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Enttäuscht über die Leistung seines Teams: Club-Trainer Michael Wiesinger

1. FC Nürnberg zittert nach Pokal-Blamage in Sandhausen nun vor dem Abstiegskampf

Enttäuscht über die Leistung seines Teams: Club-Trainer Michael Wiesinger

Bongarts

Nach dem peinlichen Pokal-Aus in Sandhausen zittert der 1. FC Nürnberg vor dem Saisonstart in der Bundesliga. Denn plötzlich geht die Abstiegsangst um.

Sandhausen/Nürnberg. Trainer Michael Wiesinger stand völlig konsterniert im Mittelkreis, seine Spieler schlichen mit hängenden Köpfen und unter wüsten Beschimpfungen der eigenen Fans vom Platz: Noch bevor die Saison richtig angefangen hat, kassierte der 1. FC Nürnberg mit dem peinlichen Erstrunden-Aus im DFB-Pokal den ersten Nackenschlag - der für den Bundesliga-Start am kommenden Wochenende in Hoffenheim nichts Gutes erahnen lässt.

"Ich habe immer gesagt, dass es für uns sehr schwer wird, 40 Punkte zu holen", sagte Torwart Raphael Schäfer nach dem 3:4 (1:1 nach Verlängerung) im Elfmeterschießen beim Zweitligisten SV Sandhausen: "Jeder, der irgendetwas anderes geträumt hat, hat gesehen, dass es bei uns bei bestimmten Tugenden nicht gereicht hat."

Wiesinger will Pleite schnell abhaken

Zum zweiten Mal in Folge beginnt für den viermaligen Pokalsieger (zuletzt 2007) die Spielzeit mit einer Pokal-Blamage. "Unsere ganze Vorbereitung war darauf ausgelegt, eine Runde weiterzukommen", sagte Wiesinger: "Wir wollten ein positives Zeichen setzen. Jetzt heißt es, das Ding abzuhaken."

Die Zeichen in dem "Fight" (Wiesinger) setzten andere, wie Sandhausens Keeper Manuel Riemann, der etwas überraschend spielen durfte und dann im Elfmeterschießen mit Paraden gegen Hanno Balitsch und Marvin Plattenhardt zum Helden wurde. Dass es aber erst soweit kommen konnte, hatte sich der Bundesligist selbst zuzuschreiben.

Nicht erklärbar, "wieso, weshalb und warum", sagte Schäfer, gab der Club "das Spiel aus der Hand". Neuzugang Daniel Ginczek (27.) hatte für die verdiente Führung gesorgt. Doch anstatt nachzulegen, erzwang Sandhausens Julian Schauerte per Foulelfmeter die Verlängerung (58.). Der Pfiff von Schiedsrichter Norbert Grudzinski (Hamburg) nach einem Foul von Timothy Chandler war vertretbar.

"So ein Spiel musst du in der Verlängerung entscheiden" 

"Das ist natürlich eine bittere Situation", sagte Wiesinger: "Ein Elfmeterschießen ist immer auch Glückssache. Wir haben es heraufbeschworen. So ein Spiel musst du in der Verlängerung entscheiden. Aber wir haben einfach keine Ruhe ins Spiel bekommen."

Naturgemäß mit der Ruhe vorbei war es im Hardtwaldstadion, als Riemann zum Helden wurde. Die während des Spiels deutlich leiseren Sandhausen-Fans unter den 7300 Zuschauern feierten die Überraschung wie den Pokalsieg. "Er hat das Vertrauen absolut zurückgezahlt", sagte Trainer Alois Schwartz über Neuzugang Riemann: "Im Elfmeterschießen braucht es ein bisschen Glück und Nervenstärke."

Nach zwei Partien ohne Sieg und Tor in der Liga war der Einzug in die zweite Pokal-Runde der erste sportliche Erfolg seit Monaten - im Unterhaus darf der SVS nur mitspielen, weil dem MSV Duisburg die Lizenz entzogen wurde. "Jetzt wollen wir den Schwung mitnehmen", sagte Schwartz.

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