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Die deutsche Nationalmannschaft steht vor dem Länderspiel-Doppelpack gegen Kasachstan. Das Team muss seine Form neu beweisen.

Frankfurt. Die Bundesliga pausiert, die Nationalmannschaft ist gefordert. Deutschland trifft bei der WM-Qualifikation im Doppelpack auf Kasachstan (am Freitag, den 22. März in Astana und am Dienstag, den 26. März in Nürnberg). Die Nationalspieler müssen dann nachweisen, dass sie zurecht in den Kader berufen wurden. Aber nicht alle Kicker sind derzeit so gut in Form, dass eine tolle Leistung Standard ist. Bundestrainer Joachim Löw hat durchaus auch kleinere Baustellen.

Torhüter gut in Form

Neben Löws Nummer eins, Manuel Neuer, wurden diesmal Rene Adler (Hamburger SV) und Ron-Robert Zieler (Hannover 96) nominiert. Der beim FC Bayern München sonst selten geforderte Neuer musste zuletzt zwar ausnahmsweise einige Male hinter sich greifen, war jedoch bei den Gegentreffern schuldlos und präsentierte sich in guter Verfassung. Er wird gegen Kasachstan wieder seinen Platz zwischen den Pfosten einnehmen. Adler, der im letzten Länderspiel gegen Frankreich ran durfte und eine tadellose Leistung ablieferte, hat seine kleine Schwächephase in der Bundesliga überwunden und zeigte sich wie Konkurrent Zieler zuletzt in ansprechender Form. Klar ist: Wenn alles normal läuft, muss sich Löw über seine Torhüter keinerlei Gedanken machen.

LÖWS KADER
 TOR

Manuel Neuer (Bayern München), Rene Adler (Hamburger SV), Ron-Robert Zieler (Hannover 96)

 ABWEHR

Jerome Boateng, Philipp Lahm (alle Bayern München), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal), Heiko Westermann (FC Schalke)

 MITTELFELD

Ilkay Gündogan, Mario Götze, Marco Reus (beide Borussia Dortmund), Mesut Özil, Sami Khedira (beide Real Madrid), Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (beide Bayern München), Lukas Podolski (FC Arsenal), André Schürrle (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (FC Schalke)

 STURM

Mario Gomez (Bayern München)

Ausfälle in der zuletzt nicht imnmer sicheren Abwehr

Der Defensivverbund sollte gegen einen Gegner wie Kasachstan zwar nicht besonders gefordert werden, allerdings zeigte die DFB-Elf in der Abwehr zuletzt immer mal wieder Schwächen, wie zum Beispiel beim Remis gegen Schweden, als man sich vier Treffer einschenken lassen musste. Mit Mats Hummels und dem Langzeitverletzen Holger Badstuber fehlen dem Bundestrainer zudem wichtige Stabilisatoren. Dafür ist Marcel Schmelzer wieder dabei und könnte seinen Platz auf der linken Abwehrseite einnehmen, falls Löw Kapitän Phillip Lahm auf seiner Lieblingsposition rechts auflaufen lässt.

Für die Innenverteidigung stehen der bei Bayern zuletzt selten eingesetzte Jerome Boateng, Benedikt Höwedes (FC Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal) und Heiko Westermann (Hamburger SV) zur Verfügung, die zwar in den letzten Ligaspielen alle nicht überragten, ihre Abwehrarbeit jedoch solide erledigten.

Gomez Alleinunterhalter im Angriff

Im Angriff ist die Situation angespannt, denn dort steht als einziger echter Stürmer lediglich Mario Gomez zur Verfügung, da Miroslav Klose mit einem Außenbandriss im Knie noch bis mindestens Anfang April ausfallen wird. Aber auch wenn Gomez beim FC Bayern seinen Stammplatz eingebüßt hat, ist er immer da, wenn man ihn braucht. Seine Quote von sieben Treffern und zwei Torvorlagen in 14 Bundesligaspielen der aktuellen Saison ist durchaus ansprechend. Am letzten Spieltag erzielte er einen wichtigen Treffer gegen Bayer Leverkusen, deren Sturmführer Stefan Kießling Löw einmal mehr die kalte Schulter zeigte und auf eine Nominierung des 16-Tore-Mannes verzichtete. Alternativ könnten vorne auch diverse Mittelfeldspieler wie Reus, Götze, Özil oder Schürrle einspringen, was jedoch eine Umstellung auf das „Spanien-System“ erfordern würde.

