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In der letzten Zeit wird der Bundestrainer von allen Seiten beschossen. Trotz Kritik möchte Löw weiterhin das DFB-Team betreuen und dies eventuell sogar über die WM 2014 hinaus.

Frankfurt. Nach dem Halbfinal-Aus bei der EM 2012 gegen Italien prasselte ein mediales Gewitter auf Joachim Löw ein. Der Bundestrainer steht seitdem arg in der Kritik, doch er weicht von seiner Linie nicht ab und kann sich eine Beschäftigung weit über die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hinaus vorstellen.

„Kraft und Motivation sind unverändert groß“

Der 52-Jährige denkt nicht ans Aufhören, auch nicht nach der WM am Zuckerhut. „Ich habe nie gesagt, dass ich 2014 aufhöre. Kraft und Motivation sind unverändert groß. Daran ändern auch einige Rückschläge nichts. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Spieler stört, dass ich derzeit nur einen Vertrag bis 2014 habe“, so der Trainer der DFB-Elf gegenüber der Bild.

Man muss aber nicht vorschnell Nägel mit Köpfen machen. „Eine Vertragsverlängerung steht derzeit nicht zur Debatte. Ich bin seit 2004 beim DFB, wir kennen uns alle sehr gut. Und zu gegebener Zeit werden wir ein Tendenzgespräch führen, aber in aller Ruhe“, so Löw.

„Der Druck ist gestiegen“

Doch an Rücktritt hat der ehemalige Stuttgart-Coach nicht gedacht, obwohl nach der Halbfinal-Niederlage gegen die „Squadra Azzurra“ die kritischen Stimmen lauter wurden. „Ich orientiere mich an den positiven Momenten unseres Spiels. Und an dem Fakt, dass wir von den vergangenen 25 Qualifikationsspielen 22 gewonnen haben und dreimal Remis spielten“, so Löw.

Dennoch sei die vergangene Zeit die härteste Periode in seiner Zeit als Bundestrainer gewesen. „Es war fünf, sechs Jahre relativ ruhig. Und mit unseren vielen Siegen ist der Druck dann immer weiter gestiegen. Es ist nicht selbstverständlich, 2014 Weltmeister zu werden. Aber das macht mir keine Angst. Weil ich ja sehe, was die Mannschaft zu leisten vermag. Und weil der DFB hundertprozentig hinter mir steht.“



Führungsspieler-Debatte

Beim Thema Führungsspieler stellt sich Löw klar hinter seine Spieler und ist die Vergleiche mit früheren Spielern leid. „Unsere Führungsspieler wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger strahlen Können, Akzeptanz und Dominanz aus. Wir haben heute eine andere Generation von Spielern. Und es werden jetzt plötzlich Spieler glorifiziert, die früher auch nicht alles gewonnen haben. Da werden einige Dinge verdreht.“

Auch mit der Kritik, dass die Nationalmannschaft zu wenig Robustheit an den Tag lege, kann der Fußballlehrer nichts anfangen. „Natürlich muss man Zweikämpfe gewinnen, das ist doch klar, aber es kommt auf die Art und Weise an. Blindes Grätschen ist bei uns nicht gefragt“, stellte er klar.

Erfahrungen für die Zukunft

Besonders das Unentschieden gegen Schweden heizte die Kritik abermals an. Auch beim Bundestrainer hat es Spuren hinterlassen, doch seiner Linie will er weiterhin treu bleiben. „Es ist frustrierend, nach einer 4:0-Führung noch 4:4 zu spielen. Ich möchte unsere offensive Spielweise mit viel Tempo aber nicht aufgeben. Auch wenn das manchmal Risiken birgt“, sagte Löw der Bild.

Der 52-Jährige ist sich sicher, dass diese Partie einen Lerneffekt mit sich bringt und ein Teil der Entwicklung des Teams ist. „Schmerzhafte Lektionen wie gegen Schweden sind hilfreich, mit diesem Druck klarzukommen. Wir werden aus solchen Erfahrungen lernen, um es in Zukunft besser zu machen“, so Löw.

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