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Dem 29-Jährigen ist in Brasilien eine Führungsrolle zugedacht. Er liebt diese Verantwortung - und will seinen Vereinstiteln endlich auch einen mit der DFB-Elf hinzufügen.

München. "Ich stehe gerne neben ihm auf dem Platz und kämpfe für ihn", sagt Teamkollege Thomas Müller über Bastian Schweinsteiger. Warum? Weil der 101-fache Nationalspieler dafür seinerseits bedingungslosen Einsatz zurück gebe. Und das momentan auf dem Zenit seines Schaffens: "Der Vorteil meiner aktuellen Situation ist, dass das Level an Erfahrung und körperlicher Verfassung ungefähr gleich ist", erklärt Schweinsteiger. "Als Fußballer auf dem Platz ist das die beste und schönste Zeit."

Der 29-Jährige kennt jedoch auch die unschönen Momente. Verletzungen gehören dazu - und Schweinsteiger ließ stets ein beeindruckendes Comeback folgen. Wie jüngst nach den Problemen am Sprunggelenk, die ihn bis Februar drei Monate lang außer Gefecht gesetzt hatten. Seitdem ist er wieder einer der Wortführer im Bayern-Mittelfeld, erzielte überdies wichtige Tore gegen Mainz, Arsenal oder zuletzt beim Viertelfinal-Hinspiel in Manchester. "Aus der Erfahrung, immer wieder von Null beginnen zu müssen, ziehe ich meine Kraft", verweist Schweinsteiger im kicker auf seinen eisernen Willen.

Griff nach der WM-Krone

Dieser Wille trug entscheidend dazu bei, mit dem FC Bayern alle Vereinstrophäen in die Höhe zu stemmen. Im Nationaltrikot wartet Schweinsteiger dagegen noch auf einen Titelgewinn. Zweimal WM-Dritter und Vize-Europameister war er schon - nun will er den ganz großen Wurf: "Der Champions-League- und der WM-Titel sind die beiden größten Titel der Welt. Einen habe ich, den zweiten hätte ich natürlich auch gerne."

Der Druck auf seinen Schultern ist dem gebürtigen Kolbermoorer bewusst. Er nimmt die Erwartungshaltung von ganz Fußball-Deutschland gerne an: "Ich wollte immer in dieser Position sein - verantwortlich für Erfolg und Misserfolg", betont Schweinsteiger, der im Hinblick auf Brasilien enorme Vorfreude verspürt: "Die WM wird ein großer Höhepunkt meiner Karriere."

Ein eingespieltes Team

Sowohl in München als auch bei der DFB-Elf seit Jahren an seiner Seite: Philipp Lahm. Schweinsteiger erläutert die Wirkungskraft dieses Tandems: "Philipp und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team, um, auf und neben dem Platz Stimmungen und Tendenzen zu erkennen und auf Dinge hinzuwirken, die für den Erfolg wichtig sind."

Lahm lobt an seinem Weggefährten derweil vor allem dessen "große Entwicklung" vom unbekümmerten Jungspund zum erwachsenen Führungsspieler. Über die Jahre habe sich eine besondere Beziehung entwickelt: "Wir haben beide zusammen viel durchgemacht, haben das Champions-League-Finale zuhause verloren. Das war sicher noch mal etwas, was uns zusammengeschweißt hat."

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