DFB-Elf: Bundestrainer Joachim Löw kritisiert WM-Qualifikation-Modus

Der Bundestrainer stellt sich die Frage, warum die rare Spielzeit gegen vermeintliche Fußball-Zwerge verschwendet wird. Zudem spricht er über die Personallage in der Nationalelf.
Frankfurt. Vor den Partien gegen Kasachstan (22. März, 26. März) hat Bundestrainer Joachim Löw den Modus der WM-Qualifikation kritisiert. Angesichts des vollen Terminkalenders sind ihm besonders die vermeintlich kleinen Nationen ein Dorn im Auge. Auch zur Personallage auf der Torwart- und Stürmer-Position bei der deutschen Nationalmannschaft hat Löw Stellung bezogen.

„Einführung einer Vorqualifikation“

In einem Interview mit dem kicker erklärte Löw: „Der Terminkalender ist übervoll, da wäre Abhilfe nötig. Ob es aus sportlicher Sicht Sinn macht, zweimal gegen Länder wie Kasachstan, Andorra, San Marino oder die Färöer anzutreten, darüber kann man schon diskutieren. Ich persönlich bin für die Einführung einer Vorqualifikation.“

Trotz der ungünstigen Terminierung ist die Zielvorgabe deutlich. „Das erste Halbjahr gestaltet sich etwas zäh, weil wir relativ wenige Zusammenkünfte haben. Natürlich erwarte ich, dass wir die beiden Spiele gewinnen. Die sechs Punkte sind fest eingeplant“, so der 53-Jährige.

„Neuer ist unsere Nummer eins“

Für Löw gibt es auf der Torwart-Position eine klare Hierarchie: „Manuel Neuer ist unsere Nummer 1, wird auch gegen Kasachstan spielen. Rene Adler hat gegen Frankreich eine Klasse-Leistung gezeigt, ist wieder ein fester Bestandteil. Ron-Robert Zieler hat derzeit die Nasenspitze vorn vor Andre ter Stegen.“
Auch weitere Bundesliga-Torhüter konnten sich  in den Fokus des Bundestrainers spielen. „Dahinter haben wir noch einige Torhüter, die mich in dieser Saison absolut überzeugt haben. Kevin Trapp zum Beispiel hat jede Menge überragende Spiele gemacht“, verdeutlichte der Bundestrainer.



Alternativen in der Innenverteidigung

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Mats Hummels von Borussia Dortmund wird es in der Innenverteidigung eine Veränderung geben müssen. Löw sprach dabei Jerome Boateng eine „enorme Qualität“ zu. Der Bayern-Verteidiger sei „schnell, kopfballstark und im Zweikampf gut“. Trotz seiner „unnötigen Platzverweise“ könne Boateng, wenn er die Konzentration hochhalte, „einen richtig guten Innenverteidiger spielen“.

Mit Benedikt Höwedes hat Löw eine weitere Option für die Verteidigung. Zwar hat der Schalke-Kapitän in der Nationalmannschaft noch nie von Anfang an in der Innenverteidigung gespielt, doch hat der 25-Jährige das Vertrauen des Trainers. „Er ist ein unangenehmer Spieler, wird gelegentlich unterschätzt, hat bei uns immer gute Leistungen gebracht. Er hat es eigentlich verdient, auch mal bei uns Innenverteidiger zu spielen“, lobte Löw.

Kießling im Hinterkopf

Die Nichtnominierung von Leverkusens Torjäger Stefan Kießling, der in 26 Bundesligaspielen 16 Tore erzielte, führte der Bundestrainer auf die Spielauslegung der Nationalelf zurück. „Ob jemand nominiert wird oder nicht, hängt auch von der Philosophie eines Trainers ab. Und wir haben vielleicht eine etwas andere Spielweise und andere Vorstellungen, als es in Leverkusen der Fall ist“, sagte Löw und stellte klar: „Ich setze im Hinblick auf die WM voll auf Klose und Gomez, weil ich in den letzten Jahren gesehen habe, welches Potenzial diese beiden Spieler haben - wenn sie fit sind.“

Zugleich machte er Kießling Hoffnung auf ein Comeback im Trikot der Nationalmannschaft, denn dieser sei trotz allem nicht „aus dem Rennen“. Für Löw müsse für eine erneute Nominierung alles passen: „Wenn man ihn zurückholt, muss man ihm das Vertrauen geben, dass er dann auch eine Perspektive hat.“

Sein letztes Länderspiel für Deutschland absolvierte Kießling bei der WM 2010 im Spiel um Platz drei gegen Uruguay.

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