Spielbericht Gruppe 4: Wales – Deutschland

Wiederum nicht glanzvoll, wohl aber wichtig: Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt gegen Wales mit 2:0 (1:0). Wieder fallen jeweils zu Beginn der Halbzeiten die Treffer. Ein starker Robert Enke rettet am Ende gegen überraschend forsch spielende Hausherren den Sieg. Bis 2010 bleibt es noch ein weiter Weg, aber kämpferisch war die Leistung der DFB-Kicker absolut in Ordnung. Die erste Nationalmannschafts-Woche 2009 geht damit erfolgreich zu Ende.

WC Quali 2010, Wales vs Germany, Michael Ballack, Ashley Williams (firo)

Von Dennis WEINACHT

Cardiff. Mario Gomez wollte am Ende wieder kein Treffer gelingen. Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Wales war auf deutscher Seite nur Michael Ballack erfolgreich. Das zweite Tor zum 2:0-Endstand erzielte ein Waliser höchst selbst. Beide Teams spielten weitgehend auf einem Niveau.

Wales defensiv stabil, Ballack trifft

Aber die Rollen waren in den ersten zehn Minuten klar verteilt. Wales zog sich früh zurück, wollte zunächst einen Gegentreffer mit aller Vehemenz verhindern. Die deutsche Offensiv-Abteilung tat sich damit zunächst sehr schwer, fand erstmal keine Lücken in der gut gestaffelten Defensive. Nun war klar, dass es nur über den Kampf und womöglich einen Distanzschuss gehen würde. Noch ahnten die Fans nicht, dass genau so das erste Tor entstehen sollte.

Aber nach elf Minuten war es dann so weit: Wie schon gegen Liechtenstein sorgte der Kapitän der Deutschen für das erste Tor der Gäste. Es war zudem ein sensationelles. Klasse, wie der Spielführer schnell umschaltete und das Leder aus 30 Metern leicht auf der Außenbahn versetzt ins Netz knallte. Gedankenschnell hatte er bemerkt, dass Keeper Wayne Henessey zu weit vor seinem Tor stand. Es war ein klasse Treffer, der einen hoffentlich fulminanten Fußball-Abend einleitete.

Hausherren werden forscher

In der Tat wurde das Spiel danach sehr flott, was aber vor allem an den starken Hausherren lag. Wales stand in den folgenden Minuten dicht vor dem Ausgleich, zeigte eine tolle Leistung. Kämpferisch und mitunter auch spielerisch überzeugten die Außenseiter und kamen so fast zum Ausgleich, als Robert Earnshaw in der 21. Minute frei vor Robert Enke, der aber klasse hielt, auftauchte. Insgesamt musste der deutsche Schlussmann in der Folgezeit immer wieder zupacken. Die Männer mit dem Adler auf der Brust agierten viel zu passiv, machten so den Gegner stark. Etwa nach 25 Minuten wäre ein 1:1 absolut verdient gewesen! Zumal den Walisern nach 27 Minuten auch noch ein Strafstoß verwehrt wurde, als Tasci ausrutschte, den Gegenspieler zum Fallen brachte und den Ball zudem mit der Hand spielte – ein deutlicher Elfmeter.

DFB-Auswahl fängt sich

Es war aber auch der Wachmacher für die Deutschen. Es folgte wieder eine bessere Phase, in der auch das 2:0 hätte fallen können. Aber Mario Gomez und Thomas Hitzlsperger vergaben aus der Distanz mit guten Versuchen. Nach einer halben Stunde war es ein nahezu offenes Spiel, in dem alles möglich zu sein schien. Zumal auch die Defensive der Gäste wahrlich nicht sicher stand. Immer wieder kleinere Stellungsfehler und individuelle Patzer brachten die Führung in Gefahr, etwa als James Collins mit einem Kopfball im Anschluss an einen Freistoß knapp das Gehäuse von Robert Enke verfehlte (35.).

Auch wegen dieser vergebenen Chancen und eines guten deutschen Keepers stand es zur Pause weiterhin 1:0. Es war insgesamt nicht gerade der erhoffte Auftritt der DFB-Kicker, wenngleich aber auch die starke Leistung der Waliser in dieser Form überraschte. Da war noch Luft nach oben, jedoch auch bei den Hausherren, die mit dieser Niederlage noch längst nicht konform gingen.

Gomez „erzwingt“ Eigentor

Jedoch schlugen sie sich zu Beginn der zweiten Halbzeit selbst: Mario Gomez kämpfte vor dem Tor-Aus klasse um einen Ball, spielte diesen dann flach und hart in die Mitte. Dort war überhaupt kein Mitspieler, eigentlich eine absolut ungefährliche und harmlose Situation. Umso unverständlicher warum Ashley Williams den Fuß reinhielt und den Ball ins eigene Netz schob (48.). Freuen konnte man sich aber immerhin für Gomez, der für diesen tollen Einsatz belohnt wurde. Seine Mitspieler feierten ihn, als habe er selbst den Treffer erzielt. Sein Gesichtsausdruck hatte dies auch erahnen lassen.

Duell auf Augenhöhe

Positiv jedoch, dass sich die Waliser auch danach nie aufgaben. Es war in den folgenden Minuten eine Partie auf Augenhöhe. Auch die Platzherren hatten ihre Möglichkeiten, scheiterten aber immer wieder im Abschluss. Etwa nach 57 Minuten, als der sehr schwache Serdar Tasci wieder einmal einen Zweikampf gegen den starken Earnshaw verlor. Der Angreifer zog im Strafraum ab, scheiterte aber am sehr guten Robert Enke. Die Begegnung war über weite Strecken sehr ausgeglichen, wenngleich zur Mitte der zweiten Halbzeit ein Vorteil für Wales auszumachen war. Spielerisch war das wieder bis dato eine enttäuschende Leistung der Deutschen.

DFB leicht verbessert

Immerhin verbesserte sich das bis zum Ende der Partie. Die Mannschaft von Joachim Löw versuchte nun gerade im spielerischen Bereich etwas zuzulegen, spielte aber die Angriffe meist zu ungenau aus. Immerhin konnten die Hausherren nun beherrscht werden. Den Walisern gingen auch allmählich die Kräfte aus, sodass es früh klar war, dass nun nicht mehr die Wende erfolgen würde. Wenngleich das Ergebnis die Hausherren unter Wert schlug.

Bis zum Abpfiff änderte sich an diesem 2:0 nichts mehr. Die Teams agierten auf Augenhöhe, hatten abwechselnd dominierende Phasen. Das war mit Sicherheit noch nicht das volle Leistungsvermögen der deutschen Delegation. Dennoch darf aber die Kritik nach diesem Sieg nicht zu hoch angesetzt werden, denn das würde die Leistung von Wales absolut untergraben. Es war in jedem Fall ein gelungener Fußball-Abend!

Eure Meinung: Seid Ihr mit dem Auftritt der Deutschen zufrieden?



 
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