thumbnail Hallo,

Günter Netzer: Gündogan kann Schweinsteiger verdrängen

Ist Schweinsteiger für das DFB-Team unersetzlich? Nicht, wenn es nach Günter Netzer geht. Der ehemalige Spielmacher hält Dortmunds Gündogan für eine ausgezeichnete Alternative.

Berlin. Günter Netzer sieht den Platz von Bastian Schweinsteiger auf der Doppelsechs in der Nationalmannschaft nicht unangefochten. Für ihn bietet sich llkay Gündogan als Alternative an. In der Analyse des Testspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen die französische Auswahl, das die DFB-Elf mit 2:1 gewann, kommt Netzer außerdem zu dem Schluss, dass Bundestrainer Joachim Löw auch zukünftig vermehrt auf ein System ohne echten Stürmer setzen sollte.

Gündogan offensivstärker

In seiner Kolumne in der Bild am Sonntag lobt Netzer explizit die Leistung von Ilkay Gündogan. Er war für ihn am Mittwoch „Mann des Spiels. Weil er Fähigkeiten gezeigt hat, die dringend notwendig sind für unser Spiel und ihn sehr bald unverzichtbar machen werden für die Nationalmannschaft, wenn er diese Leistungen stabilisieren kann.“

„Gündogan hat sich durch eine wunderbare Laufleistung seinen Mitspielern geradezu aufgedrängt, war immer anspielbar. Er zeigte sich verantwortlich für den Spielrhythmus und hat erkannt, wann es im hohen Tempo auf direktem Weg zum gegnerischen Tor gehen muss. Und gespürt, wann es wichtig war, das Spiel zu beruhigen und für Ruhephasen zu sorgen“, so Netzer weiter.

Schweinsteiger könnte abgelöst werden

Der Mittelfeldstratege von Borussia Dortmund machte im Spiel gegen Frankreich den Ausfall von Bastian Schweinsteiger vergessen. Auch in Zukunft sieht der Experte die Position Schweinsteigers in Gefahr. „Mit diesen Fähigkeiten und konstanten Leistungen sehe ich den Platz von Bastian Schweinsteiger trotz dessen großer Verdienste um die Nationalelf gefährdet. Hier könnte eine Ablösung stattfinden“, meint Netzer.

„Denn das Spiel von Schweinsteiger ist seit einiger Zeit leider überwiegend aus der eigenen Hälfte angelegt, mit vielen und teilweise unnötigen Querpässen. Und nicht so sehr darauf, auf schnellstem Wege den Angriff einzuleiten mit vertikalen Pässen und Eigeninitiative.“



Idee des stürmerlosen Systems weiterverfolgen

Nachdem im Testspiel Mario Gomez vom Platz genommen wurde, ließ Löw ohne echten Stürmer spielen. Netzer hält das für eine „faszinierende Idee“.

„Die Philosophie dahinter ist, flexibler und unberechenbarer zu agieren und die gegnerische Abwehr mit schnellen und beweglichen Spielern zu verwirren. Das erfordert für den Gegner eine höchste geistige Beweglichkeit in der Defensive, da sich die meist physisch großen Abwehrspieler nicht mehr auf ein oder zwei Spieler fixieren können“, gibt er zu Bedenken.

Da es im Moment nur eine überschaubare Anzahl an deutschen Mittelstürmern mit entsprechendem Niveau gibt, solle Löw diese Variante weiter ausprobieren und verfeinern. „Es ist wichtig, dass man dieses Mittel zur Verfügung hat. Es wird noch keine Grundsätzlichkeit für die mittelfristige Zukunft bedeuten. Aber wenn man diese Spezialisten nicht zur Verfügung hat, ist es nur legitim, ein stürmerloses System zu nutzen.“

EURE MEINUNG: Was haltet ihr von Netzers Einschätzung: Kann Gündogan Schweinsteiger verdrängen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig