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Schalke desolat in Dresden – Heldt: "Elementare Fehler"

Der Pflichtspielauftakt ging für Schalke richtig in die Hose. Gegen Dresden schied man erstmals in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Der Druck für die Bundesliga wächst.

Aus dem Stadion in Dresden berichtet Fabian Biastoch

Der 18. August wird in die Geschichte von Dynamo Dresden eingehen. Ein Sieg gegen eine Spitzenmannschaft der Bundesliga und einen Champions-League-Teilnehmer gelingt schließlich nicht alle Tage. Für die Schalker Elf von Jens Keller hingegen hängt die Saison schon wieder an einem seidenen Faden, bevor sie überhaupt so richtig begonnen hat.

Der DFB-Pokal sollte nicht über den Trainer entscheiden, auch nicht den auf dem Markt befindlichen Thomas Tuchel nach Gelsenkirchen spülen - jedoch war das Weiterkommen fest eingeplant. Umso größer war folglich die Enttäuschung nach der 1:2-Blamage an der Elbe.

Heldt macht Mut für Hannover

Die Spieler verkrochen sich schnell in den Schutz der Kabine, ganze 20 Minuten sprach Keller mit ihnen. Ebenfalls mit dabei: Manager Horst Heldt. "Mir fällt dazu momentan nicht viel ein", begann er leise und mit etwas zittriger Stimme sein Fazit, "aber es ist eine große Enttäuschung."

Nach vorne hat den Knappen zu oft der letzte, der berühmt-berüchtigte tödliche Pass gefehlt. Den Ball hatten sie schließlich, nur im Strafraum verwerten konnten sie ihn nicht. "Wenn man den letzten Pass nicht anbringen kann, darf man hinten auch kein Tor kriegen", monierte der Ex-Profi und ergänzte: "Wir haben in den entscheidenden Situationen elementare Fehler gemacht. Darum haben wir verloren."

Am kommenden Wochenende steht nun der erste Spieltag der Bundesliga auf dem Plan. Dann heißt es, sich in Hannover zu beweisen. Ob diese elementaren Fehler auch in der Liga passieren würden, wurde Heldt gefragt. Lange schwieg er, atmete tief ein und sagte dann leise zum Abschluss: "Das werden wir schon hinkriegen."

Keller bringt personelle Konsequenzen ins Gespräch

Sein wichtigster Mitarbeiter brachte nach dem Spiel erste personelle Konsequenzen ins Gespräch. Bei Julian Draxler oder Benedikt Höwedes könne es sein, dass "der eine oder andere von Anfang an spielt", so Keller. Immerhin hätten "sechs, sieben Leute ihre Leistung nicht abgerufen". Das schreit förmlich nach Veränderung, auch wenn der Trainer nicht ins Detail gehen wollte.

Da passte auch die Aussage des früheren Schalker Nachwuchsspielers und heutigen Dresdners Dennis Erdmann im Stadionmagazin - "die Königsblauen schweben auf einer Wolke, von der wird man sie nicht herunterholen können" - perfekt ins Bild. Der Fußballlehrer wies seinen früheren Schützling sanft in die Schranken. "Dennis hat es vielleicht so empfunden, weil er zuvor bei unterklassigen Teams gespielt hat", entgegnete Keller, "aber wir haben oft genug bewiesen, dass wir nicht auf einer Wolke schweben. Die Jungs sind sehr bodenständig."

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Der Angesprochene wiederum hatte zu jenem Zeitpunkt schon nachgelegt. "Schalke hat den Schalter nicht gefunden", legte sich Erdmann fest: "Wir waren von der ersten Minute an präsent." Königsblau hätte "niemals" ein zweites Tor schießen können: "Da hätten wir noch bis morgen früh spielen können."

Keller trotzig: "Gehen mit neuem Elan in die Bundesliga"

Am Samstag heißt es für den Bundesligisten zunächst, die von Heldt monierten "elementaren Fehler" wettzumachen und den besagten Schalter umzulegen. Noch mache sich das Trainerteam "keine Sorgen". "Wir haben ein Spiel verloren, das ist bitter für den Verein und die Fans", versuchte Keller nichts zu beschönigen.

Gleichzeitig verbreitete er jedoch für das Gastspiel in Hannover neuen Optimismus: "Wir werden hochkonzentriert in die Saison gehen. Wir gehen mit neuem Elan in die Bundesliga." In seiner Stimme war er noch nicht zu hören. Aber es bleiben ja auch noch einige Tage …

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