Der doppelte Podolski

Die zwei Gesichter des Lukas Podolski – beim Länderspiel gegen die Elfenbeinküste zeigte der Spaßfußballer wieder einmal sein Ausnahmetalent und das nicht nur wegen seiner beiden Tore.

Lukas Podolski setzt sich gegen Kolo Toure durch, trifft zum späten Ausgleich gegen die Elfenbeinküste (Bongarts/Getty Images)
Vor Ort von der deutschen Nationalmannschaft
Berichtet François DUCHATEAU

Gelsenkirchen.
Lukas Podolski gleicht für Deutschland kurz vor Schluss aus. Ein Deja-vu? Nachdem der „Prinz“ bereits beim letzten Spiel gegen Finnland mit seinem Tor dazu beitrag, dass der Löw-Elf von den Fans nicht ganz der Kopf abgerissen wurde (Denkzettel in Gelsenkirchen: Nur 33.000 Zuschauer – absolute Negativkulisse), rettet die Nummer 10 auch gegen die Elfenbeinküste die Ehre der Nationalelf.

Poldi frei von Blockaden

Als Stefan Kießling in der elften Minute von Guy Demel unintelligent von den Beinen gerissen wurde, sprang Joachim Löw sofort auf und zeigte mit dem Finger auf Lukas Podolski. „Ja, DU, schießt“, symbolisierte der Bundestrainer klar. Der „Geißbock“ lief cool an, ohne groß nachzudenken und verwandelte eiskalt zum 1:0. Löw wusste wieso er den 24-jährigen in die Pflicht nahm. Wer die Trainingseinheiten der deutschen Nationalmannschaft beobachtet hat, der sah einen „befreiten“ Lukas Podolski, der es sichtlich genießt in der Nationalmannschaft zu sein. Nachdem,  wie sich der Kölner bei den Übungseinheiten in Düsseldorf und letztendlich heute auf dem Platz gegen die Elfenbeinküste präsentierte, bestätigte sich der Eindruck, dass er derjenige war, der vielleicht am schnellsten Schalter gen Normalität umlegen und Blockaden lösen konnte. Doch nicht falsch verstehen: Dass die Enke-Tragödie „Prinz Poldi“ sehr wohl mitgenommen hat, bewies sein Torjubel. Reflexartig zeigte die Nummer 10 mit dem Finger nach oben, widmete Robert Enke diesen Moment. Gänsehaut pur.

Spielfreude pur der Nummer 10

Auch sonst gelang dem Linkfuß heute alles. Nicht nur seine zahlreichen eigenen Torchancen machten Podolski zum auffälligsten Akteur der DFB-Auswahl, auch seine Mitspieler setzte der 37-fache Torschütze permanent in Szene. Auch wenn  Lukas Podolski nach dem Spiel es Leid war, über seine Rolle zu reden, genoss der in Polen aufgewachsene Kicker die Freiheit, die Löw ihm heute gab: Ob neben Kießling im Sturm, per Distanzschuss aus der zweiten Reihe oder als überall auftauchender Ballverteiler und Anspielpunkt im offensiven Mittelfeld – Lukas Podolski war Spielfreude pur.

Zwei Gesichter

Seine Bilanz bei der Nationalelf ist einfach nur phänomenal. Seine Extraklasse hat Lukas Podolski wieder einmal aufblitzen lassen. Hat es doch damit zu tun, dass der FC-Kicker in seinem Verein schlechtere Mitspieler auf dem Platz stehen hat und meist in taktischen Verbindlichkeiten eingeschnürt wird? Oder warum sehen wir im DFB-Trikot ständig einen anderen Podolski? Vielleicht ist aber jetzt auch der Knoten ganz einfach geplatzt. Und mit Selbstbewusstsein im Rücken löst der „Prinz“ nun auch die Drucksituation im Verein? Aus der Nationalmannschaft ist er jedenfalls nicht wegzudenken.

Schon gelesen? - Matchwinner Lukas Podolski im Interview: „Eine Geste für Robert“

Wie habt ihr die Leistung von Lukas Podolski gesehen? Ist er aus der Startelf des DFB-Teams überhaupt wegzudenken? Warum klappt es in der Nationalelf, aber noch nicht so Recht in Köln?

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