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Lahm: Rücktritt schon 2013 beschlossen

Lahm hat seinen DFB-Rücktritt ausführlich erklärt, er wolle sein Leben selbst in der Hand haben und sich nicht durch Zufall diktieren lassen. Mit Löw habe es keinen Streit gegeben.

München. Der Rücktritt von Philipp Lahm aus der Nationalmannschaft war offenbar von langer Hand geplant. Der Ex-Kapitän hat sich laut eigener Aussage schon 2013 unabhängig vom möglichen Titelgewinn entschieden, er wollte sich nicht mehr den Zufällen der Sportwelt unterordnen.

In der Zeit schrieb der 30-Jährige, er wolle sich nicht "vom Leistungssport treiben lassen. Mein Leben gehört mir." Vor allem das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea 2012 habe ihm gezeigt, wie sehr sich Sportler "in einer ständigen Abhängigkeit von Zufällen und von Dingen, die wir nicht beeinflussen können" befinden: "Manches ist einfach auch Glück."

Daher habe er nach dem Triumph in der Königsklasse ein Jahr später gegen Borussia Dortmund entschieden, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich seinen Abschied aus dem DFB-Team nicht durch einen möglichen Zufall diktieren zu lassen: "Das heißt: Entscheidungen treffen, bevor sie mich einholen."

Deshalb entschloss sich der Defensivmann bereits im Herbst 2013 dazu, nach der WM in Brasilien seine Nationalmannschaftskarriere zu beenden - egal, ob mit Titel oder ohne. "Ich wäre auch zurückgetreten, wenn wir ohne diesen Triumph nach Hause gefahren wären", stellte Lahm klar.

Voller Fokus auf den FC Bayern

Stattdessen wolle er sich jetzt voll auf seine Führungsrolle in München konzentrieren und zudem beim DFB-Team den Weg für andere frei machen: "Nun kommt die nächste Generation in die Verantwortung, die Jungs sind teilweise acht, neun Jahre jünger als ich und müssen einen eigenen Anführer in ihrer Gruppe finden, den sie respektieren und mit dessen Unterstützung sie sich noch weiter entwickeln."

Abschließend räumte er darüber hinaus mit dem Gerücht auf, er sei wegen Meinungsverschiedenheiten mit Bundestrainer Joachim Löw zurückgetreten. Einige Medien hatten berichtet, dass Lahm in Brasilien lieber durchgehend im Mittelfeld gespielt hätte: "Für mich spielte es überhaupt keine Rolle, auf welcher Position ich meine Mannschaft unterstütze."

Zwar habe er als Kapitän immer seine Meinung einbringen können, "es geht jedoch nicht darum, auf Teufel komm raus etwas durchzusetzen. Kapitän zu sein bedeutet ein ständiges Wechselspiel zwischen einbringen und zurücknehmen. Diese letzten Wochen waren der Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen Jogi Löw und mir."

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