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Der DFB-Sportpsychologe erklärt, dass die Nationalspieler mit Kritik gut klarkommen würden. Er selbst müsse selten eingreifen.

Freiburg. Der Sportpsychologe der deutschen Nationalmannschaft, Hans-Dieter Hermann, äußerte sich in einem Interview zu hohen Erwartungshaltungen, zur Kritik im Fußball und zum SC Freiburg.

Nur noch Platz eins ist ein Erfolg

Die Tatsache, dass die Nationalmannschaft nach der Europameisterschaft trotz des Erreichens der Halbfinales stark kritisiert wurde, sieht Hermann nicht als gesellschaftliches Problem, sondern „als Phänomen der fußballinteressierten deutschen Gesellschaft“ an, wie er in einem Interview mit der Badischen Zeitung erklärte.

Die Anspruchshaltung sei unheimlich hoch geworden, so der 52-Jährige weiter. Daher werde nur noch Platz eins als echter Erfolg gewertet. Diese gestiegenen Erwartungen seien aber auch verständlich, da die Mannschaft schon seit Jahren meist hervorragenden und erfolgreichen Fußball spiele. Hermann betonte: „Es steht also sicher auch eine Art Kompliment dahinter.“

Nationalspieler brauchen in der Regel keine Hilfestellung

Darüber hinaus ist er der Ansicht, dass die Nationalspieler gut mit Kritik umgehen können. Es sei zwar wichtig, dass man das Gefühl habe, die Leistungen werden anerkannt, aber, so der Sportpsychologe: „Sie sind auch professionell und erfahren genug, um mit solchen Situationen umzugehen. Hilfestellung meinerseits ist dafür in aller Regel nicht erforderlich.“

„Wenn überhaupt, dann vielleicht in Form eines kurzen Gesprächs, bei dem sich ein Spieler den ersten Frust von der Seele reden kann. Aber so was ergibt sich eher spontan als geplant“, führte Herman weiter aus.

SC Freiburg macht es „genau richtig“

Die Art und Weise, wie der SC Freiburg mit dem durch die bisherigen starken Saisonleistungen aufkommenden Thema „Europa League“ umgeht, empfindet Hermann als „genau richtig“.

Er erklärte: „Träumen an sich kann nicht gefährlich sein. Aber zum falschen Zeitpunkt zu viel über seine Träume nachzudenken und zu reden, schon“,

Zum einen könne der wahrgenommene Erfolgsdruck dadurch größer werden. Zum anderen sei die Gefahr der Ablenkung groß, wodurch der Spieler seinen Fokus nicht mehr auf die Vorbereitung auf das nächste Spiel richte.

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