Deutschland: Mit Wundertüte gegen die Elfenbeinküste

Nach dem Tod von Robert Enke sprach DFB-Pressesprecher Harald Stenger zu Recht davon, „das Spiel am Mittwoch gegen die Elfenbeinküste kein normales werden wird.“ Auch wenn die DFB-Führung beteuert, man wolle den Test ernst nehmen und zurück zur Normalität kehren, steht der Stellen- und der Nutzwert dieser Begegnung dennoch weiter im Raum.

Nationalspieler Philipp Lahm (Bongarts/Getty-Images)
Vor Ort von der deutschen Nationalmannschaft
berichtet François DUCHATEAU

Düsseldorf.
Oliver Bierhoff deckte zuerst das Geheimnis um die T-Frage bei der zweiten DFB-Pressekonferenz in Düsseldorf auf. Tim Wiese wird in Gelsenkirchen bewusst beginnen, „um auch einmal das Gefühl bei der Hymne mitzubekommen“ und von Manuel Neuer pünktlich zum Seitenwechsel ersetzt. Gestern bereits bestätigte Joachim Löw den Ausfall von Michael Ballack und deutete an, dass Stefan Kießling es sich „verdient habe“ von Anfang an zu Stürmer.

Kießling gibt sich selbstbewusst

Der Angreifer von Bayer 04 Leverkusen war ebenso bei der Pressekonferenz anwesend wie Philipp Lahm, der morgen als Kapitän die Mannschaft aufs Feld führen wird. Wer neben dem amtierenden Spitzenreiter der Bundesliga-Torschützentabelle auflaufen wird, weiß weder Kießling, noch der Bundestrainer. Nicht undenkbar sei außerdem die These, dass Kießling morgen als einzige Spitze fungiert – alles schon erlebt im DFB-Team. An Selbstvertrauen mangele es Kießling anscheinend jedoch nicht, wie er auf der Pressekonferenz in der Mercedes Benz Niederlassung verlauten ließ auf die Frage zum Vergleich zu den ähnlichen Spieltypen Klose und Gomez: „Mario und Miro sind auch große Spieler."

Lahm: „Nun muss es wieder losgehen“

Die Personalfrage gleicht einer Wundertüte. Da Löw gestern bestätigte, nur Spieler aufzustellen, die nach dem Enke-Schock auch mental in der Lage seien, ist umso mehr alles möglich. Bayern-Verteidiger Lahm jedenfalls unterstrich, dass er sich auf die Begegnung gegen die Afrikaner freue, auch im Hinblick mit dem gewollten Schritt gen Normalität. „Es war sehr wichtig für die Mannschaft, am Sonntag nach Hannover zu fahren und sich zu verabschieden. Die Zeit zum Trauern war wichtig. Am Samstag in Köln gegen Chile wäre es unmöglich gewesen zu spielen. Nun muss es wieder losgehen“, zumal der Bayern-Kicker betonte, wie sehr Spaß ihm Fußball doch bereite. Gegen die Elfenbeinküste hat er Chance dies unter Beweis zu stellen und so hoffentlich die Herzen von Fußball-Deutschland zurückzuerobern.

Was meint ihr: Wie wird Löw morgen spielen lassen? Was ist drin für die deutsche Mannschaft gegen die Elfenbeinküste?

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