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Beim FC Bayern und in der Nationalelf: Mario Gomez kämpft einmal mehr gegen seine Kritiker und Zweifler

Mario Gomez hat seinen Stammplatz bei den Bayern verloren. Nun muss er kämpfen und sein Einsatz für die Nationalelf gegen Frankreich könnte der Anfang seiner Aufholjagd sein.

Paris/München. Miroslav Klose muss beim Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich passen. Weil Joachim Löw darauf verzichtete, einen Stürmer nachzunominieren, ist dies nahezu gleichbedeutend damit, dass Mario Gomez von Anfang an spielen darf.

Nur zwölf Monate ist es her, dass ein Platz auf der Bank für den Bayern-Star ziemlich abstrus wirkte. Ohne Zweifel hätte sich Gomez gar darüber gefreut, mit Mario Mandzukic einen Angreiferkollegen zu bekommen, der ihm einige Last von der Schulter nimmt. Wahrscheinlich war der Hauptgrund für die titellose Saison des FCB, dass der Kader nicht breit genug aufgestellt war. Kein Stürmer hatte eine ähnliche Durchschlagskraft wie Gomez, Backup Nils Petersen erfüllte die hohen Erwartungen nicht.

Insgesamt stand Gomez in 52 Pflichtspielen auf dem Platz. Dabei gelangen ihm beeindruckende 41 Treffer und dennoch wurde es deutlich, dass er am Saisonende müde wirkte und auch er konnte nicht verhindern, dass die Münchener am Ende trotz dreifacher Titelchance mit leeren Händen dastanden.

Trotz der Enttäuschungen auf Klubebene glänzte Gomez auf der großen Bühne der Europameisterschaft 2012. Doch auch dort fehlte ihm der entscheidende Punch: Obwohl er zu diesem Zeitpunkt der Top-Torschütze des Turniers war, musste er in der Halbzeit des Halbfinals gegen Italien für Miroslav Klose weichen.

Es folgten schwierige Monate für den Ex-Stuttgarter und es ging schon damit los, dass Fernando Torres ihm in Polen und der Ukraine mit seinen späten Scorerpunkten im Endspiel gegen Italien noch den „Goldenen Schuh“ entriss.

MARIO GOMEZ | STATISTIKEN BEIM FC BAYERN

MEHR ZU
MARIO GOMEZ

Saison Ligaspiele
Ligatore Spiele gesamt
Tore Gesamt
 2009/10 29 10 45 14
 2010/11 32 28 44 39
 2011/12 33 26 52 40
 2012/13 8 2 11 4
Gesamt 101 66 152 99

Trotz seiner unbestrittenen Erfolge und seinen formidablen Statistiken wurde er von allen Seiten kritisiert. So schnürte er zwar gegen Portugal einen Doppelpack, musste sich aber vom ARD-Experten und Bayern-Trainer Mehmet Scholl vorhalten lassen, er wirke, als sei er kurz davor, „sich wund zu liegen“.

Wenig später verkündete Uli Hoeneß, der Mann, der ihn von Stuttgart an die Säbener Straße gelotst hatte, Gomez sei zwar „gut, aber eben nicht sehr gut“. Dennoch wäre er ohne Zweifel die Nummer eins im Bayern-Angriff gewesen, hätte er sich nicht im August am Knöchel verletzt.

Ironischerweise hätte er sich diese Blessur vielleicht nie zugezogen, wenn er einen Mario Mandzukic in der Saison 2011/12 an seiner Seite und damit ein paar Verschnaufpausen gehabt hätte. Nun legte der kroatische Neuzugang als Gomez-Vertreter eine vorzüglichen Hinserie hin und führte die Bayern zum besten Saisonstart überhaupt.

Nachdem Gomez bei seinem Comeback nach wenigen Sekunden prompt wieder getroffen und Mandzukics Form nachgelassen hatte, gingen viele Fans und Experten davon aus, dass Gomez zum Rückrundenstart wieder in der Pole Position sei.

Doch es kam anders. Und Mandzukic zementierte seinen Status als Platzhirsch im Sturm mit fünf Toren in drei Partien nach dem Jahreswechsel. Sollte er sich nicht verletzen oder seine Verfassung sich dramatisch verschlechtern, ist er bis auf Weiteres im Angriffszentrum des Rekordmeisters gesetzt.

Gomez verfügt gewiss über die Fähigkeiten, die sich ihm bietenden Chancen direkt beim Schopf zu packen. Doch die Bedrohung für seine Karriere bei den „Roten“ ist im Moment real.

Die Ankunft Pep Guardiolas im Sommer hat die Spekulationen über Bayerns künftigen Spielstil zusätzlich befeuert. Viele Gerüchte um mögliche Neuzugänge in München sind aktuell an den Haaren herbeigezogen. Genauso wie Vermutungen, Toni Kroos könnte die neue „falsche Neun“ bei den Bayern geben. Allerdings drängen sich Zweifel auf, wie Mario Gomez und auch Flügelspieler Arjen Robben in das Konzept des Ex-Barca-Trainers passen.

Im „Camp Nou“ gab es einige Stürmer, die nicht in sein System passten: Samuel Eto'o wurde von ihm nach einem Jahr rasiert und Thierry Henry wurde in seinem letzten Jahr dort zum Bankdrücker. Zlatan Ibrahimovic scheiterte bei den Katalanen wegen seiner Spielweise und seiner Persönlichkeit gleichermaßen.

Vor Gomez liegen nun ganz wichtige Monate mit Blick auf seine weitere Laufbahn. Die Zeiten bei den Bayern werden sich ändern. Die Mannschaft will Heynckes den passenden Abschied nach seiner bemerkenswerten Laufbahn bescheren und Gomez will sich wieder zum wichtigsten Mann in der „Abteilung Attacke“ aufschwingen.

Gut drei Monate dauert die Saison noch, und für den 27-Jährigen ist es eigentlich die perfekte Gelegenheit, die Misserfolge aus dem Vorjahr vergessen zu machen und seinen Kritikern (erneut) zu beweisen, was in ihm steckt.

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