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Unions Mattuschka über WM-Fahrer Christoph Kramer: "Nicht nur ein Malocher"

Goal hat bei Christoph Kramers "Lieblingsspieler" Torsten Mattuschka nachgefragt: Unions Mittelfeldmann über Kramers Qualitäten und Gänsehaut bei Freistößen.

Berlin. Am Ende war es kaum mehr eine Überraschung: Mittelfeldspieler Christoph Kramer hat es in den 23-Kader der Deutschen Nationalmannschaft geschafft und reist mit nach Brasilien. Mit Pferdelunge überzeugte Gladbachs Sechser in den vergangenen Wochen Joachim Löw von seinen Qualitäten. Dabei ist Kramer mehr als nur ein Kilometerfresser, sondern bestach auch durch gute Übersicht: In der Bundesliga lag seine Passquote beispielsweise bei 88 % (Quelle: Opta).

Hat der Nationalspieler Vorbilder? In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel outete sich Kramer als Fan von Union Berlins Thorsten Mattuschka: "Er versteht Fußball unheimlich gut. Wenn ich mir im Fernsehen ein Spiel von Union anschaue, denk’ ich oft: Da muss der Ball jetzt hin. Und wenn Mattuschka am Ball ist, kommt der Ball auch genau dahin", schwärmte der 23-Jährige.

Goal hat bei Kramers Lieblingskicker nachgefragt und sprach mit Mattuschka über den Gladbacher WM-Fahrer, Unions "WM im Wohnzimmer" und Gänsehaut bei Freistößen.

Herr Mattuschka, DFB-Novize Christoph Kramer hat Sie vor Kurzem als Lieblingsspieler bezeichnet, dessen spielerische Qualitäten er schätzt. Ein schönes Kompliment?

Mattuschka: Das ist natürlich eine riesige Ehre für mich, dass ein Bundesligaspieler meine Spielweise schätzt. Daran sehe ich auch, dass es nicht ganz schlecht ist, was ich so auf dem Rasen veranstalte. Der Christoph hat Ahnung von diesem Spiel - (lacht) die 5 Euro für sein Interview bekommt er noch von mir.

Kramer hat nun den Sprung in den 23-Kader geschafft: Welche Qualitäten wird er dem DFB-Team in Brasilien bringen?

Mattuschka: Christoph wird sich buchstäblich den Hintern aufreißen für unser Land. Ich glaube, ihm würden die schwierigen Bedingungen leichter fallen als anderen Spielern, denn er ist nicht nur Malocher, sondern kann auch richtig gut kicken. Fakt ist, für ihn ist das natürlich eine riesige Chance, und ich bin mir sicher, dass er auch kein Problem hat, auf internationaler Ebene zu bestehen.

Welchen Ratschlag würden Sie ihm auf dem Weg nach Brasilien mitgeben?

Mattuschka: Ich glaube nicht, dass ich ihm irgendein Ratschlag geben kann, denn der Junge ist klar im Kopf und weiß selber, was er will. Das Einzige, was ich ihm raten würde wäre, dass er sich nicht selbst unter Druck setzen soll, sondern das Ganze einfach genießen und sein Ding auf dem Platz machen soll. Er soll nicht vergessen, dass er zur Elite Deutschlands gehört, sonst wäre er nicht bei Jogi. Ich hoffe, dass er diese Unbekümmertheit auch bei der WM hat, denn das würde dem ganzen Team gut tun.

Die WM steht direkt vor der Tür. Wie werden Sie sie verbringen?

Mattuschka: Mit Kumpels im Garten, klassisch bei Wurst und Bier!

Union hat die Fan-Aktion "WM im Wohnzimmer" erfunden, bei der die Fans ihre eigenen Sofas ins Stadion bringen. Wieder mal eine Idee "typisch Union", oder?

Mattuschka: Definitiv! Eine riesige Aktion, wie ich finde. Ich werde sicherlich auch mal selbst vorbeischauen und mir die Atmosphäre reinziehen.

Das "Modell Union" wird oftmals mit dem St. Pauli verglichen. Kultclub, Image, ein bißchen "outlaw". Stimmen Sie dem zu oder wie würden Sie Union Berlin abgrenzen?

Mattuschka: Ich denke, die Marken sind schon noch verschieden. Aber wie die Fans zu ihrem Verein stehen, die Identifikation, die Nähe – unabhängig von Erfolgen – das ist schon etwas Einmaliges. Die Fans sind weniger Konsumenten, als vielmehr Teil des Vereins.

Die Fans zelebrieren beispielsweise auch jeden Ihrer Freistöße. Wie fühlt sich das an?

Mattuschka: Gänsehaut pur! Es motiviert total und setzt jedes Mal noch ein paar Extrakörner frei.

Können Sie schon einen Ausblick für die kommende Saison für Union und Sie persönlich geben?

Mattuschka: Es wäre schön, wenn wir eine ähnlich gute Hinrunde wie vergangene Saison spielen, aber dann eine konstante Rückrunde anschließen könnten. Wenn wir oben dabei sein wollen, müssen wir mehr Konstanz zeigen. Allerdings ist jetzt erst einmal vorrangig, wie sich das neue Team zusammensetzt und welche internen Ziele sich daraus formulieren. Als Spieler willst Du immer maximalen Erfolg, doch Konstanz wird die Grundlage dazu sein.

Sie hatten schon ein persönliches Gespräch mit Ihrem neuen Trainer Norbert Düwel. Wie ist Ihr Eindruck?

Mattuschka: Ich habe den Eindruck, er weiß, was er tut und finde ihn dabei sehr sympathisch, locker, einfach angenehm. Allerdings war das Einzelgespräch auch nur eine Stunde – daher freue ich mich schon darauf, ihn jetzt näher kennen zu lernen.

Abschließende Frage: Sie waren Anfang Mai Gast der Verleihungsveranstaltung DEUTSCHER FUSSBALL BOTSCHAFTER. Was halten Sie von der Initiative?

Mattuschka: Ich finde die Idee der Initiative sehr gut. Es ist schön zu sehen, dass insbesondere so viele deutsche Trainer ihr Wissen auf der ganzen Welt weitergeben. Es ist schön, dass dieses Engagement nun entsprechend gewürdigt und auf die Arbeit aufmerksam gemacht wird. Ich hoffe, dass geht noch ein paar Jährchen so weiter …

In exklusiver Zusammenarbeit mit presented by (hier das Interview mit Torsten Mattuschka lesen!)

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