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Auch wenn die Defensive bekanntermaßen Titel gewinnt: Ohne Tore geht es auch nicht in Richtung Bundesliga. Goal.com hat die Sturmreihen von fünf Aufstiegskandidaten verglichen.

Berlin. Am Freitagabend beginnt der Kampf um die Aufstiegsplätze. Vor allem die drei Absteiger Hertha BSC, der 1.FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln werden dann versuchen, den postwendenden Weg zurück ins Fußballoberhaus einzuschlagen. Daneben könnten auch St. Pauli und 1860 München wieder oben mitmischen. Goal.com hat die Sturmreihen der fünf Teams in Sachen Erfahrung und Effizienz verglichen.

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Hertha BSC - Allagui und Kachunga wecken Hoffnungen

Absteiger Hertha BSC verkündete am 19. Juli die Triple-Verpflichtung von Sami Allagui, Sandro Wagner und Flügelspieler Ben Sahar. Abgesehen von der Hauptbotschaft: Wir rüsten unsere Offensivabteilung auf, konnte das zwischen den Zeilen auch nichts anderes bedeuten als: Wir wollen den direkten Wiederaufstieg, unbedingt und mit vielen Toren.

Während Hertha mit Thomas Kraft im Tor und Spielern wie Niemeyer, Lustenberger und Kluge im  Mittelfeld erstklassig besetzt ist, galt der Sturm mit dem mittlerweile aussortierten Marco Djuricin als klar unterbesetzt für die eigenen Ambitionen. Mit Elia Kachunga wurde ein Perspektivspieler verpflichtet, der gleich zum Gewinner der Vorbereitung avancierte. Aber außer Adrian Ramos, dessen erhoffter Transfer sich hinzieht wie zäher Kaugummi, fehlte den Blau-Weißen noch ein schlagkräftiger Angreifer.



Wenige Tage vor dem Startschuss verfügt die „alte Dame“ mit Kachunga, Ramos, dem zweitliga-erfahrenen Sami Allgui und dem zuletzt in Kaiserslautern glücklosen Sandro Wagner zum Saisonauftakt über vier Stürmer, die für das Projekt „Wiederaufstieg“ allemal qualifiziert sein dürften. Zum Rückrundenbeginn wird auch Pierrre-Michel Lasogga aller Voraussicht nach wieder fit sein. Zusammengenommen ist das eine geballte Offensiv-Kraft, die die Berliner automatisch zum Aufstiegskandidaten macht.

Mit 0,23 Toren im Schnitt pro Bundesligaspiel sind die Berliner Sturmreihen zahlenmäßig die stärksten, haben also in gut jedem fünften Bundesligaspiel getroffen. Auch die durchschnittlich rund 0,4 Zweitligatore pro Partie sind konkurrenzfähig.

Hertha BSC Bundesligaspiele / Tore 2. Liga / Tore
Sami Allagui
47 / 14
81 / 30
Elias Kachunga 2 / 0 -
Adrian Ramos
60 / 16
33 / 15
Sandro Wagner 45 / 5 36 / 12
Pierre-Michel Lasogga 32 / 8 25 / 13
Insgesamt 186 / 43 184 / 72
 Ø Tore pro Spiel  0,23 0,39

1. FC Kaiserslautern - Mit Mo, Bunjaku und Shechter kann es klappen

Ähnlich wie die Hauptstädter haben die Pfälzer bei ihren Transferaktivitäten darauf geachtet, Spieler zu holen, die wissen, was ansteht. Der erste Absteiger der letzten Saison hat mit viel Bundesligaerfahrung aufgerüstet: Mit Albert Bunjaku und Mo Idrissou kamen zwei erprobte Bundesliga-Stürmer mit der gemeinsamen Erfahrung von 187 Erstligaeinsätzen und 40 Toren, die in etwa dem Kaliber Allaguis oder Ramos' bei der Hertha entsprechen.



Idrissou ist zwar ein streitbarer Charakter, weiß aber genau, worum es gehen wird: Der Kameruner stieg bereits mit Freiburg, Duisburg und Frankfurt auf, hat über 100 Zweitligaspiele auf dem Buckel. Und mit Itay Shechter steht sogar noch ein international versierter Angreifer bereit, der immerhin fünf Champions League- (ein Tor) und sieben Europa League-Einsätze (zwei Tore) zurückblicken kann und im schwachen Abstiegsjahr mit drei Toren auch noch bester Torschütze war.

