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Das „Projekt WM 2014“ geht in die nächste Runde. In Dublin soll die deutsche Nationalelf vor allem in der Defensive verbessert auftreten.

Frankfurt. Am Freitag wird es wieder ernst - das DFB-Team gastiert im dritten Qualifikationsspiel für die WM 2014 in Dublin und trifft dort auf Irland. Dabei sollen einige Dinge, die zuletzt nicht optimal liefen, verbessert werden - vor allem die Abwehrarbeit.

„Es ist wichtig, den Fokus auf die Defensive zu legen, weil wir da in den letzten Spielen nachlässig waren“, erklärte Holger Badstuber am Mittwoch. Dementsprechend wurde auch die Trainingsarbeit gestaltet, wie Co-Trainer Hansi Flick verriet: „Fokus ist die Defensivarbeit. Da haben wir an den Basics gearbeitet, dass wir wieder stabil stehen.“

Die Defensive beginnt vorne

Allerdings stehe dabei nicht nur die Viererkette in der Pflicht: „Im heutigen Fußball ist es aber so, dass die Defensive schon vorne beginnt. Dass man im Verbund kompakt steht. Die Abwehrspieler wie Holger Badstuber machen ja auch viel nach vorne, deswegen kann man auch von den Offensivspielern erwarten, dass sie nach hinten mitarbeiten“, fuhr Flick fort.

Kopfschmerzen bereitet dem Trainerteam der DFB-Auswahl dabei auch die Tatsache, dass man auf den „Außenpositionen nicht die Masse an Spielern“ hat, „die wir uns wünschen“. Der Ausfall von Außenverteidiger Philipp Lahm zwingt Bundestrainer Joachim Löw zu einer Umstellung, allerdings wollte Flick noch nicht verraten, wie diese letztlich aussieht: „Über die Aufstellung zu reden, ist im Moment noch zu früh. Wir wollen auch das Abschlusstraining abwarten.“ Immerhin gäbe es „Spieler, die mehrere Positionen spielen können, von daher haben wir schon Optionen.“

Mit Badstubers Entwicklung zufrieden

Dazu zählt auch Holger Badstuber, der zuletzt beim FC Bayern München links hinten agierte. Mit der Umstellung hat der etatmäßige Innenverteidiger kein Problem: „Wenn man die Position annimmt, ist sie ganz normal. Man kann von links hinten für viel Wirbel sorgen und auch nach vorne Akzente setzen. Dort gibt es vielleicht nicht so viele Spieler, die auf hohem Niveau spielen können. Nach hinten muss man in erster Linie seine Aufgaben erledigen. Schwierig zu spielen ist diese Position aber nicht.“ Flick sieht bei dem FCB-Akteur unterdessen noch Luft nach oben: „Wir sind mit Badstubers Entwicklung zufrieden, aber sie ist mit Sicherheit noch nicht am Ende.“

Götze trainiert individuell

Während Lahm definitiv nicht zur Verfügung steht, musste ein anderer Akteur unterdessen kürzer treten: „Mario Götze hat heute noch nicht alles mitgemacht und teilweise individuell trainiert“, so Flick mit Blick auf die Übungseinheit am Mittwoch. Er fügte an: „Wir hatten heute erstmals alle Mann an Bord. Die Mannschaft ist gut drauf und hat die nötige Lockerheit, die sie auch braucht.“

Für Lockerheit steht immer auch ein Lukas Podolski, der sich beim FC Arsenal zuletzt neues Selbstvertrauen holen konnte und sich auf die Partie auf der Insel freut: „Die Iren sind ein unangenehmer Gegner mit einem positiv verrückten Publikum. Wir wollen dahin reisen und drei Punkte mitnehmen.“

Podolski akzeptiert Trainer-Entscheidung

In der Nationalmannschaft war Podolski zuletzt nicht erste Wahl, er nimmt dies aber gelassen: „Auch wenn ich von der Bank komme, ist meine Stimmung weiterhin gut. Ich fühle mich hier immer wohl. Wir haben einen guten Kader mit viel Qualität. Wenn man mal nicht spielt, ist das kein Beinbruch. Ich werde die Entscheidung des Trainers immer akzeptieren - egal, ob ich von Beginn an spiele oder nicht.“

Für Podolski spricht sicherlich, dass er in der Offensive variabel einsatzbar ist - sogar als Stoßstürmer: „Ich fühle mich in den vorderen Bereichen überall wohl - ob jetzt rechts, links oder ganz vorne. Ich denke, ich habe da auch schon meine Qualität bewiesen. Bei Arsenal habe ich jetzt ein Spiel als Stürmer gemacht.“ Wichtig sei aber, „dass man auf der jeweiligen Position seine Leistung bringt.“

Badstuber fordert Lockerheit

Ein Thema, das zuletzt für leichten Wirbel gesorgt hatte, war die öffentlich vorgetragene Kritik von Bastian Schweinsteiger, der sich negativ über die Stimmung im Nationalteam geäußert hatte: Teamkollege Badstuber meinte dazu: „Bastian Schweinsteiger ist in der Position, Dinge anzusprechen. Andererseits denke ich, dass man damit lockerer umgehen muss. Er will, dass die Mannschaft weiterkommt und sich verbessert. Das ist ein Ziel, das er verfolgt. Ich persönlich habe es nicht beobachtet, dass die Stimmung schlecht ist. Die Stimmung ist hier gut, die Stimmung ist bei Bayern gut, mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Schweinsteiger selbst ist unterdessen wieder im Kader des DFB-Teams, nachdem er zuletzt aussetzen musste - und Flick darüber erfreut: „Wir sind voll zufrieden, dass Bastian Schweinsteiger wieder dabei ist, der für unsere Mannschaft sehr, sehr wichtig ist.“

Mit Schweinsteiger soll in Irland nun der nächste Dreier eingefahren werden, nachdem die ersten beiden Quali-Spiele bereits erfolgreich bestritten wurden. Badstuber weiß, was dafür zu tun ist: „Wir sind für die Spielweise Irlands gewappnet. Da können öfters lange Bälle kommen, da müssen wir sicher stehen, um den zweiten Ball erobern zu können und dann schnell nach vorne zu spielen.“ Ob das gelingt, wird sich am Freitag zeigen.


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