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Fans, Experten, Beobachter – in wenig ist man sich in Köln mehr einig als darin, dass Köln noch einen Stürmer braucht. Köln-Korrespondent Daniel Uebber sieht das anders.

Köln. Chong Tese, Mikael Ishak, Thomas Bröker, Kacper Prcybylko – das sind die Stürmer, die den 1. FC Köln wieder in die Bundesliga schießen sollen. Viele Fans und Experten kritisieren die Transferpolitik des FC und werfen den Verantwortlichen vor, dieses Quartett habe nicht die Klasse, die Kölner unter die ersten Drei zu schießen. Ich bin jedoch der Meinung: Abwarten! Nach zwei Spieltagen ein Urteil zu fällen, ist mehr als verfrüht – und ein Blick auf die Statistiken macht Mut! Ishak, Tese und Bröker haben durchaus das Zeug, 10 bis 15 Tore zu schießen – wie sie es ja selbst angekündigt haben. Kacper „Pritsche“ Prcybylko wird dagegen wohl nur sporadisch zum Einsatz kommen.

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Den „etablierten“ Stürmern vertrauen

Der Effzeh hat keine derart schlechten Stürmer, wie derzeit oft behauptet wird. Sicher: das kölsche Stürmerquartett wird nicht in die FC-Geschichte eingehen – aber es ist unfair, zu sagen, die vier wüssten nicht, wo das Tor steht. Chong Tese erzielte, ehe er zum FC wechselte, 10 Tore in 25 Spielen für den VFL Bochum in der Saison 2010/2011. Dafür benötigte der Koreaner 25 Spiele, in denen er 20 mal 90 Minuten durchspielte. Thomas Bröker traf in der vergangenen Saison ebenfalls zehn Mal – für die Düsseldorfer Fortuna. Hier hatte Bröker also einen entscheidenden Anteil am Aufstieg des rheinischen Rivalen, vor allem, weil er auch in der Relegation gegen Berlin traf. Diesen beiden Spielern nun also abzusprechen, sie könnten „knipsen“, ist nicht gerecht: Es entspricht einfach nicht der Wahrheit. Vielleicht ist der Vorwurf aber auch der Spielweise der beiden Stürmer geschuldet: Von einem Knipser erwartet man, sich im Strafraum aufzuhalten, in Ulf-Kirsten-Manier Flanken zu verwerten oder á la Mario Gomez da zu stehen, wo man stehen muss, um Abpraller abzustauben.

Bröker und Tese allerdings haben andere Stärken: Bröker mit dem Rücken zum Tor als Spieler, der den Ball ablegen kann oder selbst auch mal aus der Distanz abzieht. Tese als technisch versierter Konterspieler, der auch in der Luft weiß, wie man mit dem Ball umgeht. Dass beide in den ersten zwei Spielen auch schon Großchancen vergeben haben, ist zwar ärgerlich – es bedeutet aber nicht, dass die Spieler schlecht sind. Geben wir ihnen die Zeit, die sie noch brauchen, um sich noch besser abzustimmen – dann treffen die beiden auch aus dem Spiel heraus.

Hoffen auf die Jugend

Mikael Ishak und Kacper Przybylko dagegen haben noch nicht gezeigt, dass sie echte Knipser sind. Aber kein Wunder – beide Spieler sind mit ihren 19 Jahren auch noch sehr jung. Kacper Przybylko spielte bisher sogar noch gar nicht im Profiteam des 1. FC Köln – der Schwede Mikael Ishak hingegen durfte schon in der Bundesliga ran. Den beiden jungen Stürmern könnte die Zukunft in Kölns Angriff gehören. Vor allem Ishak, der sich in der Vorbereitung treffsicher zeigte, dürfte ein Startelf-Kandidat für die nächsten Spiele sein. Er kommt über seine Dynamik ins Spiel, ist schnell und hat einen harten Schuss – es wäre kein Wunder, wenn Ishak am Wochenende gegen Unterhaching auflaufen würde.


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