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Joachim Löw musste sich im EM-Jahr 2012 einige Kritik gefallen lassen, doch im Großen und Ganzen ist er zufrieden weiterhin „die Nummer Zwei in der Welt zu sein“.

Berlin. Es war ein Jahr der Emotionen. Es ging bergauf und bergab, so auch für Bundestrainer Joachim Löw. In einem Gespräch mit der Bild am Sonntag zog der Coach der deutschen Nationalmannschaft einen Strich unter die Bilanz 2012.

„Ich muss auch meine Methoden hinterfragen“

Wenn man sich an die EM 2012 erinnert, bleibt vor allem das bittere Aus gegen Italien zurück. Diese Niederlage konnte auch Löw „das ganze Jahr nicht vergessen“. Er gab zu, dass es der Nationalelf nicht gelungen ist, ihr „Können abzurufen“, wofür er nochmals die Verantwortung übernahm: „Dafür bin ich als Trainer verantwortlich. Deshalb muss auch ich meine Methoden hinterfragen. Natürlich kam der Frust immer wieder hoch, den konnte ich nicht einfach abschütteln.“ Dennoch war er nicht ganz unzufrieden, denn weiterhin „die Nummer Zwei in der Welt zu sein, ist trotz allem nicht so schlecht.“

„Hätte mir die Vorbereitung anders vorgestellt“

Seine Selbstkritik setzte er noch fort: „Ich hätte mir die Vorbereitung anders vorgestellt. Das war vor der WM 2010 unsere Stärke. Das soll jetzt kein Alibi sein. Aber für uns ist die Vorbereitung sehr wichtig. Da müssen wir mit allen Möglichkeiten arbeiten, jeden Tag, jede Stunde nutzen, um uns optimal vorzubereiten.“

In der Nachbetrachtung des Turniers musste Löw auch einige Kritik von außen aushalten, doch er konnte sie stets „differenzieren“, wenn sie auch vor der EM „sehr überzogen“ war: „Das muss man richtig einordnen, aber das kann ich. Natürlich wird polarisiert. Aber das gehört genauso dazu wie manchmal über das Ziel hinauszuschießen. Mir ist es sehr wichtig, dass wir für Kritik offen bleiben.“

Löw: „Wir haben gegen Italien und Schweden mit der Hand auf die heiße Herdplatte gefasst.“

„So ein Spiel wie das 4:4 gegen Schweden passiert nicht mehr“

Gegen Italien und Schweden habe die Mannschaft sich schwer getan, weil die Gegner früh attackierten. Sie konnten das Unvorhergesehene, Unerwartete nicht mehr eindämmen und hatten „häufig ein Problem“ damit: „Wir haben gegen Italien und Schweden mit der Hand auf die heiße Herdplatte gefasst und uns verbrannt. Und es ist wie bei einem Kind: Danach macht man das nicht mehr. Deshalb glaube ich, dass uns so ein Spiel wie das 4:4 gegen Schweden nicht mehr passiert.“

„Wir möchten den Grundstein für Brasilien legen“

Für das kommende Jahr hat er schon feste Pläne: „Wir möchten den Grundstein für Brasilien legen, damit wir uns auf die WM 2014 freuen können. Ohne Turnier ist es immer schwierig, eine Euphorie zu entfalten. Es ist ein Jahr der Konzentration. Wir müssen noch ein paar Prozent rausholen aus der Mannschaft, wir müssen Reize setzen. Alles dafür tun, die Basis zu verbessern. Vielleicht noch früher als vor der EM. Und alles dafür tun, dass sich Deutschland auf die WM 2014 freuen kann. Deshalb beginnt jetzt die Vorbereitung auf die WM. Damit wir nicht die Fehler machen, die wir bei der EM gemacht haben. Dass wir auf Unwägbarkeiten reagieren.“

EURE MEINUNG: Wie sieht Eure Bilanz für die Nationalmannschaft im Jahr 2012 aus?

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