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Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Manager der Nationalmannschaft äußerte sich in einem Interview zur Entwicklung des Fußballs und zu den Möglichkeiten des DFB-Teams.

Frankfurt. Wenn im kommenden Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ausgetragen wird, feiert Oliver Bierhoff sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Manager der Nationalmannschaft beim DFB. Gegenüber DFB.de äußerte sich Bierhoff nun in einem ausführlichen Interview zu den Perspektiven der Nationalmannschaft und der Entwicklung des deutschen Fußballs im internationalen Vergleich, aber auch zu den jüngsten rassistischen Vorfällen in Italien.

Gute Jugendarbeit braucht ein DFB-Leistungszentrum

Im Interview bewertet Bierhoff die deutsche Jugendspielerförderung durchaus positiv, sieht aber noch weiteres Entwicklungspotential für den deutschen Fußball. „Wir dürfen nicht zufrieden sein. Wir müssen mit dem DFB- Leistungszentrum und einem Wissenstransfer den Vereinen die nötige Hilfe leisten. Unsere geballte Kompetenz innerhalb des DFB soll den ausbildenden Vereinen zur Verfügung stehen. Dort findet Hauptarbeit bei der Ausbildung junger Fußballer statt.“

Damit stehe man allerdings nicht allein da. „Viele Länder haben sich an der deutschen Jugendförderung ein Beispiel genommen und aufgeholt. Deshalb müssen wir weitere Entwicklungen vorantreiben.“ Als ein notwendiges Beispiel nannte Bierhoff die Notwendigkeit eines DFB-Leistungszentrums. Mit diesem könnten neue Wege gegangen und Entwicklungen vorangetrieben werden.

Spaniens Vormacht wird gebrochen werden

Mit dieser Aussage spielt der Teammanager auch auf die derzeitige Überlegenheit des spanischen Fußballs an. „Alle sprechen nur noch vom spanischen Fußball und der Überlegenheit des FC Barcelona“, zeigte sich Bierhoff irritiert. „Diese Zeit ist endlich. Mannschaften werden Möglichkeiten finden, auch auf Barcelona zu reagieren, das Spiel wird sich verändern. So war es immer“, erklärte Bierhoff.

„Ende der 80er Jahre war der AC Mailand das Maß aller Dinge im Vereinsfußball. Aber wir betrachten die Entwicklung des Gesamtfußballs und wir wollen die Entwicklung bestimmen.“

Hochklassige Testspiele gegen hochklassige Gegner

Die deutsche A-Nationalmannschaft sieht Bierhoff unterdessen auf einem guten Weg in Richtung Brasilien. Er hat keinerlei Zweifel an einer souveränen Qualifikation für das Turnier. „2013 ist ein Übergangsjahr, in dem die größte Aufmerksamkeit der qualitativen Weiterentwicklung des Teams gelten soll“, erklärte der Teammanager.

„Hochklassige Testländerspiele gegen hochklassige Gegner“ sollen die Mannschaft optimal auf das Turnier vorbereiten. Frankreich steht als erster Gegner bereits fest. Darüber hinaus plant Bierhoff ein Spiel gegen Brasilien im August. Weitere Partien gegen Italien und England sollen der Mannschaft im Falle einer direkten Qualifikation ebenfalls zur Vorbereitung dienen.

Kritik lässt Bierhoff kalt

Die nach dem Ausscheiden im EM-Halbfinale aufgekommene Kritik an seiner Arbeit und an einer mutmaßlich verweichlichten Nationalmannschaft sieht Bierhoff gelassen. Seine Aufmerksamkeit widmet er vielmehr den Planungen für die Weltmeisterschaft in Brasilien. Den Kritikern erteilt er eine deutliche Abfuhr.

„Wir sind noch auf der Suche nach einem passenden Quartier. Natürlich wollen wir nicht in einer Bruchbude unterkommen. Aber letztlich zählen für uns nur gute Trainingsbedingungen und möglichst wenig Reisestress.“ Auch die für Ende der Saison geplante USA-Reise der Nationalmannschaft verteidigte Bierhoff gegenüber seinen Kritikern.

„Solche Reisen sind wichtig. Die Spieler sammeln viele Erfahrungen und wir haben die Variante gewählt, die für die Spieler den wenigsten Stress bedeutet“, sagte Bierhoff.

Rassismus im italienischen Fußball ist für Bierhoff nicht neu

Auf die derzeitige Situation im italienischen Fußball angesprochen, zeigte der Teammanager sich besorgt.

„Es ist kein neues Thema für mich. Auch ich habe zu meiner Zeit diese Form aber auch eine gewisse „Deutschenfeindlichkeit“ erlebt. Es ist ungewöhnlich wie die Spieler des AC Mailand sich verhalten haben. Aber es bringt die notwendige Aufmerksamkeit. Es ist wichtig, dass der Fußball sich gegen jegliche Form des Rassismus positioniert. Die deutsche Nationalmannschaft setzt hier in jedem Spiel ein eindeutiges Zeichen“, erklärte Bierhoff.

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