Joachim Löw: „Das hat mich sehr bewegt“
Es ist nun genau eine Woche, da wurde Robert Enke in Hannover vor mehr als 40.000 Zuschauern in der AWD-Arena bei einer bewegenden Trauerfeier verabschiedet. Mittlerweile rollte auch in der Bundesliga wieder der Ball. Aber es ist auch klar, dass es noch viele Wochen dauern wird, ehe der Weg zur Normalität gegangen ist. Auch für den deutschen Bundestrainer Joachim Löw wird es noch eine sehr schwere Zeit werden.
„Das hat mich sehr bewegt“
Allerdings ging es dem Bundestrainer neben dem grünen Rasen nicht gut, die Situation habe ihn sehr mitgenommen: „Meine ganze Gefühlswelt war durcheinander. Ich habe schlecht geschlafen, bin nachts mehrmals aufgewacht. Und habe mich dann immer gefragt: Warum ist das bloß passiert? Die seelische Belastung war enorm, ganz klar.“ Schwierig sei für ihn auch der Weg zum Stadion am Mittwoch gewesen, als er mit der Delegation gegen die Elfenbeinküste antreten musste: „Ein sehr bedrückendes Gefühl. Auf der Fahrt ins Stadion habe ich gedacht: Normalerweise würde Robert jetzt hier im Bus sitzen, unter all den Spielern.“ Unmittelbar vor dem Anpfiff schaute Löw dann auf den Videowürfel: „Ja, da liefen viele Szenen aus Roberts Leben. Das hat mich sehr bewegt.“ Auch während des Spiels ging es ihm alles andere als gut.
„Viel mir schwer, mich zu konzentrieren“
So habe er Probleme gehabt, sich überhaupt mit dem Spiel zu beschäftigen: „Sind meine Gedanken immer wieder abgeschweift. Ich habe an Roberts Spiele für die Nationalmannschaft gedacht. Mir vorgestellt, dass er jetzt mit seinen Torwarthandschuhen klatscht und die anderen motiviert. Er war ja ein positiver, ein ehrgeiziger Torwart, der die anderen mitgezogen hat. Es fiel mir in vielen Momenten schwer, mich zu konzentrieren.“ Im Endeffekt war der Nationaltrainer dann aber auch froh, dass alle Spieler auflaufen wollten: „Ich habe mich lange mit Per Mertesacker unterhalten, der Robert sehr gut kannte. Aber auch Per wollte spielen. Und wenn jemand gekommen wäre und mich gebeten hätte, lieber draußen zu bleiben – ich hätte dem Wunsch entsprochen.“ Es wird wohl noch ganz viele Momente im Kreise der Nationalmannschaft geben, in denen dann eben doch das Schicksal von Robert Enke in den Köpfen den Sport verdrängt.
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