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Den Abstieg vor Augen zitterte der Hamburger SV in der letzten Saison bis zum Schluss um den Ligaverbleib. Nun droht ein weiteres Horrorjahr, das deutet zumindest das Pokal-Aus an.

Karlsruhe. Mit weit geöffneten Augen schauten die Zuschauer am Sonntag im Wildparkstadion auf das, was sich da auf dem Rasen abspielte. Der Karlsruher SC gewann vollkommen überraschend mit 4:2 gegen den favorisierten Hamburger SV und warf diesen damit aus dem DFB-Pokalwettbewerb in Runde eins. Für den HSV war das der letzte Warnschuss eine Woche vor Saisonbeginn, werden die Probleme der Rothosen nicht rechtzeitig erkannt, droht wieder ein Horrorjahr. Kapitän Heiko Westermann und Trainer Thorsten Fink blicken jedenfalls optimistisch in die Zukunft.

„Müssen cleverer werden“

Mit einem kurzen Satz brachte HSV-Trainer Thorsten Fink die Ursache für die Niederlage beim Karlsruher SC zumindest teilweise schon auf den Punkt: „Wir müssen cleverer werden.“ Zu dilettantisch stellten sich die Hamburger vor allen Dingen bei den vier Gegentoren am Sonntag im Karlsruher Wildparkstadion an. So wurde ein Spiel, in dem der HSV 1:0 und 2:1 führte, am Ende noch verloren und Fink musste nach dem Spiel zugeben: „Nach dem 2:1 waren wir uns vielleicht zu sicher.“

Blick geht nach vorne

Der Blick der HSV-Verantwortlichen geht nun nach vorne, aber irgendwie hören sich die Sätze, die Thorsten Fink nach dem Spiel in der Mixed Zone zu den Reportern sagt, bereits vor dem Saisonstart an wie Durchhalteparolen: „Wir müssen so schnell wie möglich den Rhythmus finden und am Wochenende eine Reaktion zeigen.“ Den besagten Rhythmus habe der KSC bereits gehabt durch den früheren Saisonstart in der 3. Liga. Außerdem sah Fink auch zumindest Ansätze im Spiel beim KSC, die ihm Hoffnung machen: „Ich habe gute Teilansätze gesehen. Das 2:1 beispielweise wurde im Training so einstudiert.“

HAMBURGER SV
VORJAHRES-15.
DIE SAISON-VORBEREITUNG
Ergebnis
1860 Rosenheim - HSV
 1:1
Zillertal-Auswahl - HSV  0:10
FC Derek Grozny - HSV
 2:2
Holstein Kiel - HSV
1:1
FC Groningen - HSV
1:2
Seongnam Ilhwa - HSV
0:1
HSV - FC Barcelona
 1:2
Eintracht Norderstedt - HSV 0:6
HSV - Borussia Dortmund
0:1
HSV - FC Bayern
 0:1
HSV - FC Nordsjaelland
3:2
RCD Mallorca - HSV
0:1
Altona 93 - HSV
3:5
Karlsruher SC - HSV 4:2


Kommen noch Neuzugänge?

Ähnlich wie das Team am Sonntag in Karlsruhe angetreten ist, könnte die Mannschaft auch zum Saisonauftakt gegen den 1. FC Nürnberg auflaufen. Einen Neuzugang noch vor der Partie gegen Nürnberg wird Sportdirektor Frank Arnesen wohl nicht mehr präsentieren können, allerdings wurde in der Vergangenheit immer wieder betont, dass noch Verstärkung für den Kader her soll. Nach der Partie in Karlsruhe revidierte Trainer Fink gegenüber den Journalisten diese Aussage zumindest teilweise: „Ich fordere da jetzt gar nichts ein, wir werden das gemeinsam besprechen und dann gemeinsam entscheiden.“ Nach einem panischen Schnellschuss auf dem Transfermarkt klingt das nicht.

Kapitän Westermann enttäuscht

Fest zur ersten Elf wird in der kommenden Spielzeit Kapitän Heiko Westermann gehören, dem ein Platz in der Verteidigung der Rothosen sicher ist. Die Abwehr der Hamburger wirkte am Sonntag in Karlsruhe allerdings noch nicht bundesligatauglich, insbesondere bei hohen Bällen und Standardsituationen sahen die Hamburger Verteidiger nicht gut aus. So wurden beispielsweise zwei Freistöße zentral vor dem eigenen Strafraum verursacht, die beide zu Gegentoren führten. Und überhaupt: Vier Gegentore gegen einen Drittligisten kann nicht der Anspruch des HSV sein. Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Kapitän Heiko Westermann nach der Partie bei den Reportern.

Droht eine Zittersaison?

Westermann mit seiner Analyse nach dem Spiel am Sonntag: „Wir hatten vorher gesagt, dass die einzige Chance, die sie haben, die ist, über Standardsituationen und Flanken zum Tor zu kommen und so haben wir dann vier Gegentore kassiert.“ Es brennt also schon vor Saisonbeginn wieder lichterloh beim Hamburger Sportverein und die Fans fürchten, eine ähnliche Horrorsaison wie im Vorjahr durchstehen zu müssen. Rückblick: In der vergangenen Saison zitterte der HSV bis zum Schluss um den Klassenerhalt.

Nun also schon die erste Pflichtspielpleite in der neuen Spielzeit und so manch ein Experte prophezeit den Hanseaten eine sehr schwierige Saison. Die erste Aufgabe am Wochenende zum Saisonauftakt heißt 1. FC Nürnberg und schon da wird man sehen, ob der HSV die erhoffte Reaktion zeigen kann oder ob das Team noch nicht in der Lage ist, auf höchstem Bundesliga-Niveau zu bestehen. Jedenfalls geht auch der Blick des HSV-Kapitäns jetzt nur voraus, der im Blick auf den Bundesliga-Auftakt sagte: „Jetzt beginnt am Wochenende ein neuer Wettbewerb und darauf werden wir uns voll konzentrieren.“


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