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Bayer Leverkusen hofft: Joachim Löw soll den Los-Fluch beenden

Bayer 04 Leverkusen hat seit 2002 im DFB-Pokal kein wahres Heimspiel mehr gehabt. Bundestrainer Joachim Löw soll als Glücksfee den Los-Fluch brechen.

Bielefeld. Im Kampf um den ersten Titel seit mehr als 20 Jahren hofft Bayer Leverkusen auf Joachim Löw - und das Ende des nahezu unglaublichen Losfluchs. "Wir setzten jetzt alles auf den Bundestrainer, dass er uns mal als erstes zieht", sagte der 26-malige Nationalspieler Simon Rolfes nach dem 2:0 (0:0) in der 2. Runde des DFB-Pokals beim Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld.

"Zu Hause zu spielen, ist immer schön", sagte Rolfes weiter - allerdings hat er es als Bayer-Spieler noch nie erfahren. An das letzte "Heimspiel" Bayers erinnert sich der Kapitän sofort: "2009, im Halbfinale gegen den FSV Mainz 05." Dies fand allerdings in Düsseldorf statt.

In dem halben Ausweich-Jahr wegen des Umbaus der BayArena durften die Leverkusener dreimal "zu Hause" antreten und erreichten sofort das Finale. Davor hatten sie 14-mal in Folge auswärts antreten müssen, danach nun schon elfmal. Das letzte "echte" Heimspiel hatte Bayer im Dezember 2002 gegen Waldhof Mannheim (2:1). Die Folge: In den vergangenen zehn Jahren überstand der Werksklub nur 2009 das Achtelfinale.

DFB-Pokal kein leichter Wettbewerb

Davon, dass der Cup-Wettbewerb der leichteste Weg zum Titel ist, will Rolfes aber nichts wissen. "Jeder sagt immer, es sei leicht", sagte der 31-Jährige: "Und am Ende stehen doch nur zwei Mannschaften im Finale." Als derzeit eindeutig dritte Kraft im deutschen Fußball hätte Bayer allerdings gute Chancen, irgendwann mal wieder dazuzugehören und auf diesem Weg die seit dem Cup-Sieg 1993 währende Titellosigkeit zu beenden.

Dazu gehört neben Losglück auch ein breiter Kader. Etwas mehr Tiefe hat er in diesem Jahr bei Bayer, das Leistungsgefälle ist aber immer noch deutlich. In Bielefeld ließ Trainer Sami Hyypiä in Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling und Nationalspieler Sidney Sam seine Top-Scorer über eine Stunde auf der Bank. Deren Platzhalter Robbie Kruse und Eren Derdiyok - der über den Platz trabte, als handele es sich noch um eine Einheit der Hoffenheimer "Trainingsgruppe 2" - waren Bayers Schwachstellen.



Kießling und Sam wohl unersetzlich

Auf die Frage, ob Kießling und Sam also unersetzlich seien, antwortete Hyypiä ehrlich: "Ich glaube ja. Aber niemand kann alle Spiele machen, sonst kommt irgendwann die Müdigkeit." Immerhin bot sich im für fünf Millionen von Bayern München verpflichteten Emre Can eine neue Alternative als linker Außenverteidiger an. "Er hat es gut gemacht", sagte Hyypiä über seinen Besten an diesem Tage: "Bei uns ist das eine recht offensive Position, und er hat die Dynamik, dort 90 Minuten zu marschieren."

Insgesamt war Hyypiä mit fünf Wechseln nach einer anstrengenden Woche mit Spielen in Manchester und Mainz Risiko gegangen. "Im Nachhinein war es kein großes", sagte er schmunzelnd: "Ich musste einfach die Belastung steuern." Denn die Schlagzahl bleibt hoch: Am Samstag kommt Verfolger Hannover 96, am Mittwoch San Sebastian in der Champions League, am Samstag danach Bayern München.

Am Ende sorgten 10-Millionen-Mann Heung-Min Son (62.) und der eingewechselte Sam (89.) für Erlösung und Zufriedenheit. "Sie haben gekämpft bis zum Umfallen. Aber wir haben gezeigt, dass das gegen eine Mannschaft wie uns nicht reicht", betonte Innenverteidiger Philipp Wollscheid. Und Torschütze Son freute sich über das "sehr wichtige Tor". In Leverkusen mache es ihm sehr viel Spaß, "nachdem in Hamburg doch immer Unruhe herrschte".

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