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Mit dem Einzug ins DFB-Viertelfinale setzt der SC Freiburg den passenden Schlusspunkt hinter das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte.

Karlsruhe. „Es gibt nichts Schöneres, als nach einem Spiel völlig erschöpft in der Kabine zu sitzen und sich über einen Sieg zu freuen“, fasste Julian Schuster den Gemütszustand am Ende des Jahres zusammen. In einer vor allem gegen Ende umkämpften Partie hatte der SC Freiburg am Dienstagabend den badischen Nachbarn aus Karlsruhe mit 1:0 bezwungen und mit dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale, dem vierten der Klub-Historie, den passenden Schlusspunkt des Jahres gesetzt. „Wir sind glücklich über die Pause und durchatmen zu können“, freute sich der SC-Kapitän auf die nun anstehende Winterpause.

Der SC beendet ein starkes Jahr und überwintert erstmals seit 2005 im Viertelfinale

Rückblick: Im Dezember 2011 steht der kleine Klub aus Südbaden auf einem Abstiegsrang, mit 13 Punkten nach 17 Spielen. Dann übernimmt Nachwuchstrainer Christian Streich das Ruder. Bis zum Saisonende sammelt Freiburg 27 weitere Punkte und landet auf Rang 12. Wieder sechs Monate später überwintert der SC auf Tabellenplatz fünf, der die Europa League bedeutet, und im DFB-Pokal in der Runde der letzten Acht. In der Jahrestabelle belegt der SC nun den sechsten Platz, mit 53 Zählern aus 34 Spielen und vor Bremen, Hamburg oder Mönchengladbach. So viele Punkte holte Freiburg noch nie innerhalb eines Jahres. 1995, als man Mitte des Jahres Dritter wurde, waren es 49. 2001 ebenfalls 49, Freiburg wurde in der Saison 2000/01 Sechster.

Mit einer laufintensiven Offensivtaktik (Freiburg ist in der Hinrundenstatistik nach Stuttgart und Dortmund das Team mit den meisten gelaufenen Kilometern) und ansehnlichem Kombinations- und Flachpassspiel hat der frühere Nachwuchstrainer Streich die Breisgauer in die oberen Tabellenregionen geführt. Ein Erfolg, der angesichts der Größe des Etats vor allem über Kampf und das Kollektiv führt. „Schon die letzte Rückrunde war intensiv, ebenso wie die jetzige Hinrunde“, resümierte Schuster nach dem Spiel, und fuhr fort: „Jeder geht an seine Grenze, anders geht es nicht.“ Auch Drittligist Karlsruhe forderte dem Überraschungsteam noch einmal alles ab, selbst wenn Jonathan Schmids Blitztreffer die Weichen schon früh auf einen Sieg für den favorisierten Bundesligisten stellte.

Blitzstart durch Jonathan Schmid

Jan Rosenthal schickte Schmid bereits in der zweiten Spielminute steil in den Karlsruher Strafraum, der Elsässer überlistete Keeper Orlishausen aus spitzem Winkel. Anschließend machte sich der Zweiklassenunterschied für 45 Minuten deutlich bemerkbar. Freiburg spielte den KSC in der eigenen Hälfte fest, ließ im am gegnerischen Strafraum aber die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. Makiadi und Sorg kamen bezeichnenderweise durch Fernschüsse zu den besten Gelegenheiten des ersten Durchgangs (35. und 43.). „Wir hätten in der ersten Halbzeit einfach mit einem zweiten Tor nachlegen müssen“, befand auch Julian Schuster später. So fand Karlsruhe direkt nach der Pause zurück ins Spiel.



Trainer Markus Kauczinskis Kabinenansage, „einfach mal drauf los spielen“, setzten die Nordbadener umgehend um. Nach dem Pausentee drehte der KSC auf, und stellte die nun neu formierte SC-Abwehr – wegen Oberschenkelbeschwerden blieb Flum vorsichtshalber in der Kabine, für ihn kam Diagne – vor allem mit langen Bällen vor jede Menge Probleme. Schlussendlich verhinderte nur die Chancenverwertung die Verlängerung: Alleine Hennings vergab einige gute Gelegenheiten, die beste in der 52. Minute, als ein Drop-Kick des Ex-Paulianers nur Zentimeter über die Latte strich. Per Kopf ließen neben Hennings (72.) auch noch Kempe (85.) und van der Biezen in der Nachspielzeit gute Chancen (92.) verstreichen.

„Wenn schon eine Mannschaft gegen uns gewinnt, soll es Freiburg sein“

Wie SC-Coach Streich später anerkennend bemerkte, hatte der KSC „alles in die Waagschale geworfen, und das sehr beeindruckend.“ Mit viel Kampf und etwas Glück brachte der SC die Führung aber über die Zeit, und so steht für die Südbadener, bisher nicht gerade eine Pokalmannschaft, am Ende eines des erfolgreichsten Jahres in der Vereinsgeschichte der erste Viertelfinaleinzug seit 2005. „Ich persönlich habe es noch nie erlebt, der Verein auch lange nicht mehr. Jetzt freuen wir uns natürlich alle und hoffen auf ein Heimspiel“, so Schuster, für den das Weiterkommen alles andere als reiner Zufall war: „Man erarbeitet sich auch mal das Glück, ein Spiel zu entscheiden.“

Damit konnte nach dem badischen Bruderduell auch Markus Kauczinski ganz gut leben: „Wenn schon eine Mannschaft gegen uns gewinnt, soll es Freiburg sein. Ihre spielerischen Qualitäten hat man gesehen. Haltet die badische Fahne hoch!“ Mit dem ersten Einzug ins Halbfinale des Pokals würde Freiburg weiter (Vereins-)Geschichte schreiben. Zuspruch gab es von auch Christian Streich: „Ich hoffe, dass der KSC bald wieder in die zweite Liga aufsteigt.“

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