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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gilt auch bei der WM-Endrunde 2014 als einer der Topfavoriten, wartet aber seit 1996 auf einen Titel bei einem großen Turnier.

Köln. Teammanager Oliver Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke sind in den kommenden Monaten in der deutschen Nationalmannschaft mal wieder als Geschichtenerzähler gefragt. Schließlich können die beiden ehemaligen Profis ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, einen großen Titel zu gewinnen. Denn am 30. Juni 1996 standen der heute 45-jährige Bierhoff und der 51-jährige Köpke in jener deutschen Mannschaft, die im Wembleystadion von London mit einem 2:1 durch Golden Goal gegen Tschechien den bis heute letzten großen Titel für eine deutsche Nationalmannnschaft gewann. Bierhoff ging zudem als erster Golden-Goal-Torschütze in die Geschichte ein.

Doch von der Vergangenheit kann sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nichts kaufen. Nachdem die DFB-Auswahl 2000 und 2004 jeweils bei EM-Endrunden kläglich scheiterte und 2002 die Vize-Weltmeisterschaft in Japan/Südkorea nur ein kurzer Silberstreif am Horizont war, stabilisierte sich der dreimalige Welt- und Europameister ab 2006 wieder und avancierte bei den großen Turnieren für die anderen Spitzenteams wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten.

Mindestens Halbfinale bei den letzten vier Turnieren

Im März 2006 lag das DFB-Team wenige Monate vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land noch auf Platz 22 der FIFA-Weltrangliste, was allerdings daran lag, dass der Gastgeber keine Qualifiaktion spielen musste. Nach dem dritten Platz beim Sommermärchen folgte der Sprung auf Platz sechs. Schlechter war das Team unter Bundestrainer Joachim Löw, der nach der Heim-WM Jürgen Klinsmann als Chefcoach beerbte, seither nie. Nach der WM 2010, die ebenfalls mit dem dritten Platz endete, verbesserte sich die deutsche Elf auf Platz drei. Seither belegt das Team wechselnd den zweiten oder den dritten Platz.

An der Seite von Klinsmann war Löw bei der WM 2006 für die Mannschaft verantwortlich. Bei der EM 2008, der WM 2010 und der EM 2012 war der gebürtige Schwarzwälder Cheftrainer, assistiert von Hansi Flick. Bei allen vier Turnieren kam die Mannschaft mindestens bis ins Halbfinale, wo 2012 einmal mehr Italien Endstation war. Bei den vergangenen vier großen Turnieren war nur Spanien erfolgreicher als das DFB-Team, aber unter dem Strich ist das auch für den 53-jährigen Löw nur ein schwacher Trost.

"Unser Ziel ist der Titel"

Der frühere Profi ist zwar nach 101 Einsätzen auf der deutschen Bank der vom Punkteschnitt erfolgreichste deutsche Bundestrainer/Teamchef, aber eben halt auch ohne einen Titel. Und das soll sich für den Bundestrainer, der seinen Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert hat, im Sommer ändern. Die gelungene WM-Qualifikation mit neun Siegen und einem Unentschieden lassen Löw zufrieden auf das Jahr 2013 und optimistisch in das Jahr 2014 schauen.

"Ich schaue zufrieden zurück, wir haben einen guten Abschluss geschafft, haben in der Qualifikation neun Spiele gewonnen. Wir waren in den entscheidenden Spielen sehr präsent. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht", attestierte Löw seiner Mannschaft und sagte mit Blick auf das WM-Jahr: "Wir zählen sicherlich zu den Mitfavoriten in Brasilien und unser Ziel ist auch der Titel. Aber es gibt einige andere starke Mannschaften, nicht zuletzt Brasilien selbst, die dasselbe Ziel haben."

Löw: Wir brauchen bei Khedira und Co. bei der WM

Abzuwarten bleibt, ob der Bundestrainer im kommenden Jahr wieder alle Mann zur Verfügung hat, nachdem er zuletzt verletzungsbedingt einige Male improvisieren musste. "Wir konnten die Verletzungen von Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan oder zuletzt auch Sami Khedira ganz gut kompensieren. Allerdings ist klar, dass wir diese Spieler im nächsten Jahr in einer Topform brauchen, auch einen Miroslav Klose oder Mario Gomez", sagte Löw mit Blick auf die WM.

Am Zuckerhut müsse sich seine Mannschaft zwar auf außergewöhnliche Umstände einstellen, aber dennoch wolle man im Land des Rekordweltmeisters erneut mit spielerischen Mitteln zum Ziel gelangen. Tugenden wie Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft seien zwar nach wie vor elementar im deutschen Spiel, mit technisch beschlagenen Spielern wie Mesut Özil, Toni Kroos, Marco Reus oder auch Mario Götze wolle man den Gegener aber auch spielerisch in die Knie zwingen. Deshalb betont Löw auch immer wieder, dass die Entwicklung der Mannschaft für ihn der entscheidende Gratmesser sei. Aber auch Löw weiß, dass er am Ende nur an Titeln gemessen wird.

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