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Ralf Rangnick ist neuer Sportdirektor bei Red Bull, dochnebenbei arbeitet er die EM auf und analysiert die Fehler. Eine direkte Kritik an Joachim Löw übt er aber nicht.

Leipzig. Ralf Rangnick weilt in Leipzig, um als neuer Sportdirektor auch bei RB Leipzig vorgestellt zu werden, doch eine Aufarbeitung des erneuten Halbfinal-Aus ist auch für ihn wichtig.

„Jogi Löw wollte mit den Bayern-Spielern Dortmunder Fußball spielen“

In seiner Expertenkolumne für die Sport Bild arbeitet er die Niederlage der Löw-Elf auf, will aber auch ganz klar kleine Kritik an den Stil des Bundestrainers üben, „sondern das Geschehene aufarbeiten.“ Er schreibt weiter: „In dem Moment, wo Jogi Löw vermehrt auf den Bayern-Block gesetzt hat, hat er auch verstärkt auf den Stil der Münchner Spieler gebaut. Jogi Löw wollte mit den Bayern-Spielern Dortmunder Fußball spielen. Doch die Mannschaft hatte diese Spielweise, dieses dauernde Attackieren, die sie in den Tests gegen Brasilien oder Holland schon gezeigt hat, noch nicht wieder vollständig verinnerlicht.“


„Lukas Podolski war für mich ein Ausfall“

Rangnick, der selbst erfolgreich bei Schalke und Hoffenheim als Trainer arbeitete und den DFB-Pokal holte, sah im Spielstil der DFB-Elf noch einen Hauch von Louis van Gaal und somit der Bayern, also „einen langen, eigenen Ballbesitz und viele Quer- und auch Rückpässe.“ Das  wird stets als Ballkontrolle bezeichnet, doch auch im Champions League Finale hat es für die Bayern so nicht gereicht: „In den Positionen links und rechts vorne sowie in der Zentrale brauchst du Spieler, die sich mit anbieten, die in die Schnittstellen gehen. Das können Spieler wie ein Schürrle und Reus par excellence, die gegen die Italiener aber nicht in der Startelf standen. Lukas Podolski – ich sage das so hart – war für mich ein Ausfall.“

Da Reus spielte, musste Mesut Özil von seiner angestammten Position im Zentrum auf die Außenseite kommen. Doch gegen Griechenland machte er noch „sein bestes Turnier-Spiel und alle dachten, dass er nun so richtig bei der Europameisterschaft angekommen sei.“ Er konnte sogar zu Torchancen kommen und sorgte für „viel Vertikalität im Spiel.“


Del Bosque und Prandelli perfektionierten kleine Details

In den Mannschaften von del Bosque und Prandelli ist das noch so kleine Detail zu einem Automatismus geworden: „,Papa’ del Bosque lässt seine Spieler so spielen, wie sie es aus ihren Vereinen, dem FC Barcelona und Real Madrid, gewohnt sind. Spanien spielt nicht ganz den Barça-Fußball, aber es sind viele Elemente vorhanden. Damit meine ich nicht nur das Spiel mit dem Ball, also Tiki-Taka, sondern auch gegen den Ball. Es ist nicht so extrem, wie es Barcelona macht, doch in der Defensive schalten sie schnell auf Rückeroberung um und setzen zum Konter an.“

So konnte Spanien auch ohne echte Stürmer die Gegner durch ihr Spiel zermürben und Tore herausspielen. Dazu sind Spieler nötig, die „mit aller Macht in den 16er eindringen wollen, denn sonst spielst du Tiki-Taka ohne Torabschluss.“

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