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Vor den Qualifikationsspielen gegen Irland und Schweden stellten die meisten Journalisten Fragen zu den Interviews mit Schweinsteiger und Hoeneß, was Bierhoff leicht verärgerte.

Frankfurt. Die wichtigsten Partien der WM-Qualifikation bisher gegen Irland und Schweden stehen ins Haus, und traditionell lud der DFB im Vorfeld zur Presserunde, die jedoch großteils von den gegenwärtigen Diskussionen um „flache Hierarchien“ im Team, ausgelöst vom Hoeneß-Interview, und den Aussagen von Schweinsteiger zu eher laxen Reaktionen auf der Bank der Nationalmannschaft bestimmt war – Oliver Bierhoff nahm es verwundert zur Kenntnis.

„Leistung wie gegen Österreich wird nicht reichen“

Der Manager der DFB-Truppe richtete deshalb bewusst zu Beginn den Fokus auf den sportlichen Aspekt: „Jogi hat da schon einige Punkte angesprochen, eine Leistung wie gegen Österreich wird nicht reichen.“ Rückkehrer Schweinsteiger ist voller Vorfreude: „Ich war jetzt ein paar Mal nicht dabei und muss dem Bundestrainer danken, dass ich die Zeit erhalten habe, um fit zu werden. Ich habe mich sehr gefreut, nun wieder dabei zu sein und freue mich auf das Spiel.“ Eine ganz besondere Atmosphäre warte in Dublin auf die Mannschaft, so der Bayer, der dort bereits gespielt hat.

Doch ohne die zurzeit üblichen Debatten ging es nicht – Hoeneß hatte im Spiegel mal wieder eins seiner klassischen Interviews aus der „Abteilung Attacke“ losgelassen, wo er unter anderem den „flachen Hierarchien“ ein baldiges Ende prophezeit hatte. Bierhoff dazu: „Wir nehmen das natürlich als gut gemeinten Rat. Ich habe mit ihm gesprochen und diskutiert, aber ich finde es nicht gut, wenn wir Verantwortliche uns gegenseitig bewerten, wir haben uns auch nicht zum FC Bayern eingelassen – intern brodelt es natürlich manchmal, aber das sollte nicht nach außen getragen werden.“

Klose soll ausgezeichnet werden

Nicht verstehen wollte er jedoch die Kritik an Klose („Trifft nur gegen Liechtenstein“): „Er hat so viel für die Bayern geleistet und wurde überall für seine Fairplay -Aktion (Klose gab Hand-Tor zu, d. Red) gelobt und soll auch von DFB dafür ausgezeichnet werden.“

Ansonsten gab er sich Mühe, die Diskussion um die flachen Hierarchien endlich abzuschließen: „In diesem Begriff steckt das Wort Hierarchie doch schon drin. Wir wollen bei der Nationalmannschaft Hierarchien. Wir wollen, dass Spieler wie Lahm, Schweinsteiger, Khedira oder Neuer Verantwortung übernehmen. Wir fordern das auch ein. Aber es gibt nicht mehr diese radikalen Hierarchien.“

Meinungsverschiedenheit ausgeräumt

Danach wurden auch letzte Ungereimtheiten zu Schweinsteigers Äußerungen ausgeräumt: „Ich stehe dazu. Ich bin überrascht, welche Aufmerksamkeit das nach sich gezogen hat. Es gibt wichtigere Themen“, fand „Schweini“, Bierhoff fügte hinzu: „Wir haben das besprochen und es gibt da keine Probleme. Wir hatten eine unterschiedliche Wahrnehmung und haben das in einem Gespräch geklärt.“

Dann durfte auch noch einmal über Fußball gesprochen werden, Schweinsteiger sprach über Schwedens Leader Ibrahimovic: „Ein überragender Stürmer, der Spiele alleine entscheiden kann. Ich hoffe, dass er gegen uns nicht so gut in Form ist wie bei Paris“, und gab zu, dass ihm auch vor der EM eine längere Pause gutgetan hätte, er sich jedoch immer für das Team aufreibe, wenn man es von ihm erwarte, vermisste jedoch die Anerkennung: „Wir haben ein Spiel gegen überragende Italiener verloren, ich weiß nicht, wo geschrieben steht, dass man alle Spiele gewinnen muss. Schade, dass da der allgemeine Respekt fehlt.“ Seine Meinung werde er auch weiterhin kundtun, doch lieber intern, das sei ihm wichtiger. Doch am wichtigsten ist ihm und dem Team nun in erster Linie wohl die WM-Quali, die in dieser Pressekonferenz etwas zur Randnotiz wurde.

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