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Der klassische Mittelstürmer wird im Zuge der Evolution des Spiels immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden - auch in der deutschen Nationalelf?

Frankfurt am Main. Bullige Bomber-Typen wie Mario Gomez, Ruud Van Nistelrooy, und Luca Toni, die viel über ihren Körper arbeiten, ihn immer wieder gut einsetzten und sich dadurch die entscheidenden Vorteile verschaffen, scheinen es in Zukunft schwerer zu haben. Die Evolution des Spiels geht in eine Richtung, in der diese Art von Stürmer immer mehr an Bedeutung verliert.

Für den modernen, technisch und taktisch hoch-versierten Fußball heutzutage ist ein Mittelstürmer, der körperlich meist etwas kräftiger, aber dadurch auch langsamer und technisch oftmals schlechter geschult als manche offensiven Mittelfelsspielern ist, nicht mehr zeitgemäß. Er kann auf Grund seiner physischen Gegebenheiten auf Dauer nicht mehr mit dem schnellen Spiel der Neuzeit mithalten. Angesichts dieser Entwicklung und der Fülle an wendigen, technisch brillanten und schnellen Mittelfeldspielern, die der Kader deutsche Nationalmannschaft aufweist, sollte im Trainerstab des DFB diese Option mit der falschen Neun nach spanischen Vorbild durchaus einmal in Erwägung gezogen werden.

Klassische Mittelstürmer nicht mehr zeitgemäß

Spieler mit derart außergewöhnlichen spielerischen Anlagen und Voraussetzungen, wie sie Özil, Reus, Götze mitbringen, müssen dauerhaft gemeinsam in das Spiel integriert werden. Nur so ist es möglich dem großen Konkurrenten Spanien in naher Zukunft Paroli bieten zu können. Denn die Iberer sind Pioniere auf diesem Gebiet und ihre Variante hat sich bewiesenermaßen als erfolgreich herausgestellt.

Das schnelle Umschaltspiel und den Ball zu halten kommt solchen Spielern eher entgegen als einem „Brecher“ wie Mario Gomez. Und genau diese Art anzugreifen könnte die Zukunft des Spiels darstellen. Die WM in Brasilien rückt naher, deshalb sollte der Bundestrainer nicht der Zeit hinterherhinken und so früh wie möglich eine erste Elf mit diesen drei Spielern und vielleicht noch mit Toni Kroos einspielen.

Mit Spanien-Taktik erfolgreich gegen Spanien?

Reus könnte sich als eine sogenannte falsche Neun im Stile eines Lionel Messi bei Barcelona ständig ins Mittelfeld zurückfallen lassen, dort mit kombinieren und mehr am Spielaufbau teilhaben. Das würde das gesamte Spiel unberechenbarer, facettenreicher und definitiv auch schneller gestalten. Dass es funktioniert, sieht man deutlich bei Messi und dem FC Barcelona. Aber auch die spanische Nationalmannschaft spielte bei der EM in Polen und der Ukraine, fast über die gesamte Spielzeit mit Cesc Fabregas als Neun, also nicht mit einem ausgebildeten Stürmer, und Fernando Torres kam dann meistens erst zur 70. Minute auf den Rasen. Das sind zwei schöne Beispiele für den Erfolg, aber auch die Attraktivität dieser Angriffsvariante.

Auf Seiten der DFB-Auswahl hätte man mit Miroslav Klose einen Mann, der in dieser Diskussion eine Art Grauzone abdecken würde. Er ist zweifelhaft ein Spieler, der sehr gut mitspielen kann, die Technik und die Erfahrung besitzt. Nur ist er in die Jahre gekommen und es ist fraglich, ob er bei einem Hochgeschwindigkeitsspiel wie gegen die Spanier das Tempo noch halten und entscheidende Impulse setzten könnte. Hierfür erscheinen Spieler wie Götze, Reus, Özil und Müller geeigneter. Jedoch ist Miroslav Klose mit seiner umfangreichen Erfahrung als Edel-Joker immer Gold wert und passt auch dann besser als Gomez.

Zeichen der Zeit erkennen

Joachim Löw ließ verlauten, das Jahr 2013 werde das Jahr des Konkurrenzkampfs in der Nationalelf. Darum sollte er und sein Gefolge den Erfolg und die Stärke dieser Spielweise erkennen und schnellstmöglich versuchen Erfahrung zu sammeln, indem er mit der falschen Neun agiert. Mit viel Training und ein wenig Glück könnte diese Variante der Schlüssel zum langersehnten WM-Pokal sein. Es bleibt jedoch dahingestellt, ob Joachim Löw dies ähnlich sieht und auf einen Spitzenstürmer wie Mario Gomez verzichten möchte.

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