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Bundestrainer Joachim Löw hat den Verteidiger vom Hamburger SV wieder in den Kader berufen. Eine überraschende, schwer nachzuvollziehende Entscheidung.

Frankfurt. Es war die Überraschung am Montag: Heiko Westermann rückt für Mats Hummels in die Nationalmannschaft nach. Es war erneut eine Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw, die wenige nachvollziehen konnten. Nach der Verletzung des Dortmunder Innenverteidigers war es fraglich, ob Löw überhaupt noch einmal nachnominieren sollte.

Tenor: Mit Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Holger Badstuber und Per Mertesacker sind doch eigentlich ausreichend Innenverteidiger im Kader zu finden. Außerdem für viele klar: Wenn der Bundestrainer schon einen neuen Mann nominiert, dann doch bitte einen jüngeren. Einen unverbrauchten. Ein Talent, das auf internationaler Ebene bereits jetzt wichtige Erfahrungen sammeln kann – unter den Fittichen des Bundestrainers.

Westermann genießt in Deutschland nicht die Lobby, um mit großem Jubel in der Nationalmannschaft begrüßt zu werden. Sein letztes Länderspiel machte er vor rund zwei Jahren gegen Schweden. Es folgten für ihn schwere Zeiten und der Sturz aus der DFB-Elf. Chance vertan? Nicht in den Augen von Löw. Er gibt dem erfahrenen zentralen Verteidiger erneut eine Chance und lässt (vorerst) andere zuhause.


DEUTSCHE INNENVERTEIDIGER | So lief die Saison bisher für sie*

Spieler Spiele
Angekommene Pässe
Karten:
(Gelb/Rot/Gelb-Rot)
Tore
Gewonnene Zweikämpfe
Philipp Wollscheid (Leverkusen) 7 90,3 % 2/0/0 2 68,4 %
 Marvin Compper
(Hoffenheim)
7 84,8 %
0/0/0 0 58,4 %
Jan Kirchhoff
(Mainz)
6 83 %
3/0/0 0 65,5 %
 Matthias Ginter
(Freiburg)
7 85,4 %
0/0/0 0 63,6 %
 Serdar Tasci
(Stuttgart)
5 90,6 %
1/0/0 0 50 %
Heiko Westermann
(Hamburg)
7 78,8 %
1/0/0 1 64,5 %
 
                                                                                                                                                *Quelle der Werte: bundesliga.de

Weitere Optionen wären gewesen: Marvin Compper oder Serdar Tasci. Beide spielten bereits in der Nationalmannschaft, konnten aber bisher in der laufenden Saison nur mit durchwachsenen Leistungen auf sich aufmerksam machen. Jan Kirchhoff vom 1. FSV Mainz 05 ist seit geraumer Zeit auf dem aufsteigenden Ast, Matthias Ginter ist bisher der Defensiv-Newcomer des SC Freiburg, überzeugte in den vergangenen Wochen.

Gewünscht hätten sich aber viele Fans einen ganz anderen: Philipp Wollscheid. Er spielte in der vergangenen Saison stark, wechselte anschließend vom 1. FC Nürnberg zu Bayer 04 Leverkusen und wurde am Rhein direkt eine feste Größe in der Abwehr. Er ist nach Statistiken einer der besten Innenverteidiger der Liga, mit seinen 23 Jahren kommt er bald ins beste „Fußballer-Alter“. Was sprach also noch für Westermann?


RÜCKKEHRER | Heiko Westermann spielte im November 2010 gegen Schweden letztmals für Deutschland

Am Ende dürfte es womöglich seine Erfahrung gewesen sein. Beim FC Schalke 04 und beim Hamburger SV spielte er meist auf hohem Niveau, mit 29 Jahren gehört er noch nicht zu den ganz alten Eisen der Liga. In jedem Fall gilt aber: Selbst wenn diese Löw-Entscheidung für viele nicht nachvollziehbar ist, so gilt es, sie dennoch zu respektieren.

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