Gladbach und die Unwissenheit: Daems und Favre „verpassen“ die Szene des Spiels

Laut Michael Skibbe hatte jeder gesehen, dass die rote Karte für Hubnik eine Fehlentscheidung war. Jeder? Lucien Favre und Filip Daems haben die Szene angeblich gar nicht gesehen.

Von Andreas Becker und Dennis Reinkens

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre
Bongarts
Berlin. Nach dem DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach (0:2) taten sich die Gäste vom Niederrhein schwer, die Szene, die zum ersten Tor und zur roten Karte für Roman Hubnik führte, zu kommentieren. Igor de Camargo hatte sich nach einer von ihm selbst inszenierten Berührung theatralisch fallen lassen, Schiedsrichter Dr. Felix Brych fiel darauf herein und entschied auf Platzverweis und Elfmeter. Kein Wunder also, dass sich sowohl Filip Daems als auch Lucien Favre erst gar nicht zum Aufreger des Spiels äußern wollten.

„Auf etwas anderes konzentriert“

Kapitän Daems erklärte gegenüber Goal.com, dass er die Szene schlicht verpasst habe: „Ich kann die Situation nicht beurteilen, ich habe es nicht gesehen.“ Fast wortgleich wich auch Lucien Favre einer genauen Beurteilung von de Camargos Schauspiel aus. „Ich habe die Szene leider nicht gesehen. Ich war auf etwas Anderes konzentriert und dann total überrascht“, gab er sich nach dem Spiel unwissend. Was bei alldem in den Hintergrund trat, war das bis zu Brychs Fehlentscheidung ordentliche Spiel der Hertha.

Hertha und der Rasen machen der Borussia das Leben schwer


„Wir haben uns sehr schwer getan, die Berliner waren im gesamten Spiel sehr aggressiv. Wir haben nicht so gespielt, wie wir das wollten, aber wir wussten auch vorher, dass es ein schweres Spiel wird“, hob Daems noch einmal hervor. Doch nicht nur der Gegner, auch der Boden hat den „Fohlen“ zu schaffen gemacht. „Auf dem Boden war es sehr schwer zu spielen“, sagte der Schütze zum 1:0 zu den Platzverhältnissen.

Favre findet den Sieg „nicht unverdient“


Auch Trainer Favre hatte eine starke Hertha gesehen, besonders vor der Pause. „In der ersten Halbzeit hatten wir viel Mühe, die Lücken zu finden. Ich habe zu wenig Bewegung gesehen und bei den Ballannahmen - gerade bei hohen Bällen - hatten wir viele unnötige Ballverluste“, analysierte er nach dem Spiel das Geschehen in den ersten 45 Minuten. Nach 120 Minuten sei das Ergebnis jedoch in Ordnung gewesen: „Das war sehr schwer heute, aber am Ende ist der Sieg nicht unverdient“, stellte er fest.



Keine Sorgen um Hertha

Für seinen ehemaligen Klub hatte der Schweizer Trainer auch noch aufmunternde Worte übrig. „Ich habe die drei Spiele gesehen. In Nürnberg haben sie verloren, hätten aber schon zur Halbzeit führen können. Gegen den HSV war die erste Halbzeit schwer für Hertha, trotzdem können sie am Ende noch das 2:2 machen. Und gegen Hannover verlieren sie 1:0, aber das war total unverdient“, ließ er die ersten drei Partien seines Nach-Nachfolgers Michael Skibbe noch einmal Revue passieren. Er mache sich daher keine Sorgen um die Zukunft der Hertha.

Kehrt Gladbach nach Berlin zurück?


Die Zukunft für Mönchengladbach könnte schon bald wieder etwas mit Berlin zu tun haben. Der Kapitän Filip Daems freut sich auf eine offene Partie in der nächsten Runde. „Das ist ein toller Erfolg für uns. In einem Halbfinale ist alles möglich“, machte er aus seiner Hoffnung auf den Finaleinzug keinen Hehl. Gelingt der Coup gegen Greuther Fürth, Borussia Dortmund oder den FC Bayern München, dann können die Fans der Gladbacher ihr Navi erneut auf Berlin, Olympiastadion programmieren.

Eure Meinung: Was haltet ihr von den Äußerungen der Gladbacher zur entscheidenden Szene mit Hubnik und de Camargo?

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