Weil sich mit Andrew Wooten und Julian Derstroff auch zwei nicht mehr gänzlich unerfahrene Nachwuchsspieler im Kader finden, sind die Pfälzer Sturmreihen auch in der Breite gut aufgestellt und könnten die richtige Mischung haben, um um die ersten drei Plätze mitzuspielen. Im Schnitt 0,37 Zweitligatore pro Spiel sind nach Berlin der beste Wert.

 1. FC Kaiserslautern Bundesligaspiele / Tore
2. Liga / Tore
Albert Bunjaku 48 / 13
17 / 2
Mo Idrissou 139 / 27
103 / 39
Julian Derstroff 12 / 1
-
Itay Shechter 23 / 3
-
Ilian Micanski 10 / 1
15 / 9
Andrew Wooten 7 / 1 -
Kwame Nsor - -
Insgesamt 239 / 46 135 / 50
 Ø Tore pro Spiel 0,19 0,37

1. FC Köln - Kein „Nova“-Ersatz weit und breit

„Auf den Gedanken, dass wir da zulegen müssten, kann man kommen“, sagte erst am Mittwoch Kölns „Transfermanager“ Jörg Jakobs dem Express. Gemeint war nichts anders als der Kölner Sturm, der ohne den Abgang von Lukas Podolski und dem bevor stehenden von Milivoje Novakovic mit Thomas Bröker zwar über einen zweitligaerfahrenen Mann verfügt, der wohl aber vorwiegend im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen wird. Auch Chong Tese kennt die zweite Liga, ohne bei seinen Einsätzen immer zu überzeugen. Ob das reichen wird?



Dass Novakovic' Abgang den Etat zwar entlastet, dafür aber auch eine große Lücke hinterlässt, zeigen die bloßen Zahlen. Ohne Novakovic kommt Kölns Angriff auf lediglich auf die Erfahrung von 15 Bundesligaspielen, ohne einen einzigen Treffer. Ionita, Ishak und Przybyłko haben weder in der ersten noch zweiten Liga regelmäßig gespielt. Wenn man davon ausgeht, dass der Slowene die Domstädter schon bald verlässt, stellen die Kölner Stürmer in Sachen erster als auch zweiter Liga den schwächsten Sturm mit 0 bzw. oder nur 0,12 Toren im Schnitt pro Spiel.

Ohne einen einzigen Stürmer, der Novakovic' Abgang in Ansätzen auffängt, dürfte es schwer werden mit dem Wiederaufstieg. Ob Chong Tese oder Mikael Ishak, die in den Tests abwechselnd als einzige Spitze vor dem im Mittefeld agierenden Bröker spielten, sich noch dazu mausern, steht in den Sternen - und damit auch, wie der FC abschneiden kann. Mehr Hoffnung macht da das Mittelfeld mit dem durchaus torgefährlichen Adil Chihi.

1. FC Köln  Bundesligaspiele / Tore
2. Liga / Tore
Thomas Bröker -
 239 / 20
Alexandru Ionita 8 / 0
-
Mikael Ishak 2 / 0
-
Chong Tese 5 / 0
39 / 14
Kacper Przybyłko -
-
Insgesamt 15 / 0 278 / 34
Ø Tore pro Spiel (ohne „Nova“)
0,0 0,12
Milivoje Novakovic 108 / 44 58 / 30
Insgesamt 123 / 44 336 / 64
Ø Tore pro Spiel
0,36 0,19

St. Pauli - Die Zweitliga-Spezialisten

Dass Fortuna Düsseldorf es diesen Sommer in die Relegation gegen Hertha BSC schaffte und nicht St. Pauli lag am Ende an nur vier Toren. Auch dieses Jahr könnten die Kiez-Kicker sich wieder in den Aufstiegskampf mit einmischen, denn kein anderes Team verfügt mit insgesamt 442 Zweitliga-Partien auch nur ansatzweise über die Menge an spezieller Erfahrung wie die Paulianer.



