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Olaf Thon: Für Sami Khedira ist die Verletzung "eine Herausforderung"

Vor der Partie zwischen den ewigen Rivalen England und Deutschland ist der Weltmeister von 1990 guter Dinge, trotz der schweren Verletzung von Sami Khedira.

EXKLUSIV
Das Gespräch führte Hassan Talib Haji

London/Berlin.
Es war eine Nachricht, die jeden Fußballliebhaber der deutschen Nationalmannschaft bis ins Mark erschütterte – Sami Khedira erlitt beim Spiel gegen Italien einen Kreuzbandriss und fällt mindestens sechs Monate aus. Weltmeister Olaf Thon sprach exklusiv mit Goal im Vorfeld der Partie zwischen England und dem ewigen Rivalen Deutschland allerdings nicht nur über dieses Thema.

Auf Augenhöhe

Am vergangen Freitag musste die junge Mannschaft von Joachim Löw in Mailand gegen den Angstgegner ran und errang ein 1:1 im Guiseppe-Meazza-Stadion. Dabei traf die Nationalelf gleich dreimal Aluminium, ein durchaus glücklicher Punkt für die Squadra Azzurra. Im Nachgang kochte das Thema auf, die Italiener seien in diesem Freundschaftsspiel zu hart zu Werke gegangen.

"Es war kein hartes Spiel. Für mich war es ein faires Spiel auf Augenhöhe", entgegnet Thon diesen Stimmen. Miroslav Klose und Mario Gomez fehlten aufgrund von Verletzungen im deutschen Aufgebot. Mario Götze von Triplesieger Bayern München gab in vorderster Front den Alleinunterhalter, doch das gelang ihm nicht besonders gut.

Thon nimmt den Ausnahmespieler allerdings in Schutz: "In dem Spiel gegen Italien kam Mario Götze nicht so zum Zug, aber ich glaube, dass es nicht an ihm lag, da die Italiener einfach sehr gut verteidigt haben. Es hätte sich auch jeder andere im Sturm die Zähne ausgebissen."

Khediras Herausforderung

"Er ist nicht eins zu eins zu ersetzen", meint Olaf Thon und spielte auf die Verletzung von Real Madrids Sami Khedira (Kreuzbandriss) an. Nun rätseln in Deutschland viele ob der ehemalige Profi des VfB Stuttgarts es noch rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in Brasilien schaffen wird. "Die Verletzung wiegt sehr schwer. Lothar Matthäus hat es mal geschafft nach fünf Monaten wieder zu spielen, da war er aber längst nicht wieder der alte", betont der 47-Jährige und fügt an, dass es für Khedira nun "wahnsinnig schwer" werde, es für den 26-Jährigen aber "auch eine Herausforderung" ist sich dieser Situation zu stellen.

Gegen England wird es ein anderes Spiel, dennoch ein schweres. Die FA (englischer Fußballverband) feiert 150. Geburtstag und lud die deutsche Mannschaft in ihr Allerheiligstes ein – das Wembleystadion. Den letzten Sieg in diesem besonderen Stadion feierte die DFB-Elf 2007 mit einem 2:1-Triumph. "Es wird eine tolle Stimmung im Wembleystadion sein und ich hoffe, dass es ein gutes Ergebnis für Deutschland gibt. Mich würde aber auch nicht überraschen, wenn am Ende ein Remis dabei herausspringt – wie gegen Italien", so Thon.



Für den ehemaligen Profi des FC Schalke 04 und Bayern München scheint Deutschland etwas bessere Karten zu haben: "In dem Spiel ist Deutschland für mich leicht favorisiert, weil ich die Engländer nicht so stark einschätze, wie zum Beispiel die Italiener." Das große Ziel ist der Weltmeistertitel in Brasilien 2014. Auch da sieht Thon die Auswahl vom Bundestrainer mit großen Chancen. "Ich habe im Vorfeld der WM bislang keine Mannschaft gesehen, die besser als die deutsche war. Natürlich braucht man hier und da auch das Quäntchen Glück, denn die anderen Teams sind ebenfalls sehr stark, wie die Niederländer, Argentinien, Brasilien, Spanien – die üblichen Verdächtigen eben."

Der alte Debütant

Bei der prestigeträchtigen Begegnung gegen die Three Lions wird Joachim Löw auf Roman Weidenfeller im Tor setzen. Manuel Neuer ist, wie auch Mesut Özil und Philipp Lahm, nicht für dieses Spiel berufen worden. Für Weidenfeller wird es das Länderspieldebüt sein. "Roman Weidenfeller hat es aufgrund seiner überragenden Leistungen bei Borussia Dortmund einfach verdient. Mich freut es sehr für ihn", drückt Thon dem routinierten Torwart-Oldie die Daumen.

Joachim Löw hat unlängst seinen Vertrag bis ins Jahr 2016 verlängert. Es mehren sich dennoch die Anzeichen, dass nach 2014 Schluss sein soll. Entweder holt der Schwarzwälder 2014 den Titel und dankt ab oder Deutschland scheidet in Brasilien vorzeitig aus, und ein Schnitt muss folgen. Für Thon jedoch gar kein Thema: "Ich bin erstmal froh, dass es Wolfgang Niersbach gelungen ist, dieses Team um Joachim Löw zu halten. Ich bin fest des Glaubens: Egal wie diese WM ausgeht, der neue und alte Trainer wird weiterhin Joachim Löw sein und das zurecht in meinen Augen."

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