator ausschließen

Der 1. FC Köln hat den Initiator der Facebook-Kampagne "Pezzoni & Co. aufmischen" gegen seinen ehemaligen Spieler Kevin Pezzoni identifiziert und bestraft. "Es handelt sich um ein FC-Mitglied, gleichzeitig Vorsitzender eines kleineren Fanklubs. Wir haben gegen diese Person ein sofortiges Mitgliederausschlussverfahren in Gang gesetzt", erklärte Kölns Vorsitzender der Geschäftsführung, Claus Horstmann, auf der Website des Vereins.

EURE MEINUNG: Was haltet ihr von diesem Vorgehen? Wie sollte die Strafe für den Gründer und die Mitglieder der Gruppe ausfallen?
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