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Die ersten Pflichtspielen waren für Mainz ein Rückschlag, doch auch unter Kasper Hjulmand strebt der Verein eine Weiterentwicklung an.

Mainz. Bei Mainz 05 hat sich mit der Verpflichtung des neuen Trainers Kasper Hjulmand und den Abgängen von Leistungsträgern wie Nicolai Müller, Zdenek Pospech oder Eric Maxim Choupo-Moting einiges getan. Der Verein steht aber auch in seiner Marschroute für Konstanz was Vereins- und Spielphilosophie angeht.

HEIDEL ÜBER HJULMAND

"Kasper passt genau in das von uns bei der Suche nach einem neuen Trainer erstellte Profil. Er verfügt über sehr hohe Fachkompetenz, er ist ein gleichermaßen reflektierter wie akribischer Trainer und Verfechter eines offensiven Fußballstils."

„Er hat mir beim ersten Gespräch sehr imponiert. Er ist intelligent, sozial engagiert, sympathisch. Der wird hier gut ankommen.“

Eigentlich hat Mainz 05 eine gute Vorbereitung bestritten und auch gegen internationale Teams eine Europareife bewiesen, wenn da nicht die beiden Qualifikationsspiele gegen Asteras Tripolis gewesen wären. Bereits im Hinspiel konnte man beobachten, dass es mit dem in Mainz so beliebten Gegenpressing noch hapert. Denn auch wenn man das Hinspiel noch mit 1:0 gewinnen konnte, deutete die Mannschaft unter Trainer Hjulmand eklatante Schwächen in der Rückwärtsbewegung an. Die Großchancen die die Griechen im Hinspiel nicht verwerten konnten, trafen die Mainzer dann im Rückspiel umso härter und der Bundesligist blamierte sich bei der 1:3-Rückspielniederlage.

Für Trainer Kasper Hjulmand aber "kein Grund, schlecht zu schlafen", denn nach der WM hatten die 05er mehrere Baustellen, die in drei Wochen Vorbereitung nicht zu schließen waren und Rückschläge sind in den Planungen des Dänen scheinbar mit einkalkuliert.

Tuchel 2.0?

Der Nachfolger von Thomas Tuchel soll schließlich das Werk seines Vorgängers fortsetzen und den Verein und seine Philosophie nicht neu erfinden. In Akribie und Engagement steht er Tuchel ohnehin in nichts nach. Allerdings unterscheidet er sich in der Trainingsmethodik. Hatte Thomas Tuchel immer auf engstem Raum trainieren lassen, sucht der Däne geradezu die Weite des Feldes, um dem ballführenden Spieler mehr Optionen und mehr Platz zu verschaffen.

Für die Spieler ist das jedoch keine große Umstellung wie Christoph Moritz beteuert: "Unser Prinzip vom Fußball verändert sich dadurch nicht, aber das  Training setzt mit mehr Raum und weiteren Wegen, die wir gehen, andere Reize."

Neue Leistungsträger gesucht

Neue Reize sollten auch die Neuzugänge setzen, aber bisher hat noch keiner richtig eingeschlagen. Gute Ansätze konnten alle bisher zeigen, eine echte Bereicherung für das Spiel unter Neu-Trainer Hjulmand stellt bisher nur Gonzalo Jara dar, der das Erbe von Publikumsliebling Zdenek Pospech antritt. Dabei hat man durchaus international bekannte Spieler, wie eben Jara oder Filip Djuricic, verpflichtet. Auch mit Daniel Brosinski und Stefanos Kapino hat man perspektivisch gut eingekauft.

Nur die Qualität der Abgänge überschreitet in dieser Saison die der Neuzugänge drastisch. Allein Nicolai Müller und Eric Maxim Choupo-Moting haben zusammen 19 Tore erzielt und sechs Vorlagen beigesteuert.

Da in Mainz aber gut gewirtschaftet wird, ist Geld für Verstärkungen vorhanden und in der Offensive ist laut Manager Heidel noch Handlungsbedarf.

Schwieriger Saisonstart

Egal wie die Mainzer starten, die Chancen, gegen Teams wie Chemnitz im DFB-Pokal und Aufsteiger Paderborn zu straucheln, sind groß. Denn alles andere als zwei Siege würde den Ansprüchen der 05er nicht gerecht werden.

Dieses Anspruchsdenken hat sich vor allem bei den Fans von Mainz 05 in den letzten Jahren sehr gewandelt, was auch daran liegt, dass man sich in der Bundesliga etabliert hat. Denn da wo Thomas Tuchel und auch Christian Heidel den Verein positioniert haben, müssen Teams wie Freiburg oder Frankfurt erst einmal hin. Diese Mannschaften haben zwar schon die Gruppenphase der Europa League gesehen, dafür aber auch in der letzten Saison fast Zweitligaluft geschnuppert. Das Ausscheiden der Mainzer in der EL-Quali könnte somit belastungstechnisch zum Vorteil werden.

Mainz 05 steht vor einer schwierigen Saison, doch das ruhige Umfeld im Verein macht den Arbeitsplatz von Kasper Hjulmand neben denen von Jürgen Klopp und Pep Guardiola zum vielleicht ungefährdetsten in der Liga. Ziel bei den Rheinhessen ist wie in jeder Spielzeit, die Bundesliga so schnell wie möglich zu sichern und die junge Mannschaft weiterzuentwickeln. Nach fünf sehr erfolgreichen Jahren unter Thomas Tuchel hängen die Lorbeeren für Kasper Hjulmand zwar hoch, doch in Mainz kann man auch mit einer Platzierung im Mittelfeld zufrieden sein.

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