Mittelfeld als Sahnestück

Trotz der kurzfristigen Absagen von Toni Kroos und den Bender-Zwillingen hat der Bundestrainer im Mittelfeld die Qual der Wahl. Die Dortmunder Fraktion um Mario Götze, Marco Reus und Ilkay Gündogan wusste zuletzt vor allem auf internationalem Parkett zu überzeugen. So bot man im Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen Schachtjor Donezk nahezu perfekten Fußball. Julian Draxler befindet sich seit Wochen in herausragender Form und hat sich als Chef im Mittelfeld des FC Schalke 04 etabliert. Leverkusens Andre Schürrle hingegen hatte in der Liga zuletzt einen Hänger und blieb gegen Bayern und zuvor gegen Mainz weit hinter seinen Möglichkeiten.

Lukas Podolski kam leicht verletzt zur DFB-Elf und konnte davor beim FC Arsenal nicht mehr so überzeugen, wie er das in dieser Saison in der Premier League schon eindrucksvoll zeigte. Der ehemalige Kölner ist wie Bastian Schweinsteiger immer noch leicht angeschlagen. Beide setzten am Dienstag vorsichtshalber mit dem Training aus, sollen aber bis zum Länderspiel wieder einsatzbereit sein. Sowohl Thomas Müller als eben auch Schweinsteiger schwimmen nun seit Monaten mit dem FC Bayern auf einer Welle des Erfolgs und sollten auch in der Nationalelf ordentlich Dampf machen können. Ähnliches gilt für die Madrilenen Sami Khedira und Mesut Özil, die in der Champions League sowie in der „Clasico-Woche“ in Spanien zuletzt erfolgreich waren. Khediras Einsatz ist nach einer Sprunggelenksverletzung bei der Übungseinheit am Dienstag allerdings äußerst fraglich, sodass es im defensiven Mittelfeld personell dann doch noch eng werden könnte.

DFB-MITTELFELD IM BLICKPUNKT

 Marco Reus  Zuletzt nicht in überragender Form, allerdings immer noch sehr agil und torgefährlich.  
 Mario Götze  Zeichnet sich in Dortmund als der Offensivmotor aus, seine Leistungen sind oft in die Kategorie Weltklasse einzuordnen.  
 Ilkay Gündogan  Schwingt sich immer mehr zum defensiven Taktgeber im Dortmunder Mittelfeld auf.  
 Julian Draxler  Kommt bei Schalke jetzt häufiger durch die Mitte und zeichnete sich zuletzt mehrfach als Matchwinner aus  
 Mesut Özil  Spielte beim Pokal-Clasico ansprechend und zeigte starke Leistungen gegen ManUnited in der Königsklasse.  
 Sami Khedira  Ist aus dem defensiven Mittelfeld von Real Madrid nicht mehr wegzudenken, liefert Woche für Woche gute Leistungen ab.  
 Thomas Müller  Einer der Topscorer der Liga, zeigt wöchentlich, warum Heynckes lieber ihn statt Robben auf rechts aufbietet.  
 Bastian Schweinsteiger  Zeigte es seinen wenigen Kritikern und lieferte teilweise überragende Leistungen ab.  
 Lukas Podolski  Zuletzt angeschlagen, spielte er bei Arsenal nicht mehr die ganz große Rolle.  
 Andre Schürrle  Der Leverkusener präsentierte sich in den letzten Bundesligaspielen außer Form  

Legende: Von = schwache Form bis = starke Form


Fazit: Für Kasachstan sollte es locker reichen

Der Großteil des Kaders von Bundestrainer Jogi Löw ist in ansprechender Form, auch wenn es die ein oder andere Ausnahme gibt und Spieler wie Boateng oder Gomez im Verein aktuell nicht die erste Geige spielen. Das Potenzial der DFB-Elf ist jedoch ohnehin so enorm, dass etwas anderes als zwei klare Siege gegen den krassen Außenseiter aus Kasachstan eine große Überraschung wäre.

EURE MEINUNG: Angesichts der Verfassung: Was erwartet Ihr von Löws Jungs gegen Kasachstan?
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