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Aus "Hansi" wird Herr Flick: Der bisherige Co-Trainer von Joachim Löw wird im kommenden Jahr DFB-Sportdirektor.

Frankfurt. Noch spielt Hans-Dieter Flick nur die Nebenrolle in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Als Letzter kam der Co-Trainer der Fußball-Nationalmannschaft brav hinter Joachim Löw die Treppe aus der DFB-Führungsetage herunter - genau dort wird der 48-Jährige aber ab dem kommenden Sommer als Sportdirektor wegweisende Entscheidungen zu treffen haben, vielleicht sogar über die Nachfolge seines jetzigen Chefs.

"Wir haben uns entschieden, diese ungemein wichtige Aufgabe mit Wirkung vom 1. September 2014 an Hansi Flick zu übertragen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (62) über den Fünfjahresvertrag mit Flick: "Das ist ein Zeichen des Vertrauens und der Überzeugung. Er ist seit sieben Jahren im Verband. Er braucht keine Probezeit, kennt den Laden bestens und weiß, wo die Hebel anzusetzen sind."

Idealbesetzung Flick

Der langjährige stille Gefährte des Bundestrainers sei die Idealbesetzung, meinte auch Generalsekretär Helmut Sandrock, der die Aufgaben des Sportdirektors derzeit provisorisch "auf mehrere Schultern" verteilt. "Er war unser erster Ansprechpartner", sagte Sandrock: "Er ist nicht nur national, sondern auch international bestens vernetzt."

Vor allem aber ist Flick, der als Aktiver mit Rekordmeister Bayern München viermal deutscher Meister wurde, naturgemäß bestens mit Löw vernetzt. Sollte Löw seinen Vertrag bis nach der EURO 2016 erfüllen, garantiert diese Konstellation deutlich mehr Ruhe im Frankfurter Stadtwald als dies bei den Sportdirektoren Matthias Sammer (2006 bis 2012) und "Kurzarbeiter" Robin Dutt der Fall war. Scheitert die Nationalmannschaft aber früh bei der WM in Brasilien, dürfte Flick plötzlich der einzige DFB-Angestellte aus dem aktuellen Trainerteam sein. Auch, wenn daran im Moment keiner der Verantwortlichen einen Gedanken verschwendet.

Aufgabengebiet nur umrissen

"Ich freue mich, dass die sportliche Leitung zwei Jahre weiter macht und ich mit ihnen kooperieren kann", sagte Flick: "Das ist eine spannende Aufgabe, und ich bin froh, dass der DFB mir diese übertragen hat", sagte Flick.

Was diese Aufgabe genau ist, wurde am Freitag nur grob umrissen. Es geht um die Juniorenteams, "die Eliteförderung im Zusammenspiel mit den sportlich Verantwortlichen", sagte Sandrock. Und um die "Entwicklung des Fußballs" und der Trainerausbildung.

Löw fand für seinen "engsten Mitarbeiter" nur lobende Worte: "Wir haben hervorragend zusammengearbeitet." Flick werde mit "unglaublicher Kompetenz und Leidenschaft" der neuen Aufgabe nachgehen. "Es wird nach der WM 2014 eine unglaublich fruchtbare Zusammenarbeit gegen", sagte der Bundestrainer: "Wir werden immer einen Weg finden, gemeinsam das Beste anzustreben."

Steiniger Weg für den DFB

Der Weg dahin war für den DFB in den vergangenen Wochen äußert steinig. Der plötzliche Aufbruch von Dutt zum Bundesligisten Werder Bremen traf den Verband unvorbereitet. Die DFB-Spitze erklärte anschließend unisono mit der Führung der Deutschen Fußball Liga (DFL), sich die nötige Zeit nehmen zu wollen, um den bestmöglichen Kandidaten zu finden. Für eine Stelle, die so wichtig ist, dass sie bis zum Antritt Flicks im Sommer 2014 knapp eineinhalb Jahre unbesetzt sein kann.

"Wir begrüßen die Entscheidung außerordentlich. Hansi Flick ist ein absoluter Fachmann, der sowohl den Vereinsfußball als auch die Verbandsstrukturen bestens kennt. Die Liga freut sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Bis es soweit ist sei aber "noch einiges zu tun", sagte Flick: "Wir haben alle ein riesengroßes Ziel, nämlich Weltmeister zu werden. Da ist meine ganze Leidenschaft und ganze Kraft notwendig." Es wäre das perfekte Abschiedsgeschenk.

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