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Nächste Runde, neues Duell: Michael Ballack greift Bundestrainer Joachim Löw an!
Hier spricht der Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft. Es spricht Michael Ballack. Und der Spielführer der Adlerträger geht nach seinem Disput mit Team-Manager Oliver Bierhoff nun auch auf Konfrontation mit dem Bundestrainer. Symbolisch erhebt Ballack den mahnenden Zeigefinger im „Fall Torsten Frings“. „Ich habe ein ungutes Gefühl, dass Torsten den Konkurrenzkampf nicht gewinnen kann“, glaubt Michael Ballack in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Von Nils RESCHKE
Berlin. Die WM-Qualifikation ging nach dem knappen 2:1-Erfolg gegen Russland für Deutschlands Elitekicker erfolgreich in die Winterpause. Die Wogen im Duell Ballack gegen Bierhoff schienen auch rechtzeitig gekittet. Die Akte Kevin Kuranyi ebenfalls geschlossen. Doch gerade Kuranyis Abgang liefert indirekt neuen Gesprächsstoff. Michael Ballack nämlich hat seine Kritik längst nicht beendet. Und dieses Mal muss sich der Bundestrainer höchstpersönlich, Joachim Löw, deftige Worte gefallen lassen.
„Torstens Rücktritt würden viele andere bereuen“
„Ich frage mich natürlich, ob es in der Vergangenheit in der Nationalelf wohl Fälle gab, bei denen das Leistungsprinzip nicht angewendet worden ist“, sei für Ballack ein Konkurrenzkampf „Normalität für jeden von uns“. Dann wird Ballack aber konkreter: „Gestandene Leistungsträger wie Torsten Frings, Miroslav Klose und auch ich werden trotz einer erfolgreichen Europameisterschaft plötzlich in Frage gestellt und öffentlich angegriffen.“ Und hat Joachim Löw also mit Torsten Frings, der laut nachdachte, selbst einen Rücktritt aus der Nationalelf nicht ausschloss, sein Bauernopfer gefunden? „Er war und ist Stammspieler, einer, der im Verein regelmäßig auf hohem Niveau spielt und dies vor allem auch in der Champions League zeigt“, wird der Kapitän in der FAZ zitiert. „Bei der EM hatte er einen Rippenbruch und hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Ich hoffe, er wird nicht zu einer Entscheidung verleitet, die Torsten und viele andere später bereuen werden.“
Kahn vs Lehmann – Wörns vs Metzelder
Harter Tobak, also von Michael Ballack, der das Leistungsprinzip und die Entscheidungen des Bundestrainers in Frage stellt. Doch damit nicht genug! Indirekt lässt Ballack sogar anklingen, dass er respekt und Loyalität vermisse. Und liefert personelle Entscheidungen aus der Vergangenheit als Beispiele: „Zum Beispiel Oliver Kahn. Es war ein Konkurrenzkampf mit Jens Lehmann ausgegeben worden, den er in meinen Augen nie gewinnen konnte. Oder bei Christian Wörns, der im Gegensatz zu Christoph Metzelder im selben Verein spielte und nicht auf der Bank saß. Ich hoffe, dass ich mit meiner Vermutung in der Personalie Torsten Frings Unrecht habe.“
„Ich warte stündlich auf einen Beitrag von Lothar Matthäus“
Am Ende bekommt dann auch noch der Ex-Schalker Olaf Thon sein Fett weg, der Ballack zuletzt öffentlich kritisiert hatte. „Ich halte es für eine Frechheit. Ich weiß überhaupt nicht, ob Olaf Thon in den vergangenen drei Wochen geschweige denn in den letzten zwei Jahren überhaupt ein Spiel von mir gesehen hat bei Chelsea.“ Einmal in Rage, legt Ballack nach: „Olaf Thon stellt Behauptungen auf, die gar nicht stimmen. Aber das ist genau der Trend, den ich seit einigen Wochen beobachte. Dass versucht wird, einigen Spielern im Team ans Bein zu pinkeln, und einige auf diesen Zug aufspringen wollen. Ich warte fast stündlich auf den Beitrag von Lothar Matthäus und seinen Lohnschreibern.“ Rums, das hat gesessen. Und eines ist jetzt schon sicher wie das Amen in der Kirche: Dieses Interview wird ein Nachspiel haben!
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