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Löw-Team in Brasilien noch nicht in aller Munde

Deutschland sieht sich selbst als Mitfavorit auf den WM-Titel 2014. Aber Erwähnung fand die Mannschaft von Bundestrainer Löw im Vorfeld der WM-Gruppen-Auslosung nicht.

Costa do Sauipe. Lothar Matthäus fühlte sich wie im falschen Film. Deutschlands Rekordnationalspieler und fünfmaliger WM-Teilnehmer war vom Weltverband zu einem von acht Hauptakteuren bei der WM-Gruppen-Auslosung im Badeort Costa do Sauipe bestimmt worden. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag war der 52-Jährige, Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1990, im Vergleich zu anderen Ikonen wie Cafu (Brasilien), Zinedine Zidane (Frankreich), Alcides Ghiggia (Uruguay), Fabio Cannavaro (Italien), Geoff Hurst (England), Mario Kempes (Argentinien) und Fernando Hierro (Spanien) einer mit den geringsten Gesprächsanteilen - und das will beim redsamen Franken etwas heißen.

Irgendwie war dies symptomatisch für die internationale Wahrnehmung des deutschen Fußballs im mondänen "Resort Costa do Sauipe" - er war alles andere als in aller Munde. Während die deutsche Öffentlichkeit den dreimaligen Welt- und Europameister aufgrund der letzten WM-Ergebnisse und der attraktiven Spielweise völlig zu Recht zu den Mitfavoriten auf den WM-Triumph 2014 in Brasilien zählt, sieht das international offenbar anders aus.

Messi, CR7 und Neymar im Fokus

Auch Brasiliens Ex-Stars wie Ronaldo, Bebeto, Carlos Alberto, Mario Zagallo und Amarildo sowie die fünfmalige Weltfußballerin Marta schwärmten hauptsächlich von ihrer Selecao, hoben diese auf den Favoritenschild. Auch Fragen nach südamerikanischen Außenseitern wie Kolumbien, Chile oder Ecuador sowie nach Mexiko wurden gestellt. Deutschland, bei den letzten drei WM-Turnieren (WM-Zweiter 2002, WM-Dritter 2006 und 2010) immer im Halbfinale, fand keine Erwähnung. Zumal die Bundesliga in der letzten Saison mit Bayern München und Borussia Dortmund die Champions League dominiert hat, war das offensichtliche Desinteresse am deutschen Team schon auffällig.

Außer bei einer Frage an Matthäus selbst fiel kein einziges Mal der Name der deutschen Nationalmannschaft, auch bei der Diskussion über die vermeintlichen WM-Top-Stars wurden Lionel Messi (Argentinien), Cristiano Ronaldo (Portugal) und Neymar (Brasilien) genannt. Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder andere deutsche Asse fanden keine Erwähnung - genauso wenig wie Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery (Bayern München/Frankreich).

CR7 sieht Deutschland als Mitfavoriten

So musste Matthäus höchstselbst - verbal zumindest - die deutsche Fahne hochhalten. "Ich würde mich sehr freuen, wenn wir nach 24 Jahren wieder einen WM-Titel holen könnten", sagte er über die Chancen des DFB-Teams, "die Mannschaft hat die Qualität, bei der WM eine gute Rolle zu spielen. So wie sie zuletzt gespielt hat, gehört sie zum engeren Favoritenkreis."

Da ist es doch tröstlich, dass auch "CR7" im fernen Spanien große Stücke auf die Schützlinge von Bundestrainer Joachim Löw hält. Cristiano Ronaldo zählte Deutschland neben Brasilien und Titelverteidiger Spanien zu seinen WM-Favoriten. Vielleicht lag diese Einschätzung auch daran, dass Deutschland dreimal in Folge den Portugiesen mit Real-Torjäger Ronaldo bei großen Turnieren das Nachsehen gegeben hat. Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren.

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