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EM-Aus, Hymnendikussion und Führungsfiguren: Einen Tag nach Jogi Löws verbaler Abrechnung äußerten sich Sami Khedira und Marco Reus zu den Themen - und freuten sich auf Leo Messi.

Frankfurt. EM-Aus, Hymnendikussion und Führungsfiguren: Einen Tag nach Joachim Löws verbaler Abrechnung bestimmten diese Themen nach wie vor die DFB-Pressekonferenz vor dem Testspiel gegen Argentinien. Sami Khedira und Marco Reus äußerten sich auf Nachfrage der Journalisten.

„Das war teilweise auch beleidigend, aber damit müssen wir zurecht kommen“

Joachim Löws Kritik an der übermäßigen medialen Kritik nach dem EM-Aus gegen Italien konnte Khedira nur zustimmen: „Nach dem verlorenen Halbfinale waren wir selbst enttäuscht und mussten uns diese sportliche Kritik gefallen lassen. Aber danach wurden auch Dinge geschrieben, die sehr persönlich waren und nichts mit dem Sport zu tun hatten. Teilweise war das auch beleidigend, aber damit müssen wir zurecht kommen.“ Auf Nachfrage äußerte sich Khedira auch zum Hymnen-Thema.

„Ein Thema, das etwas künstlich aufgebauscht wurde, da wurden Gründe gesucht, warum wir unsere Leistung nicht abgerufen hätten.“ Als Gegenbeispiel führte Khedira die gewonnene U-21-Europmeisterschaft 2009 an: „Da war das kein Thema. Zu sagen, wir wären keine guten Deutschen, ist nicht fair. Unser Ziel war es, die EM zu gewinnen, da haben wir alles dran gesetzt. Das darauf zu reduzieren, dass wir die Hymne nicht singen, ist nicht richtig.“

Ebenso hallte die Frage nach Führungspersönlichkeiten nach: Lahm und Schweinsteiger fehlen gegen die „Albiceste“.  Khedira, der sich schon während der EM als heimlicher Leader heraus kristalliert hatte, sieht darin aber keinen Nachteil – und sich selbst nicht als einzigen, der vorangeht: „Ich versuche immer, Verantwortung zu übernehmen, auch durch meine Position. Aber wir haben viele Spieler, die vorneweg marschieren“, betonte der Real-Spieler.

Im Grunde habe sich das DFB-Team verbessert, auch wenn das eigentliche Ziel noch nicht erreicht sei: „Wir sind in der Breite viel stärker geworden. Uns fehlt der Titel, aber davon werden wir uns nicht beeindrucken lassen.“ Das anstehende Spiel gegen Argentinien sah der 25-Jährige als eine neue Möglichkeit, sich zu beweisen. Es sei „immer was besonderes gegen die besten der Welt, mit Di Maria und Higuain. Gegen solche Top-Spieler kann man sich immer wieder messen. Es wird sehr schwer, Messi zu stoppen. Aber wir sind sehr gut vorbereitet“, versprach Khedira.

Auch Reus rekapitulierte auf Nachfrage nochmal die EM und sah die kommende WM-Qualifikation als Möglichkeit zum Neustart: „Wir hatten uns natürlich was anderes vorgestellt, aber wir müssen nach vorne schauen und wollen gegen Argentinien mit dem Neustart anfangen, um 2014 an den Start zu gehen und Gas zu geben.“

Zudem appellierte der Neu-Dortmunder daran, das Halbfinale gegen Italien nicht überzubewerten: „Wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden, was gut war. Italien war vielleicht einfach geiler auf den Sieg. Vielleicht hat es bei uns ein bisschen gefehlt, aber auf diesem Niveau sind es eben Kleinigkeiten. Wir haben bewiesen, dass wir das erreichen können.“ Nach der durch die Journalisten erfragten Aufarbeitung konnte Reus aber auch nach vorne blicken und freute sich darauf, „dass erste Mal mit diesem unbestrittenen Weltklassespieler“ auf dem Platz zu stehen.

Gemeint war natürlich Lionel Messi: „Beim ihm sieht alles einfach aus, dennoch steckt harte Arbeit dahinter. Aber wir werden gut vorbereitet sein.“

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