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Guardiola verzichtet auf Mandzukic: "Er könnte spielen"

Vor dem Pokalfinale in Berlin sorgt Pep Guardiola für eine Überraschung: Er lässt Stürmer Mario Mandzukic zuhause. Offenbar aus disziplinarischen Gründen.

München. Paukenschlag vor dem DFB-Pokal-Finale: Pep Guardiola verzichtet im Spiel gegen Borussia Dortmund auf Mario Mandzukic. Dem direkten Duell mit Robert Lewandowski am Samstag (20.00 Uhr im LIVE-TICKER bei Goal) kann er sich nicht stellen. Seine Zukunft beim FC Bayern ist damit fraglicher denn je.

Offenkundig hatte der Katalane disziplinarische Gründe, führte die Entscheidung jedoch nicht weiter aus: "Er konnte Montag und Dienstag trainiert. Aber er wäre stark, könnte spielen. Das ist meine Entscheidung, das ist alles", sagte Guardiola. 18 Mal knipste Mandzukic in der Bundesliga, verpasste damit die Torjägerkanone nur knapp. Im deutschen Clasico ist er nun zum Zuschauen verdammt. "Ich hatte 20 Spieler und konnte nur 18 mitnehmen. Das war alles."

Mario Götze: Ein Makel bleibt

Zuvor hatte die Bild-Zeitung über ein angebliches spektakuläres Tauschgeschäft der Münchener mit dem FC Chelsea berichtet. Demnach soll der deutsche Rekordmeister großes Interesse am brasilianischen Defensivspieler David Luiz haben und bereit sein, für den 27-Jährigen 30 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Die Londoner aber präferierten wohl eher ein Tauschgeschäft, dass ihnen Mandzukic bringt.

Ein Spiel mit personellen Folgen

Es ist dies ebensowenig die erste Wechselspekulation um den Bayern-Stürmer, wie um einige seiner Mannschaftskollegen. Toni Kroos war mit Manchester United in Verbindung gebracht worden, Thomas Müller mit ManUnited und dem FC Barcelona, auch Javi Martínez sagte man einen Kontakt zu Barca nach. Überdies wurden Xherdan Shaqiri Abwanderungsgedanken unterstellt. Als Zugänge werden indes neben Luiz der Marokkaner Mehdi Benatia (AS Rom) und der Franzose Aymeric Laorte (Atheltic Bilbao) gehandelt. Fix ist der Transfer von Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) und eben Lewys Verpflichtung.

Bei Bayern haben die Personaldiskussionen also schon vor dem Saisonabschluss gehörig Fahrt aufgenommen. Vom Verein gab es erwartungsgemäß noch keine konkreten offiziellen Kommentare, doch Sportvorstand Matthias Sammer erweckte vor dem brisanten Vergleich mit dem Dauerrivalen zumindest einige Neugier - das Endspiel gegen den BVB habe für die zuküntige personelle Planung eine große Bedeutung, deutete er an.

"Es ist ein Teil einer Gesamtanalyse, deshalb gab es auch noch keine Entscheidungen. Samstag ist ein wichtiger Bestandteil dafür, wie sich jeder Einzelne in die Gruppe einbringt", sagte er. Das letzte Spiel der Saison entscheidet also nicht nur, ob es eine gute oder sehr gute Saison für den FC Bayern wird, es ist vor allem auch ein Charaktertest. Denn klar wurde zuletzt, dass Guardiola die Mannschaft weiter nach seinen Vorstellungen perfektionieren wird.

Guardiola genießt volles Vertrauen

"Zwischen Pep Guardiola und den gesamten FC Bayern passt kein Blatt Papier", erklärte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Zuge der Debatte um das Spielsystem öffentlichkeitswirksam. Der 43-Jährige sei ein "ganz großartiger, ganz erfolgreicher Trainer mit klarer Philosophie und Vision." Von sich aus hat aber offenbar noch kein Profi einen Abgang angebahnt.

"Bisher ist keiner in mein Büro gekommen, daher gehe ich davon aus, dass alle zufrieden sind und sich hier wohlfühlen", so Rummenigge in dieser Woche. Man gehe total entspannt mit der Situation um. "Am Ende des Tages entscheidet exklusiv der FC Bayern, wie der Kader im nächsten Jahr aussieht." Dabei scheint Mandzukic keine zentrale Rolle mehr zu spielen.

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Wie die Sport Bild twitterte, verabschiedete sich Guardiola am Donnerstag noch vor der Abreise in die Hauptstadt: "Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem neuen Klub", soll er gesagt haben. Zu Mandzukic, der an den FCB noch bis 2016 gebunden ist, hatte es in der Vergangenheit besonders von Karl-Heinz Rummenigge diverse Treuebekenntnisse gegeben. Sportvorstand Matthias Sammer erteilte ihm sogar ein Transferverbot.

"Ihr werdet bald alles wissen"

Gleichwohl fand Guardiola immer seltener Verwendung für ihn. Nach dem 4:1 beim Hamburger SV äußerte sich der Spieler kryptisch zu seiner Zukunft: "Ihr werdet bald alles wissen." Mandzukic, der im Sommer 2012 von Wolfsburg kam, stieß vergangene Saison in die Riege der Topstars. Er verdrängte Torjäger Mario Gomez in das zweite Glied und schoss die Bayern zum Triple.

Exklusiv bei Goal verdeutliche Giovane Elber dies: "Er muss sich vor keinem verstecken. Weder vor Robert Lewandowski, noch vor Zlatan Ibrahimovic, oder Cristiano Ronaldo." Unter Jupp Heynckes galt Mandzu als unverzichtbar. Unter Guardiola trotz starker Auftritte stets als entbehrlich. Er passt nicht so recht in das Konzept, in die Idee, mit kleinen, wendigen Spielern erfolgreich zu sein.

Zum Rückrunden-Auftakt bei Borussia Mönchengladbach wurde Mandzukic abgemahnt, flog ob Lustlosigkeit im Training aus dem Aufgebot. Ihm machte der Lewy-Coup zu schaffen, er schien die Wertschätzung zu vermissen. Nun eskalierte die Situation. Ivana Maslov, seine Schwester, verdeutlichte zuletzt in der Süddeutsche Zeitung, wie wichtig Vertrauen und Anerkennung für Mandzukic sind. "Ich denke, er wird dort spielen, wo er findet, dass sie ihn am meisten achten." Beim FC Bayern scheint dies nicht mehr gegeben.

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