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Der Trainer ist bedient, die Fans sauer und die Spieler schweigen. Hoffenheim hat sich auf ganzer Linie in der ersten DFB-Pokalrunde gegen einen Berliner Viertligisten blamiert.

Berlin. Man sollte meinen, dass eine 0:4-Niederlage im DFB-Pokal gegen einen Regionalligisten ausreicht, um von einem verlorenen Tag zu sprechen. Doch für Markus Babbel, Trainer von 1899 Hoffenheim, hätte der Samstagnachmittag fast noch schlimmer geendet. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den Berliner AK 07 musste er der Mikrofonstange ausweichen, die der Halter zu schnell von links nach rechts schwang. So viel Reaktionsvermögen hätte sich Babbel bei seiner Rückkehr nach Berlin wohl von seinen Spielern gewünscht.

Wer ist hier der Bundesligist?


Hoffenheim trat nicht wie ein Bundesligist auf, diese Rolle nahm eher der Berliner AK ein. Viel zu überheblich und arrogant agierte die Babbel-Elf. Schon nach drei Minuten gingen die Berliner durch Metin Cakmak mit 1:0 in Führung. Reaktion Hoffenheim? Keine. BAK erhöhte vier Minuten später fast auf 2:0. Der Regionalligist hatte eine gute Aktion nach der anderen. Nach 28 Minuten hatten die Hoffenheimer mal eine Möglichkeit durch einen Freistoß von Kevin Volland. Doch das war es dann auch schon.

3:0 zur Halbzeit

Der Berliner AK wusste die Schwächen und die Unlust des Bundesligisten zu nutzen. Erst traf Justin Gerlach zum 2:0 (31.), Kevin Kruschke erhöhte neun Minuten später auf 3:0. Kurz vor der Pause wäre Cakmak mit einem Heber aus gut 30 Metern sogar fast das 4:0 gelungen, doch 1899-Keeper Tim Wiese konnte den Ball gerade noch über die Latte lenken. Wer geglaubt hatte, dass Hoffenheim mal reagieren und sich zu Wehr setzen würde, wurde bitter enttäuscht. Der Bundesligist tat nichts, das Debakel nahm seinen Lauf. Trainer Markus Babbel war sich wohl nicht ganz sicher, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er blieb fast die gesamte erste Hälfte wie vernagelt auf seinem Stuhl sitzen.

Babbel ist bedient
...

„Nach so einer Niederlage können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen einige Dinge offen ansprechen“, sagte Babbel nach der Partie.  „Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen.“ In der Halbzeitpause hatte Babbel keine große Lust mit seinen Spielern zu sprechen, gedankenverloren lief der 1899-Coach über den Rasen im Berliner Poststadion, nichts ahnend, was da noch auf ihn zukommen würde in den zweiten 45 Minuten. Es dauerte nur vier Minuten in Halbzeit zwei, dann lag der Berliner AK schon mit 4:0 vorne.



...und Wiese patzt


Dabei profierte das Berliner Amateurteam vom völlig indisponierten Tim Wiese, der einen Abstoß genau in die Beine von Cakmak spielte. Der 25-Jährige lief auf den Ex-Nationalkeeper zu und verwandelte eiskalt. Die Hoffenheimer Fans hatten zu diesem Zeitpunkt schon die Nase voll. „Blamage, oh, oh“, schallte es aus dem Gästeanhang. Und damit trafen sie den Nagel auf den Kopf. Zwar kam Hoffenheim in der Folge mal vor das Berliner Tor, doch die besseren Chancen hatte weiterhin der Gastgeber. Am Ende blieb es bei der 0:4-Demontage.

Wieder aufstehen

Nach einer völlig indiskutablen Leistung kann sich der selbsternannte Europapokal-Aspirant nun voll und ganz auf den Ligabetrieb konzentrieren. „Dass wir jetzt jede Menge Häme bekommen ist klar, wir müssen aber wieder aufstehen und das Gesicht zeigen, das wir in vielen Phasen der Vorbereitung gezeigt haben“, sagte Markus Babbel. Wohlwissend, dass das nicht einfach werden wird nach so einer Niederlage.

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