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Bundestrainer Löw muss bei der Suche nach seiner optimalen Besetzung im Angriff für die WM-Qualifikationsspiele gegen Irland und in Schweden möglicherweise doch noch umdenken.

Köln. Max Kruse, Mario Götze oder vielleicht doch "Bratwurst" Stefan Kießling? - die Karten für die Besetzung des Angriffs der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in den letzten WM-Qualifikationsspielen gegen Irland in Köln (11. Oktober) und in Stockholm gegen Schweden (15. Oktober) sind neu gemischt. Der sichere Ausfall von Mario Gomez (28/Innenbandteilriss im Knie) und das große Fragezeichen hinter dem Einsatz von DFB-Rekordtorjäger Miroslav Klose (35/OP nach Nervenreizung im Mittelfuß) zwingen Bundestrainer Joachim Löw auf jeden Fall zu neuen Überlegungen.

Dazu zählt sicherlich auch Bayer Leverkusens Bundesliga-Torschützenkönig Kießling. Der scheidende Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sagte im SID-Interview über den 29 Jahre alten Blondschopf: "Dass ihn die Medien, die Stefan damals als teuerste Nürnberger Rostbratwurst bezeichnet haben, heute am liebsten in der Nationalmannschaft sehen würden, erfüllt mich schon mit Genugtuung." Für ihn waren die fünf Millionen Euro Ablöse für Kießling an den 1. FC Nürnberg im Jahr 2006 sehr gut angelegtes Geld.

Max Eberl spricht sich für Kießling aus

Und es gibt weitere Fürsprecher für Kießling. "Wenn Gomez und Klose ausfallen, dann muss Stefan Kießling spätestens ein Thema sein. Das ist meine Meinung", sagte ausgerechnet Gladbachs Manager Max Eberl (40) dem Kölner Express und machte sich für den Leverkusener Torjäger stark, obwohl eigentlich Borussias 25 Jahre altes Angriffsjuwel Kruse nun deutlich verbesserte Einsatzchancen in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat.

Löw spielt jedoch auf Zeit. "Welche Auswirkungen seine (Kloses, d. Red.) Pause auf die Nominierung für die beiden Länderspiele gegen Irland und Schweden hat, kann ich jetzt noch nicht sagen. Den Kader werden wir Ende nächster Woche bekannt geben, bis dahin haben wir ja auch noch ein wenig Zeit", betonte der Bundestrainer in einer offiziellen Stellungnahme.

Kießling seit 2010 nicht mehr dabei

Noch gibt es keine Signale des 53-Jährigen, den bislang verschmähten Kießling wieder zu berufen. Seit der WM 2010 in Südafrika hat Kießling kein Länderspiel mehr für Deutschland bestritten, war von Löw ignoriert worden.

Zuletzt hatte er gebürtige Oberfranke das Kapitel Nationalmannschaft für sich weitgehend zugeklappt, allerdings signalisiert, im Notfall bereitstehen zu wollen. Dies hatte auch Bayer-Teamchef Sami Hyypiä unterstrichen: "Für einen Spieler ist es doch großartig, für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich denke, 'Kieß' denkt da nicht anders." Der Ex-Nürnberger selbst sagte zuletzt auf die Fragen nach seinen Nationalmannschaftsambitionen: "Ich habe mich dazu doch klar genug geäußert!"

Bayer-Sportchef Rudi Völler, von 2000 bis 2004 Teamchef der Nationalmannschaft und mit der DFB-Auswahl 2002 Vize-Weltmeister, sieht eine klare Bereitschaft beim Bayer-Goalgetter, sollte der Bundestrainer diesen nominieren. "Die Situation zwischen Stefan Kießling und Joachim Löw ist im Moment ein bisschen schwierig. Sollte jedoch Not am Mann sein, wird Stefan immer bereit sein, für Deutschland zu spielen", hatte der 53-Jährige erst unlängst Sky Sport News HD gesagt: "Stefan hat ja nie gesagt, dass er nicht dabei sein will."

Klose fällt zwei Wochen aus, Gomez noch länger

Am Mittwoch hatte sich Lazio-Rom-Gastarbeiter Klose in München einer Operation wegen einer Nervenreizung am rechten Mittelfuß unterziehen müssen. Er fällt mindestens zwei Wochen aus und ist für den WM-Quali-Doppelpack gegen Irland und in Schweden fraglich. Florenz-Stürmer Gomez fällt nach seiner am 15. September erlittenen Knieblessur noch mehrere Wochen aus.

In den letzten Länderspielen gegen Österreich (3:0) und die Färöer (3:0) hatte der Gladbacher Kruse als dritter Stürmer im DFB-Kader gestanden. Eine Alternative für Löw wäre auch der Münchner Mario Götze, der nach längerer Verletzungspause wieder im Training ist und bis zum 11. Oktober fit sein müsste. Der Ex-Dortmunder wurde von Löw schon einige Male als "falsche Neun" aufgeboten.

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