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Das verstummen einiger deutschen Spieler bei der Nationalhymne ist nach wie vor ein Thema. Gerhard Mayer-Vorfelder fordert sogar den Ausschluss der nicht mitsingenden Akteure.

Berlin. Rund drei Wochen nach dem EM-Halbfinalaus der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien gibt es noch immer Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Mitsingens der Hymne. Der Ehrenpräsidenten des DFB, Gerhard Mayer-Vorfelder, fordert, dass Joachim Löw die Spieler zukünftig zum singen zwingen oder ihnen im Umkehrschluss einen Auftritt im Nationaldress verwehren solle.

„Klar kann man die Spieler zwingen“

Für Mayer-Vorfelder gibt es zu dem Thema keine zwei Meinungen. Wer mit der Nationalmannschaft aufläuft und sein Land repräsentiert, müsse dies auch vor dem Spiel mit dem Singen der Nationalhymne machen. Und Joachim Löw spielt dabei für ihn die wichtigste Rolle.

„Der Bundestrainer muss die Singpflicht durchsetzen. Notfalls in einem Vier-Augen-Gespräch. Er sagt immer, er könne sie nicht zwingen. Ich sage aber: Klar kann man die Spieler zwingen. Wenn sich einer der Spieler dann immer noch beharrlich weigert, dann wird er eben nicht mehr eingeladen. Und wenn Löw einem seiner Spieler sagt, dass er singen muss, weil er sonst nicht mehr nominiert wird, dann wird er ganz schnell springen“, so Mayer-Vorfelder gegenüber der Bild.

„Ich kann nicht so tun, als wäre ich nur ein halber Deutscher“

Dass einige Spieler wie Lukas Podolski oder Sami Khedira aus Respekt vor ihrem Geburtsland nicht mitsingen wollen, scheint für Mayer-Vorfelder kein Argument. „Das glaubt doch kein Mensch, dass Khedira nicht mitsingt, weil er so einen großen Respekt vor Tunesien hat. Der Migrationshintergrund ist für mich keine ausreichende Begründung, stumm zu bleiben. Ich kann nicht für die DFB-Auswahl auflaufen und alle Vorteile einstreichen wollen, dann aber so tun, als wäre ich nur ein halber Deutscher.“

Der 79-Jährige sieht im Mitsingen sogar einen Teil des Erfolges, zumindest wenn man die letzte Begegnung der deutschen Elf gegen Italien als Beispiel nimmt: „Die Italiener haben mit Inbrunst mitgesungen - und auch mit der gleichen Leidenschaft für ihr Land gespielt. Und wir? Das sah fast schon beschämend aus.“

Am 15. August hat die Nationalmannschaft in Frankfurt ihr erstes Spiel nach dem EM-Aus.

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