thumbnail Hallo,

Nach dem Remis-Auftakt gegen Paderborn waren die Herthaner vor allem mit ihrer Moral zufrieden. Spielerisch lief in der neu-formierten Truppe allerdings noch nicht alles rund.

Berlin. Am Freitagabend startete Absteiger Hertha BSC gegen den SC Paderborn 07 das Projekt „Wiederaufstieg“. Nach 90 Minuten trennten sich die Berliner vom Überraschungsteam der letzten Zweitligasaison mit 2:2. Ein Ergebnis mit dem nach dem Spiel die Paderborner, aber auch Hertha-Coach Jos Luhukay leben konnten. Der Holländer sah zwar, dass die Mannschaft des Wiederaufstiegskandidaten spielerisch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, aber Moral gezeigt hatte. 

Luhukay sieht sein Team in der Entwicklung und fordert Geduld

Mit seinen Wechseln hatte der Holländer zumindest schon mal ein glückliches Händchen bewiesen. Mitte der zweiten Halbzeit brachte Luhukay Ramos und Ronny für Beichler und Kluge, die in südamerikanischer Co-Produktion den Ausgleich besorgten: Ramos umkurvte vor dem gegnerischen Strafraum zwei Paderborner, ehe er den Ball zu Ronny steckte. Der Brasilianer ließ seinerseits noch einen Gegner aussteigen und zog dann trocken zum 1:1 ab (64.). Zwei Minuten vor Schluss, als Hertha erneut zurücklag, steuerte Ronny mit einem scharfen Freistoß, den Paderborns Keeper Kruse nicht kontrollieren konnte, den Assist zu Allaguis Abstauber zum 2:2 bei.

Gäste-Trainer Stephan Schmidt erkannte später auf der Pressekonferenz richtig: „Mit den Wechseln der Berliner kam Qualität.“ Auch Luhukay lobte, vor allem Ronny: „Er hat Akzente gesetzt und einen hervorragenden Ausgleich gemacht.“ Allerdings war dem Neu-Berliner auch klar, dass vieles noch nicht optimal lief. Darum bat Luhukay vor allem um eins: „Geduld“. Dass die Herthaner nicht wie zuletzt in der Vorbereitung im 4-4-2 mit den beiden Stürmern Allagui und Kachunga aufgelaufen war, erklärte Luhukay mit der noch fehlenden Stabilität im Mittelfeld. Vor allem nach der guten Anfangsphase ging die spielerische Struktur der Hauptstädter zunehmend verloren und boten sich den Gästen immer wieder Räume für gefährliche Gegenstöße.



Befragt, warum Elias Kachunga als Gewinner der Vorbereitung nicht als zweite Spitze neben Allagui auflief, antwortete Luhukay: „Wir müssen als Mannschaft Stabilität und ein Stück Sicherheit finden. Ich gehe davon aus, dass die meisten Gegner mit nur einer Spitze und einem verstärkten Mittelfeld auflaufen. Meines Erachtens können wir noch keinen zweiten Stürmer bringen, weil wir dann im Mittelfeld Räume bieten und in Unterzahl spielen. Die Mannschaft ist noch am Anfang ihrer Entwicklung und noch nicht soweit, dass sie mit einem Zweimann-Mittelfeld gegen drei Mann bestehen kann. Wir werden uns in den nächsten Monaten aber noch verbessern und noch konsequenter in der Offensive zu Werke gehen können.“

„Die Spieler sind auf einem guten Weg“

Noch viel Arbeit also für Luhukay, der mit den Ergebnissen seiner bisherigen Arbeit aber nicht unzufrieden wirkte. „ Ich weiß, das wir in der spielerischen Komponente noch Luft nach oben haben. Man darf nicht vergessen, dass heute ein fast neu formierte Mannschaft auf dem Platz stand, die heute gegen Paderborn gewinnen wollte. Das ist uns heute zur Hälfte gelungen, beim nächsten Heimspiel müssen wir noch zulegen, um uns dann als Siegerteam von den Fans zu verabschieden.“ Insgesamt kam er zu dem Schluss: „Die Spieler sind auf einem guten Weg.“

Etwas fragwürdig blieb die Elfmeterentscheidung von Schiri Aytekin, als Paderborns Thomas Bertels in der 85. Minute nach einem Pressschlag gegen Roman Hubnik im Strafraum zu Fall kam. „Eine harte Entscheidung“, schätzte Luhukay Szene ein. „Da haben wir ein bisschen Pech gehabt“, befand auch Mittelfeldmann Peer Kluge nach dem Spiel gegenüber Goal.com. „In der zweiten Halbzeit sind wir aber sehr gut zurückgekommen.“

Gemeinsam mit Peter Niemeyer und Fabian Lustenberger hatte Kluge das zentrale Mittelfeld gebildet und etwas überraschend hinter der einzigen Spitze Sami Allagui agierte. „Ich sollte den Sami unterstützen. Der Trainer hat das mit uns besprochen und wir standen alle dahinter“, sagte Kluge den Journalisten nach dem Spiel. Mit der Einstellung seines Teams zeigte sich der Ex-Schalker ebenfalls zufrieden: „Wir hätten uns sicher die drei Punkte gewünscht, aber von der Moral her und wie wir die Rückstande zu schlechten Zeitpunkten aufgeholt haben, muss man sagen, dass die Mannschaft intakt ist und das toll gemacht hat“, sagte Kluge abschließend.

Fabian Lustenberger teilte die Einschätzung von Trainer und Mitspieler: „Ich glaube, dass wir noch nicht bei 100% sind, aber auf einem guten Weg. Wir haben heute Moral bewiesen, eine wichtige Tugend. Jetzt geht’s darum, dass wir spielerisch noch besser werden und dann Spiele gewinnen“, sagte Lustenberger gegenüber Goal.com. Als einer der dienstältesten Herthaner, der um die letztjährige Auswärtsstärke seiner Mannschaft weiß, blickte der Schweizer bereits auf das anstehende Spiel beim FSV Frankfurt nächste Woche: „Es ist ein Auswärtsspiel. Wir werden unsere Chancen kriegen, wenn wir uns optimal auf Frankfurt vorbereiten.“

EURE MEINUNG: Schafft Hertha BSC diese Saison den Wiederaufstieg?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig