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Spielbericht: Deutschland – Südafrika
278 Tage vor dem Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft 2010 hat sich der Gastgeber aus Südafrika nicht gegen die deutsche Nationalmannschaft behaupten können. Gegen die Spieler mit dem Adler auf der Brust gab es eine 0:2 (0:1)-Niederlage, die gerechtfertigt war. Bei der Truppe von Bundestrainer ist noch lange nicht alles einwandfrei, aber die Formkurve geht im Vergleich zu den letzten Länderspielen wieder nach oben.
Von Dennis WEINACHT
Leverkusen. Alles sollte nun besser werden. Endlich wollte die deutsche Nationalmannschaft wieder eine tolle Leistung zeigen und sich damit für das so wichtige Spiel in der kommenden Woche gegen den Aserbaidschan rüsten. Klar war aber schon vor dem Spiel: Gegen Südafrika würde es kein Leichtes werden. So war es dann auch während der Begegnung, wenngleich die DFB-Elf sich verbessert im Vergleich zu den letzten Wochen zeigte. Der 2:0-Erfolg dank eines guten Mesut Özil und eines starken René Adlers geht am Ende in Ordnung.
PERSONAL & TAKTIK
Bei der deutschen Nationalmannschaft gab es einige Überraschungen in der Startelf. In der Innenverteidigung etwa spielte Arne Friedrich von Beginn an neben Serdar Tasci. Zudem ließ der Bundestrainer Joachim Löw mit nur einer Spitze im Angriff spielen, diese sollte von Mesut Özil und überraschender Weise auch von Marko Marin unterstützt werden. Als einziger Angreifer stand Mario Gomez auf dem Feld. Das Tor hütete wie erwartet René Adler bei seinem Heimspiel in der BayArena zu Leverkusen.
Die Gäste spielten hingegen mit zwei Stürmern und einem 4-4-2 – System. Trainer Santana wollte dabei seine Mannschaft kompakt spielen und dann auf Konter gehen lassen. Für die spielerischen Akzente sollten dabei unter anderem Steven Pienaar im Mittelfeld und Bernard Parker im Angriff sorgen.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Die DFB-Elf begann direkt sehr flott und wollte endlich wieder eine souveräne und spielerisch gute Leistung abliefern. Allerdings standen die Gäste im gesamten ersten Durchgang in der Abwehr sehr sicher, so dass lediglich aus der Distanz Chancen entstanden. Dabei waren die Abschlüsse aber oft zu unplatziert. In einigen Situationen agierte auch der südafrikanische Schlussmann in Diensten von Arminia Bielefeld, Rowen Fernandez, sehr stark. So hielt der Schlussmann klasse nach 32 Minuten, als Mario Gomez aus 17 Metern sein Glück versuchte.
Drei Minuten später sollte er es besser machen. Nachdem Mesut Özil, der insgesamt sehr stark aufspielte, den Ball zu Michael Ballack weitergeleitet hatte, fand dieser mit seiner flachen Hereingabe Mario Gomez, der nur noch einschieben musste. Ein sehenswert herausgespielter Treffer, bei dem der Angreifer des FC Bayern München tendenziell nicht im Abseits stand. Ganz aufzuklären war das aber nicht. Es war in jedem Fall aber der schönste Angriff der DFB-Elf bis zur Pause. In der Defensive waren die Deutschen weitgehend unbeschäftigt.
So auch René Adler, der nur einmal richtig gefordert war: Im Anschluss an einen Freistoß löpfte Arne Friedrich sehr gefährlich und platziert aufs eigene Tor, blitzschnell und hochklassig tauchte der Schlussmann aber ab und konnte das Eigentor gerade noch verhindern (37.). Ansonsten war bei der deutschen Nationalmannschaft eine leichte Verbesserung im Vergleich zu den letzten Länderspielen erkennbar. Südafrika stand sehr stabil, aber die DFB-Delegation agierte geduldig nach vorne. Vor allem Marko Marin und Mesut Özil, die beide zum ersten Mal in der Startelf standen, belebten das Spiel der Löw-Truppe.
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Für die zweite Halbzeit wechselte Joachim Löw dreifach aus. Für Arne Friedrich, Marko Marin und Mario Gomez kamen Heiko Westermann, Lukas Podolski und der damit 90-fache Nationalspieler Miroslav Klose. Besser wurde es aber dadurch spielerisch zunächst nicht. Die Akteure wirkten sehr bemüht, aber Südafrika stand gut und auch Schlussmann Fernandez spielte sehr überzeugend mit, erstickte oft die Gefahr im Keim. Nur ganz selten war der Afrikameister von 1996 in der Abwehr unsortiert. Etwa als Simon Rolfes nach 60 Minuten aus der zweiten Reihe abzog und der Ball nur knapp das Tor verfehlte.
Zur Mitte der zweiten Halbzeit hin wurde das Spiel dann aber nochmal richtig spannend. So war die 65. Minute so wichtig für diese Partie: Nachdem Deutschland einen gute Chance auf das 2:0 vergeben hatte, war plötzlich Mphela auf der Gegenseite durch. Nur ein genialer Reflex des starken René Adler verhinderte erneut den Ausgleich. Kurz darauf war wieder Philipp Lahm in einer guten Position. Nach einem Solo verfehlte er aber kurz vor dem Strafraum mit einem ordentlichen Schuss das Tor von Rowen Fernandez knapp (68.).
Seine tolle Leistung zum Schluss konnte Mesut Özil dann aber nochmals krönen. Nach einer starken Kombination über Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose war der Bremer zur Stelle, schloss eiskalt frei vor Fernandez zum vorentscheidenden 2:0 ab (77.). Er durfte sich aber auch bei Klose für eine tolle Vorarbeit bedanken. Der zuletzt schwächelnde Stürmer des FC Bayern München machte seit Monaten wieder eine sehr starke Partie, war viel unterwegs und ließ auch die spielerische Qualität nicht vermissen. Es war die Entscheidung in einer phasenweise unterhaltsamen Begegnung. Auch wenn René Adler in der letzten Spielminute einmal mehr klasse zur Stelle war. Er hielt am Ende den 2:0-Erfolg fest.
SCHLÜSSELSPIELER
Im Spiel der Deutschen waren vor allem Mesut Özil und Philipp Lahm zwei der Schlüsselspieler. Sie setzten immer wieder starke Akzente nach vorne. Auch Michael Ballack bewies sich im Mittelfeld als sicherer Ruhepunkt. Bei den Gästen aus Südafrika war sicherlich vor allem der Keeper Rowen Fernandez hervorzuheben. Er hatte einiges zutun und spielte über die gesamte Spieldauer sehr gut mit. Nur dank einer souveränen Leistung des Schlussmanns blieb es am Ende bei diesem knappen 2:0 der DFB-Elf. Auch ein Gegentor wäre aber möglich gewesen für die Mannen von Joachim Löw. Diese aber fielen nicht, weil René Adler zu einem der Leistungsträger avancierte.
SCHLÜSSELSZENEN
Als Schlüsselszenen können aufgrund dieses Sieges nur die Treffer zum 1:0 und zum 2:0 ausgemacht werden. Diesew waren jedoch umso stärker herausgespielt und die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw zeigte in dieser Szene ihre Qualität. Eiskalt war dies mitunter gemacht und die Mannschaft deutete dabei an, dass man sich bis zur Endrunde der Weltmeisterschaft 2010 noch steigern kann.
SPIELER DES SPIELS: Mesut Özil
Er war an beiden Treffern beteiligt und spielte bei seinem Debüt in der Startelf sehr gut mit. Er machte das Spiel immer wieder schnell, wusste aber auch, wenn er einen langsameren Gang einschlagen musste. Trotz seines jungen Alters zeigte er sich schon extrem abgeklärt und spielerisch sowie taktisch absolut auf der Höhe.
SCHIEDSRICHTER: Claudio Circhetta (Schweiz)
SPIELNOTE: 7, in einer spannenden und spielerisch mitunter hochklassigen Partie sahen die Fans in der umgebauten BayArena einige gute Aktionen. Leider blieben sehr gute Chancen lange Mangelware, was aber auch an der sehr guten Leistung der Gäste über weite Strecken lag. Im Großen und Ganzen dürften die Fans die Investition in eine Karte für dieses Spiel nicht bereut haben.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, den 05.
September 2009 ab 20.45 Uhr
Stadion: BayArena,
Leverkusen
Zuschauer: 29.000
Tore: 1:0 Mario Gomez (35.), 2:0 Mesut
Özil (77.)
FAZIT
Die deutsche Nationalmannschaft hat noch einiges an Arbeit vor sich. Im Spiel nach vorne passte die Abstimmung nicht immer, was durch Einzelaktionen von Mesut Özil kaschiert werden konnte. In der Defensive ist die DFB-Elf noch nicht zu einhundert Prozent in Form, aber eine Steigerung im Vergleich zu den letzten Länderspielen war durchaus zu erkennen. Insgesamt eine solide Leistung gegen ein Team, das sich tapfer wehrte und gute spielerische Ansätze zeigte.
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