Coach Andre Schubert musste zwar den Abschied von 14 Spielern, darunter auch Max Kruse, verkraften, hat aber immer noch jede Menge Routine in seinen Reihen. Alleine Marius Ebers hat 245 Partien im Unterhaus bestritten und auch Fin Bartels und Mahir Saglic (davor VfL Bochum und Paderborn) sind alles andere als Neulinge. Selbst der aus Dortmund geliehene Daniel Ginzcek kommt als „grünster“ unter den Stürmern auf 29 Spiele in Liga zwei, in denen er für Duisburg auflief, und ordentliche fünf Treffer.

Einzig die Oberhaus-Bilanz weist Mängel auf, weil St.Paulis Sturmreihen in der Bundesliga durchschnittlich nur in jedem zehnten Spiel trafen (Ø 0,08). Für den Kampf um einen der ersten drei Plätze in Liga zwei dieses Jahr könnte es aber durchaus reichen.

FC St. Pauli Bundesligaspiele / Tore
2. Liga / Tore
Fin Bartels
50 / 6
 90 / 16
Marius Ebers 77 / 6
245 / 98
Daniel Ginczek -
29 / 5
Mahir Saglic 15 / 1
78 / 23
Lennart Thy 5 / 0
-
Insgesamt 147 / 13
442 / 142
Ø  Tore pro Spiel 0,08 0,32

1860 München - Lauth und Blanco sollen es richten

Die Münchner Löwen haben nach der erfolgreichen letzten Saison mit Platz sechs personell gut nachgelegt - allerdings vorwiegend in der Defensive und im Mittelfeld, beispielsweise mit EM-Fahrer Grigoris Makos, dem Premier League-erfahrenen Moritz Volz oder dem Ex-96er Moritz Stoppelkamp.



Im Sturm kam lediglich ein erfahrener Mann, um die Planstelle neben Kapitän Beni Lauth zu besetzen: Der argentinische Neuzugang Ismael Blanco hat zwar noch nie in einer deutschen Liga gespielt, dafür aber 129 Partien in der griechischen Superleague bestritten (56 Tore) sowie 19 Europa League-Partien (sechs Tore) absolviert. Ein erfahrener Profi also, der im deutschen Unterhaus den Weg zum gegnerischen Tor finden dürfte.

Gemeinsam mit Lauth könnte Blanco ein zweitligataugliches Sturmduo geben, das Tore garantiert, wenn beide unverletzt bleiben. Denn: Gleichwertige Alternativen gibt es keine mehr. Jais und Ziereis haben kommen aus der Regionalliga und Vollmann hat 13 Drittligaspiele (ein Tor) auf seiner Karteikarte stehen. Nur wenn das große Verletzungspech ausbleibt, wird 1860 bis zum Ende oben mitspielen können.

1860 Bundesligaspiele / Tore
2. Liga / Tore
Benjamin Lauth
140 / 33
 130 / 48
Ismael Blanco
-
-
Korbinian Vollmann
-
-
Daniel Jais -
-
Markus Ziereis -
-
Insgesamt 140 / 33
130/ 48
Ø Tore pro Spiel
0,08 0,36

Hertha und der FCK Favoriten, dahinter viele Geheimtips

Neben diesen fünf Teams sollte man wohl auch die Überraschungsmannschaft der letzten Saison, den SC Paderborn 07 sowie Eintracht Braunschweig, Union Berlin und die früheren Bundesligisten MSV Duisburg, Energie Cottbus oder den VfL Bochum auf dem Schirm haben. Hertha BSC und der FCK dürften mit ihren bereits erstliga-erfahrenen Sturmreihen mit die besten Karten haben. Köln wird wohl nur mit namhafter Verstärkung eine wirkliche Chance haben, wohingegen St.Pauli auf sehr viel ligenspezifische Routine setzen kann.

Überblick | Die Sturmreihen der Aufstiegskandiaten

Team
Bundesligaspiele / Tore
Zweitligaspiele / Tore
Hertha BSC 186 / 43 184 / 72
1. FC Kaiserslautern
239 / 46
135 / 50
1. FC Köln 15 / 0 278/ 34
St. Pauli 147 / 13 442/ 142
1860 München 140 / 33 130 / 48


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