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DFB-Elf: Keine Mittel gegen Chiles Pressing

Der WM-Test gegen Chile war alles andere als überzeugend. Eine müde Vorstellung der DFB-Elf genügte zu einem schmeichelhaften 1:0 gegen aggressive Südamerikaner.

ANALYSE
Von Constantin Eckner

Die deutsche Nationalmannschaft zeigte sich beim Test gegen Chile nicht überzeugend und gewann vielmehr aufgrund der gegnerischen Abschlussschwäche mit 1:0. Das Team von Joachim Löw hatte vor allem Probleme, dem aggressiven Pressing und der intensiven Spielweise der Chilenen etwas entgegen zu setzen.

Man muss konstatieren, dass es keine Mannschaft gibt, die mit dem chilenischen Nationalteam vergleichbar ist. In höchster Fluidität rotierten sie vor allem in der ersten Halbzeit umher, pressten teilweise mit drei Mann - wenn sich Arturo Vidal dazu gesellte sogr mit vier Spielern - sehr hoch gegen den deutschen Spielaufbau.

Chile bleibt aggressiv – Deutschland trifft

Es war ein ständiger Wechsel zwischen den Formationen zu erkennen. In einer Szene stand Chile im 3-5-2, dann rückte Sechser Francisco Silva nach hinten, während Jean Beausejour nach vorn schob und es entstand ein 4-3-3. Insgesamt war das Konzept von Trainer Jorge Sampaoli auf Variabilität und Druckausübung ausgelegt, womit Löws Team nicht zurecht kam. Trotzdem erzielten die Gastgeber infolge einer schönen Kombination durch Mario Götze den Führungstreffer.

Im Verlauf der ersten Halbzeit wurde Chile mannorientierter und versuchte, mit einer intensiven Zweikampfführung die gegnerischen Akteure aus dem Spiel zu nehmen. Wurde der Ball im Mittelfeld gewonnen, ging es direkt ins Angriffsdrittel, wo die technisch starken Chilenen um Alexis Sanchez zuweilen leicht durch den Defensivverbund der DFB-Auswahl durchkombinieren konnten.

Keine Intensität im deutschen Spiel

Auch nach der Halbzeitpause wurde die Vorstellung der deutschen Mannschaft nicht besser. Entsprechende Anpassungen von Löw waren nicht zu erkennen. Miroslav Klose musste für Andre Schürrle weichen, wodurch Götze oder Mesut Özil abwechselnd das Angriffszentrum besetzten, was personell aber eher zu größerer Ballbesitzdominanz und höherer Passzirkulation passt.

Allerdings war dies auch im zweiten Spielabschnitt nicht der Fall. Weiterhin stand das zentrale Mittelfeld im 4-3-3 zu tief beziehungsweise war zu wenig präsent für Dynamikentwicklung im Zentrum. Denn im eigenen Sechser- und Achterraum erschienen die Chilenen situativ recht offen und diese Schwäche hätte besser bespielt werden können.

Sogleich wurden Potenziale beim Umschalten nicht genutzt. Bei eigenem Ballbesitz standen die Südamerikaner durch die hoch aufgerückten Flügelverteidiger nahezu in einem 3-1-6, sodass Raum im Rücken des Offensivbandes entstand. Gewannen die Deutschen den Ball, wurde der Konterangriff meist nicht stringent zu Ende gespielt. Stattdesen aufgrund falscher Raumbewegungen, einer zu tiefen Stellung der Achter und zu geringer Präsenz der Außenverteidiger häufig vorher abgebrochen, was den Chilenen zum Verschieben hinter den Ball genügte.

Probleme mit hohem Pressing

Dieses Testspiel verdeutlichte, dass die deutsche Auswahl mit dem hohen Pressing und unorthodoxen System Probleme hatte. Es fehlten präzise lange Bälle zum Überspielen der chilenischen Angriffswellen. Zudem standen durch die läuferisch schlechte Leistung selten Akteure während des Spielaufbaus frei. Viele Ballverluste und zahlreiche Angriffe der Südamerikaner waren die Folge. Der Mannschaft um Vidal und Alexis Sanchez fehlen eigentlich nur ein strategischer Sechser, der den Rhythmus und die Ordnung im Mittelfeld noch besser bestimmen könnte sowie eine gewisse Kaltblütigkeit im Abschluss. Trotzdem wird mit dieser Mannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft zu rechnen sein.

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