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Vor dem Spiel seiner Landsmänner gegen die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch hat sich der UEFA-Präsident als großer Anhänger der DFB-Elf geoutet.

Köln. UEFA-Präsident Michel Platini hat sich vor dem Länderspiel „seiner“ Franzosen am Mittwoch gegen die deutsche Mannschaft in einem Interview als Fan der DFB-Elf geoutet. Zudem sprach er über die Diskussion um FIFA-Präsident Blatter und den Wechsel an der DFB-Spitze. 

„Deutschland? Das beste Team Europas“

Gegenüber der Welt am Sonntag lobte der ehemalige französische Nationalspieler die deutsche Nationalelf: „Deutschland hat derzeit das beste Team Europas, sehr jung, sehr kreativ. Kein Punktverlust in der EM-Qualifikation - Ihr seid die großen Favoriten für die Europameisterschaft, zusammen mit Spanien.“ Frankreichs Mannschaft sieht der 56-Jährige dagegen nicht so positiv: „Wir haben zwei, drei wirklich gute Spieler wie Karim Benzema und Franck Ribery. Der Rest ist so lala.“

Platini will keine Torkamera

Platini sprach sich zudem gegen die von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bevorzugte Torkamera-Regelung aus: „Fußball ist der beliebteste Sport der Welt, weil er einfache Regeln hat, die überall funktionieren.“ Ein Tor, wie jenes von England im WM-Achtelfinale 2010, das zu Unrecht nicht anerkannt wurde, fällt laut dem ehemaligen Weltklassespieler „nur alle paar Jahre“.

Die Alternative, welche der Franzose bevorzugt, ist der Einsatz zusätzlicher Torlinien-Schiedsrichter, die bereits im Europacup eingesetzt werden. Es sei immer besser, „Menschen einzusetzen, die Situationen bewerten können - zum Beispiel bei einem Handspiel - als komplizierte Technik zu installieren.“

Blatter nicht in Korruptionsfall verwickelt

Der UEFA-Präsident hält es für ausgeschlossen, dass Sepp Blatter in eine der Korruptionsaffären der FIFA verwickelt sein könnte. Er meinte: „Bestimmt gab es in der FIFA Fälle von Korruption, aber davon nehme ich Blatter aus. Ich bin sicher, dass er clean ist.“ Zudem dementierte Platini die Gerüchte, nach welchen er schon vor Ablauf von Blatters Amtzeit den Schweizer als FIFA-Präsident ablösen könnte: „Ich bin gewählter Präsident der UEFA, Blatter ist gewählte Präsident der FIFA. Bis 2015 wird sich daran nichts ändern.“

„Katar ist offiziell gewählt worden“

Im Hinblick auf die WM 2022 in Katar setzt sich Platini für eine Ausrichtung im Winter ein. Die Kritik an der Wahl des Ausrichtungsortes will er nicht unterstützen: „Katar ist offiziell gewählt worden. Diese Wahl steht fest. Ich rege aber an, die WM im Winter durchzuführen, denn im Sommer herrschen dort über 50 Grad.“

„Wechsel zu Niersbach ist eine gute Wahl“

Den Wechsel an der DFB-Spitze von Theo Zwanziger, der die WM-Vergabe an Katar kritisierte, zu Wolfgang Niersbach begrüßt der Franzose: „Bei Niersbach bin ich sicher, dass wir von Beginn an eine hervorragende Zusammenarbeit haben werden. Wolfgang und ich sind aus einer Generation, während Zwanziger und ich aus zwei verschiedenen Welten stammen.“ Er sieht in Niersbach eine sehr gute Wahl, obwohl er den kommenden DFB-Präsidenten beim ersten Aufeinandertreffen beschimpft hatte. Als DFB-Mediendirektor belauschte Niersbach vor 22 Jahren den damaligen Nationaltrainer Frankreichs während eines Länderspiels, als dieser Anweisungen gab. Platini erinnert sich: „Als ich ihn dabei erwischt habe, rief ich: ,Hey, du Lump, verzieh dich!‘ Seitdem sind wir Freunde.“

Eure Meinung: Glaubt ihr auch an den EM-Erfolg der DFB-Elf?

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